19. Dezember 2019 / 08:30 Uhr

Schmadtkes Plädoyer für die Wolfsburger Viererkette

Schmadtkes Plädoyer für die Wolfsburger Viererkette

Andreas Pahlmann und Alexander Flohr
RedaktionsNetzwerk Deutschland
VfL-Manager Jörg Schmadtke plädiert ebenso wie Kevin Mbabu (M.) für die Viererkette.
VfL-Manager Jörg Schmadtke plädiert ebenso wie Kevin Mbabu (M.) für die Viererkette. © Boris Baschin
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Dreier- oder Viererkette? Beim 1:1 gegen Schalke 04 spielte der VfL Wolfsburg hinten wieder zu viert - und bot 45 Minuten Spektakel-Fußball. Für Manager Jörg Schmadtke gibt es da einen klaren Zusammenhang.

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Gegen Saint-Etienne hatte es sich angedeutet, gegen Gladbach war es spät erfolgreich, gegen Schalke ging es weiter: Der VfL kann neuerdings auch Spektakel-Fußball anbieten. Das Dumme gestern Abend: Gegen S04 gab es trotzdem keinen Sieg: 1:1 (0:0) endete das letzte Heimspiel des Jahres des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten. Ozan Kabak und Kevin Mbabu erzielten vor 24.700 Zuschauern die Tore.

Im dritten Heimspiel binnen sechs Tagen agierte der VfL zum dritten Mal mit Viererkette statt mit Dreier-Abwehr. Und wie sinnvoll diese Umstellung ist, wäre noch deutlich klarer geworden, hätte der VfL seine zahlreichen Top-Chancen vor der Pause genutzt, hätte Schalke-Ersatzkeeper Markus Schubert nicht einen Sahnetag gehabt, hätte Joao Victor bei der besten Gelegenheit etwas bessere Nerven gehabt. So aber hieß es am Ende der ersten 45 Minuten: Viele Chancen, keine Tore.

Die Bilder zur Bundesliga-Partie des VfL Wolfsburg gegen den FC Schalke 04

Wolfsburgs Maximilian Arnold (links) und Schalkes Daniel Caligiuri schauen dem Ball hinterher. Zur Galerie
Wolfsburgs Maximilian Arnold (links) und Schalkes Daniel Caligiuri schauen dem Ball hinterher. ©

„Vor vier Wochen haben wir darüber gesprochen, dass wir zu wenig Torchancen haben, von daher kann ich damit gut leben“, hatte VfL-Manager Jörg Schmadtke zur Pause am Sky-Mikrofon gesagt. Es sei nur „ein bisschen schade, weil wir einen hohen Aufwand betrieben haben“.

Da ahnte er noch nicht, dass es nach der Pause nicht mit dem Wolfsburger Chancen-Feuerwerk weiterging – sondern erst einmal Schalke traf. Doch der VfL gab die richtige Antwort, beim Ausgleich von Mbabu patzte dann ausgerechnet der ansonsten bärenstarke Schubert. Das Remis mit „verdient“ für Wolfsburg zu überschreiben, wäre am Ende für Schalke fast zu schmeichelhaft – denn auch ohne das Offensivspektakel der ersten 45 Minuten war Wolfsburg die bessere Mannschaft, drängte vergeblich auf das Siegtor – in einer Phase, als die Nachricht vom verstorbenen Schalke-Fan die Stimmung insgesamt merklich gedrückt hatte. „Mit dem Punkt muss man zufrieden sein“, so Schmadtke nach der Partie. „In der ersten Halbzeit hatten wir eine gute Raumaufteilung - da haben wir Schalke kaum zum Atmen kommen lassen. In der zweiten Halbzeit war es dann mit der Stimmung schwierig für die Spieler.“

Die Spieler des VfL Wolfsburg nach der Partie gegen Schalke 04 in der Einzelkritik

<b>Koen Casteels:</b> Beim 0:1 konnte er nichts machen. Ansonsten hatte er kaum Chancen, um sich zu beweisen. - Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Beim 0:1 konnte er nichts machen. Ansonsten hatte er kaum Chancen, um sich zu beweisen. - Note: 3 ©

Mbabu: "Würde Viererkette bevorzugen"

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Und so steht bereits jetzt fest, dass der VfL seine gute Hinrunde der Vorsaison nicht wiederholen kann. Damals waren es 28 Punkte, jetzt können es maximal 27 werden – aber dazu müsste Wolfsburg am Samstag das Hinrunden-Finale beim FC Bayern gewinnen, die Münchner kamen gestern in Freiburg zu einem 3:1-Sieg. 

Klar scheint: Zur Viererkette wird es auch im Spiel beim FCB kaum eine Alternative geben. „Eigentlich“, so Schmadtke, „spielst du mit einer Dreierkette, um deinen Außenverteidigern mehr Luft zu geben. Aber man muss zugeben, dass sich unsere Außenverteidiger mit der Viererkette leichter tun, obwohl das eigentlich schwieriger ist.“ Für einen der beiden Außenverteidiger, Torschütze Mbabu, ist die Sache klar: „In der Nationalmannschaft spiele ich in der Dreierkette. Mir ist das also egal. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich die Viererkette bevorzugen. Da habe ich mehr Raum und bringe deutlich mehr Erfahrung ein.“

Was auch damit zusammenhängt, dass VfL-Trainer Oliver Glasner sich doch nicht dafür entschied, seinem Mittelfeldmotor Xaver Schlager eine Pause zu gönnen – seine Präsenz war gegen Schalke wieder ein Riesenfaktor. Schmadtke: „Er ist wichtig, weil er immer die Variante im Kopf hat, sich immer nach vorn dreht, das gibt dem Spiel Dynamik.“