28. Oktober 2020 / 22:51 Uhr

Schmerzhafte Lehrstunde für RB Leipzig! 0:5-Pleite bei Manchester United

Schmerzhafte Lehrstunde für RB Leipzig! 0:5-Pleite bei Manchester United

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Dayot Upamecano kommt zu spät, Peter Gulacsi kann nur hinterhergucken: Mason Greenwood erzielt das 1:0 für ManU.
Dayot Upamecano kommt zu spät, Peter Gulacsi kann nur hinterhergucken: Mason Greenwood erzielt das 1:0 für ManU. © dpa
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Fünf Gegentore, kaum eigene Chancen, kein Schwung, kein Spielwitz: RB Leipzig kann beim ersten Auswärtsauftritt in der Champions League so gar nicht überzeugen. Beim 0:5 (0:1) bei Manchester United kassiert die Nagelsmann-Elf eine blamable Niederlage.

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Manchester/Leipzig. Unsanfte Landung für die Überflieger von RB Leipzig. Im zweiten Gruppenspiel der Champions League gehen die Männer von Julian Nagelsmann im legendären Old Trafford unter, sehen im Wortsinn old/alt aus. Die Tore für den gnadenlos effektiven und reiferen 20-fachen englischen Meister erzielen Mason Greenwood, Marcus Rashford (3) und Anthony Martial. Traurig und wahr: Der 15. der Premier League gewinnt gegen den Ersten der Bundesliga auch in der Höhe verdient.

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Nagelsmann bringt eine Abwehr, die in dieser Zusammenstellung ewig nicht mehr den Anpfiff erlebt hat: Ibrahima Konaté, Dayot Upamecano und Marcel Halstenberg. Davor kurbeln Benjamin Henrichs, Kevin Kampl und Angelino. Das Kreativ-Zentrum bilden Emil Forsberg, Dani Olmo und Christopher Nkunku. Ein-Mann-Sturm: Rekordspieler Yussuf Poulsen.

DURCHKLICKEN: Bilder zum RB-Gastspiel bei Manchester United

Letztlich chancenlos war RB Leipzig beim deutlichen 0:5 gegen Manchester United. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann zeigte gerade im zweiten Spielabschnitt eine enttäuschende Vorstellung und ergab sich in ihr Schicksal. Zur Galerie
Letztlich chancenlos war RB Leipzig beim deutlichen 0:5 gegen Manchester United. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann zeigte gerade im zweiten Spielabschnitt eine enttäuschende Vorstellung und ergab sich in ihr Schicksal. ©

United-Coach Ole Gunnar Solskjær überraschend ohne Sprinter Marcus Rashford und den schussstarken und gewieften portugiesischen Mittelfeldstar Star Bruno Fernandes.



United hat die erste Chance, Peter Gulacsi fliegt einem Fred-Schuss hinterher. Im Nachgang hält Poulsen den Kopf in einen strammen Abschluss von Luke Shaw. RB hat mehr Ballbesitz, pflanzt aber brotlose Kunst ins Theater der Träume, leidet in torgefährlichen Zonen unter mangelnder Genauigkeit und Überzeugung. Die 21. Minute und die Führung für die unaufgeregt ihren Stiefel runterspielenden Engländer. Olmo verliert ein Duell im Mittelfeld, Paul Pogba spaziert geleitgeschützt durchs Mittelfeld, passt in die Tiefe, wo Mason Greenwood steil geht, Upamecano abhängt und mit links ins lange Eck trifft. Sieht nach Abseits aus, ist wohl auch Abseits, hält aber der Videoüberprüfumg stand. Kreiste eine Runde Guiness im Keller oder wo auch immer? 1:0.

RB Leipzig zu harmlos

RB kombiniert sich einen Wolf, bekommt selten bis nie Tiefgang ins offensive Spiel, hat bis zur Halbzeit nur eine halbgare Chance durch Nkunku. Manchester ist nicht besser, aber griffiger und giftiger, operiert von gesichterter Basis.

Wiederbeginn. Neues Spiel, neues Glück, größere Passsicherheit und wachsendes Selbstverständnis? RB ist nach Nagelsmanns Andacht wacher und aktiver, ohne das Leibergewirr in Rot entwirren zu können. Nagelsmann bringt Marcel Sabitzer und Alexander Sörloth für Henrichs und Nkunku.

Rashfords Hattrick macht Leipzigs Blamage perfekt

Die umkämpfte Partie geizt lange mit spielerischen Reizen und Chancen. Konaté scheitert mit einem Kopfball an Keeper David de Gea, Gulacsi klärt nach ManU-Freistoßfinte mit dem Knie. Aus heiterem Himmel fällt die Vorentscheidung. Der eingewechselte Fernades steil auf den eingewechselten Rashford, der läuft auf Gulacsi zu und schiebt zum 2:0 ein (74.). Kurz später patzt Sabitzer, geht Rashford wieder ab wie Schmidts Katze und knallt zum 3:0 in Netz (78.). Dann foult Sabitzer im Strafraum Martial. Fernandes verwandelt zum 4:0. Rashford drittes Tor bringt das 5:0.

Aus, Ende, vorbei. Manchester United zeigt chancenlosen und fahrigen Leipzigern, dass sie an guten Tagen besser als gut sind.Nach dem Spiel und einem Mitternachtssnack betten die Roten Bullen ihre Häupter im Fünf-Sterne-Hotel Lowry. Heimflug nach Leipzig: Donnerstag gegen 17 Uhr. Am Freitag hebt der Jet Richtung-Nordrhein Westfalen ab, am Sonnabend steigt um 18.30 Uhr der Bundesliga-Hit Gladbach gegen RB. Ohne Zuschauer.Nächster Halt der Termin-Hatz: Am kommenden Mittwoch dribbeln Thomas Tuchels Pariser in Leipzig auf. Die Halbfinal-Revanche, die aus Sicht beider keine Halbfinal-Revanche ist, wird um 21 Uhr angepfiffen. Auch ohne Zuschauer. Der Ausschluss der Öffentlichkeit hat mindestens bis Ende November Bestand.