10. November 2020 / 10:44 Uhr

Schmerzen gehören bei Lucy Rösicke manchmal dazu

Schmerzen gehören bei Lucy Rösicke manchmal dazu

Christoph Laak
Märkische Allgemeine Zeitung
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Lucy Rösicke ist vor allem für die Nachbehandlung und den Wiederaufbau verletzter Premnitzer Spieler zuständig. © Christoph Laak
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Landesliga Nord: Die Mögelinerin ist seit dem Sommer 2019 als Physiotherapeutin bei den Premnitzer Fußballern tätig.

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Aktuell hat Lucy Rösicke in ihrer Nebentätigkeit eher weniger zu tun. Der Spielbetrieb im Fußball ruht seit Anfang November. Rösicke, welche seit dem Sommer 2019 als Physiotherapeutin die Fußballer des Landesligisten TSV Chemie Premnitz betreut, hatte somit wie „ihre“ Jungs ihren letzten Einsatz beim 2:2-Unentschieden im Derby gegen den FC Stahl Brandenburg.

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Seit gut anderthalb Jahren kitzelt Rösicke aus den Spielern des TSV Chemie auch das letzte Prozent an Leistung heraus. „Damals wurde ich von Sebastian Kaiser angesprochen und es hat keiner große Überredungskünste gebraucht“, verrät Rösicke, welche ihr Abitur an der Rathenower Bürgelschule abgelegt hat, wie sie zu den Premnitzern gekommen ist. „Wir haben längere Zeit nach einer Physiotherapeutin gesucht und freuen uns, dass wir sie für uns gewinnen konnten“, erklärt Sebastian Kaiser, der sportlicher Leiter bei den Premnitzern ist.

Mehr Fußball aus Brandenburg

Erstmals mit dem Fußball kam Rösicke während ihres ersten Praktikums in Berührung. Seit Oktober 2018 lernt die junge Mögelinerin den Beruf der Physiotherapeutin beim städtischen Klinikum in Brandenburg. „Während des Praktikums hatte ich dann beim FC Stahl Brandenburg reingeschnuppert. Das hat mir richtig gut gefallen, aber der Weg ist mir dauerhaft zu weit gewesen. Premnitz war da die bessere Lösung“, erläutert Lucy Rösicke.

Das war im Sommer 2019. Seitdem ist Rösicke vornehmlich für die Nachbehandlung der Spieler verantwortlich. „Ich leite auch schon mal eine Stabilisationseinheit oder die Erwärmung, aber das ist eher selten“, umreißt Rösicke ihr Aufgabengebiet. Vor allem kümmert sie sich aber um verletzte oder angeschlagene Spieler. „Montags bin ich beim Training eigentlich immer dabei, behandele die Spieler und setze auch mal stabilisierende Tapes. Die Regeneration und der Wiederaufbau steht dabei meist im Vordergrund“, erklärt Lucy Rösicke. In der Mannschaft wird die Arbeit von der Physiotherapeutin sehr geschätzt.

Auch bei den Heimspielen immer dabei

„Sie wird von den Jungs sehr gut angenommen, auch wenn sie diese hin und wieder quälen muss“, erzählt Sebastian Kaiser mit einem Schmunzeln. Und auch Rösicke muss Lachen, wenn sie an so manche Behandlung denkt. „Die Jungs haben da manchmal schon schmerzen, wenn ich etwas wegmassieren soll. Aber es hilft ja und das wissen sie auch.“

Lob für ihre Arbeit benötigt Lucy Rösicke nicht. „Die Bestätigung von den Jungs, wenn man helfen konnte, ist das größte Kompliment für mich. Wenn ein Tape gut sitzt, dann freut mich das selbst sehr.“ Doch nicht nur zu den Trainingseinheiten ist die angehende Physiotherapeutin anwesend, sitzt sie auch bei den Heimspielen des TSV mit auf der Bank und ist für den Notfall gewappnet.

Chemie Premnitz und Stahl Brandenburg trennen sich 2:2.

Die Hausherren kamen in der zehnten Minute der Nachspielzeit zum 2:2-Ausgleich: Zur Galerie
Die Hausherren kamen in der zehnten Minute der Nachspielzeit zum 2:2-Ausgleich: © Christoph Laak

Wie lange Lucy Rösicke diese Position bei den Premnitzer Fußballern noch bekleiden wird, ist noch nicht klar. „Wenn ich auslerne und dann fest im Beruf bin, muss man schauen, ob es zeitlich noch passt. Weiterbildungen finden vor allem am Wochenende statt. Spaß macht es mir aber in jedem Fall“, verrät die 21-Jährige, die nach ihrer Ausbildung weiterhin auch dem Sport erhalten bleiben möchte. Über einen Abschied der Physiotherapeutin wäre man beim TSV Chemie auf jeden Fall nicht glücklich.„Lucy ist mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Mannschaft“, betont Sebastian Kaiser.

„Ich kann mir schon vorstellen in die Richtung Sport-Physiotherapie zu gehen. Vielleicht dann auch fest in einem Verein zu arbeiten“, verrät Lucy Rösicke, die aber zunächst darauf hofft, dass die aktuelle Spielzeit noch regulär zu Ende gebracht werden kann.