29. April 2021 / 19:17 Uhr

Schmaler Grat: HC Neuruppin bleibt Verbandsligist, Unionerinnen wollen hoch

Schmaler Grat: HC Neuruppin bleibt Verbandsligist, Unionerinnen wollen hoch

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
HCN-Coach Michael Drefahl wird seine Schützlinge weiterhin in der Verbandsliga betreuen, Union-Trainer Tony Palmowske (rundes Foto) will mit seiner Mannschaft in die Brandenburgliga.
HCN-Coach Michael Drefahl wird seine Schützlinge weiterhin in der Verbandsliga betreuen, Union-Trainer Tony Palmowske (rundes Foto) will mit seiner Mannschaft in die Brandenburgliga. © Verein, Frick
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Am 1. Mai endet die Meldefrist beim Handballverband Brandenburg - die Mannschaften aus Ostprignitz-Ruppin haben sich klar positioniert.

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Der Countdown läuft, in wenigen Tagen endet die Frist: Noch bis zum 1. Mai haben die Vereine Zeit, ihre Mannschaften beim Handballverband Brandenburg (HVB) für die Spielzeit 2021/22 zu melden. Nach dem jüngsten Saisonabbruch – am 17. März fiel in einer Video-Sitzung des Präsidiums die endgültige Entscheidung – werden die Planungen spätestens in einer Woche wieder aufgenommen, der Verband richtet den Blick nach vorn. Zugegeben: In eine noch immer ungewisse Zukunft.

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Unmittelbar nach Bekanntwerden der Saisonbeendigung erklärten die HVB-Verantwortlichen, dass es keine Absteiger geben wird – lediglich freiwillig zurückgezogene Mannschaften treten den Gang in die niedrigere Spielklasse an. Ein Aufstieg sollte interessierten Teams dagegen ermöglicht werden, ob auf direktem Wege oder per Qualifikation. Mit Hansa Wittstock und dem HC Neuruppin sind zwei Männermannschaften aus der hiesigen Region in der Verbandsliga Nord aktiv, das OPR-Trio auf Landesebene komplettieren die Frauen von Union Neuruppin (ebenfalls Verbandsliga). Während die Hansa-Handballer sofort signalisierten, auch im dritten Jahr nach dem Aufstieg Verbandsliga zu spielen, begann in der Fontanestadt das große Grübeln – beim HCN und beim SVU.

In Bildern: Hansa Wittstock unterliegt dem HC Neuruppin im Handball-Derby knapp.

In einem umkämpften und hochemotionalen Verbandsliga-Derby - Rote Karte, umstrittene Szenen und eine volle Tribüne inklusive - setzen sich die Handballer aus der Fontanestadt (schwarze Trikots) knapp mit 28:27 (14:14) durch. Zur Galerie
In einem umkämpften und hochemotionalen Verbandsliga-Derby - Rote Karte, umstrittene Szenen und eine volle Tribüne inklusive - setzen sich die Handballer aus der Fontanestadt (schwarze Trikots) knapp mit 28:27 (14:14) durch. © Marius Böttcher

„Wir waren von unserem zweiten Platz selbst überrascht“, erklärt Michael Drefahl schmunzelnd. Der Trainer des HC Neuruppin musste mit seinen Schützlingen zum Zeitpunkt des Abbruchs lediglich dem 1. SV Eberswalde in der Tabelle den Vortritt lassen, weshalb die interne Frage aufkam, ob der HCN schon bereit für die Brandenburgliga sei? „Das Interesse an einer Aufstiegsrunde, einem echten Gradmesser, war da. Wir haben uns aber dazu entschlossen, für die Verbandsliga zu melden. Es gibt zu viele offene Fragen, wir können den Leistungsstand nicht einschätzen und wollen unseren jungen Spielern die Möglichkeit geben, etwas mit Perspektive aufzubauen“, verrät Drefahl, der nicht nur mit Trainerkollege Christian Will sondern der gesamten Mannschaft im Austausch stand.

Dabei wären die Chancen groß gewesen, in der höchsten Spielklasse der Mark zu starten, wie Staffelleiter Michel Nowak auf MAZ-Nachfrage bestätigte: „In der Brandenburgliga wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit freie Plätze geben.“ Der SC Trebbin zog sein Team freiwillig zurück, ohnehin handelte es sich zuletzt nur um eine elfköpfige Staffel. „Und einen Aufsteiger in die Oberliga wird es wohl auch geben“, so Nowak, „drei Aufsteiger wären somit möglich. Genau kann man das erst nach dem 1. Mai bestätigen“. Fakt ist: Der HCN verzichtet.

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Auf der anderen Seeseite Neuruppins ticken die Uhren dagegen anders, die Verbandsliga-Handballerinnen des SV Union Neuruppin wollen hoch. „Am Mittwoch letzter Woche haben wir die Online-Meldung rausgegeben, einen Tag später die Unterlagen per Post verschickt“, sagt Tony Palmowske. Der Union-Coach hatte mit seinen „Mädels“ vor der Saison das Ziel Aufstieg ausgerufen, „was haben wir also zu verlieren. Entweder wir packen das oder spielen ein weiteres Jahr Verbandsliga“. Nahezu unisono stimmten Trainerteam und Mannschaft nach einer Video-Konferenz für das Abenteuer Brandenburgliga, das vermutlich aber nur über eine Qualifikation realisiert werden kann, wie Palmowske zu wissen glaubt: „Neben uns hat sich auch ein anderes Team beworben und die Staffel war ja eh schon voll. Es wird bei einem Oberliga-Aufsteiger also maximal einen Platz geben, um den wir dann kämpfen müssen.“

Staffelleiterin Ramona Kroll ließ keine detaillierten Informationen durchblicken: „Die Meldefrist ist der 1. Mai, bis dahin werden wir nichts preisgeben, das hat uns die Vergangenheit gelehrt.“ Sollte den Gildenhallerinnen der Coup gelingen, wird sich der Kader laut Palmowske übrigens nicht groß verändern: „Ich wollte mit dieser Truppe hoch und wenn sich nicht zufällig jemand nach Neuruppin verirrt, auch nur auf unseren exzellenten Unterbau zurückgreifen.“