05. Oktober 2021 / 20:33 Uhr

Schmerzhaftes Pokal-Aus für SC DHfK Leipzig: Rhein-Neckar Löwen gewinnen deutlich

Schmerzhaftes Pokal-Aus für SC DHfK Leipzig: Rhein-Neckar Löwen gewinnen deutlich

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
aCH1_9779
Mit einer Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen fliegt der SC DHfK Leipzig aus dem DHB-Pokal. © Christian Modla
Anzeige

Die Grün-Weißen haben gut angefangen, am Ende überollen die Löwen aber die Leipziger: Der SC DHfK fliegt mit einer 24:31-Heimniederlage aus dem DHB-Pokal.

Leipzig. Bei den Handballern des SC DHfK Leipzig und ihren Fans lagen am Dienstagabend die Nerven blank. Eigentlich sollte der Bundesligist im DHB-Pokal eine Bestleistung abrufen, wollte im K.O.-Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen zeigen, dass sie unbedingt in das letzte Final Four in Hamburg wollen. Doch zahlreiche Fehler im eigenen Spielaufbau und ungenutzte Chancen zeigten immer wieder ein ganz anderes Gesicht der Grün-Weißen. Phasenweise präsentierte die Sieben von Trainer André Haber Bestleistungen, dann überließen sie wieder den Mannheimern die Kontrolle über das Spiel. Der Puls der Fans stieg im Minutentakt, doch reichlich fünf Minuten vor Schluss war klar, dass sie sich mindestens ein weiteres Jahr gedulden müssen. Mit 24:31 (12:15) musste sich der SC DHfK geschlagen geben.

Anzeige

Löwen kommen zurück

Mit ausgefahrenen Krallen und beeindruckendem Tempo starteten die Sachsen in das Spiel. Nach wenigen Minuten waren die Hausherren in komfortabler 4:1-Führung, durch eine Zeitstrafe in Überzahl und hatten die Mannschaft von Coach Klaus Gärtner eigentlich im Griff.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Pokal-Spiel

Mit einer 24:31-Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen fliegt der SC DHfK Leipzig aus dem DHB-Pokal. Zur Galerie
Mit einer 24:31-Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen fliegt der SC DHfK Leipzig aus dem DHB-Pokal. ©

Doch die Löwen bissen sich zurück in das Spiel. Jannik Kohlbacher brachte die Gäste in der 14. Minute zum ersten Mal in Front (6:7) und die Partie damit zum Kippen. Leipzig verzettelte sich im Spielaufbau, ließ mehrere gute Chancen gegen Keeper Nikolas Katsigiannis liegen und übergab die Spielführung völlig an die Löwen. Nach 17 Minuten stand es 7:10 – Coach Haber zog die Reißleine und brachte nach der Auszeit ein paar neue Gesichter auf die Platte. Doch die technischen Fehler rissen nicht ab und verhinderten die Aufholjagd vor der Pause.

Mit 12:15 und langen Gesichtern ging es in die Kabinen. Die Gäste wollten der Schwächephase der vergangenen Wochen ganz offensichtlich endlich ein Ende bereiten. Denn bei den Rhein-Neckar Löwen lief zuletzt nichts richtig nach Plan. Nach fünf Spieltagen stehen die Mannheimer mit 4:6 Punkten lediglich auf Platz elf der Bundesliga, eine Niederlage gegen SL Benfica kostete zudem den Verbleib in der European League. Nun sollte eine starke Leistung auf der dritten Hochzeit, dem DHB-Pokal, das Blatt für Coach Klaus Gärtner und seine Sieben wenden.

"Sie waren am Ende einfach besser als wir"

Von den Mannheimer-Problemen war in der Arena nicht viel zu erkennen. Nach zehn Minuten im zweiten Durchgang führten Andy Schmid und die Seinen bereits 20:15, waren ruhiger, strukturierter und treffsicherer als ihre Kontrahenten. Die Krallen der Grün-Weißen hingegen wirkten etwas stumpf, vor allem am eigenen Kreis. Denn die Haber-Sieben erzielte in der finalen Viertelstunde zwar wieder eigene Treffer, fand aber auch mit umgestellter Abwehr nicht den erwünschten Zugriff. Der Sechs-Tore-Rückstand war nicht mehr aufholen. Schon Minuten vor dem Abpfiff war klar, dass ihnen die letzte Chance auf das Final-Four in Hamburg durch die Hände geglitten war – ganz wie der eine oder andere Pass ihrer Teamkollegen.

Leipzigs Marko Mamic sagte nach der Partie: "Sie waren am Ende einfach besser als wir. Das Problem ist, dass wir viele Sachen nicht umgesetzt haben, die wir vor dem Spiel besprochen hatten. Wir waren in der Deckung nicht schnell genug, nicht hart genug. Das bestraft so eine Mannschaft mit so guten Spielern sofort." Marc Esche sieht das ähnlich: "Wir wollten die Achse aus Andy Schmid und Jannik Kohlbacher begrenzen. Das ist uns heute einfach nicht gelungen. Es hat viel gefehlt, unter anderem die Härte. Das haben wir in der Halbzeit besprochen, aber dann trotzdem nicht besser gemacht."


Mehr zum Sport

Letzerer will sich für weitere Aufgaben empfehlen: "Ich will jedes Spiel so viel Spielzeit bekommen wie möglich. Wenn Bindi gut spielt, dann steht mir keine Zeit zu - das ist klar. Ich denke, dass ich es heute ganz ordentlich gemacht habe, aber mit meiner Quote bin ich noch nicht zufrieden - und mit dem Ergebnis erst recht nicht."

Ursachenforschung betreiben

„Ich habe erst mal das Jackett ausgezogen in der Kabine – aber es nützt nichts, wenn wir jetzt draufhauen“, sagte Manager Karsten Günther. „Das war ein extrem bitteres Spiel. Nach fünf Minuten hat jemand den Stecker gezogen – das waren wir selber. Das wird wohl ein längerer Prozess mit unserer neu zusammengestellten Mannschaft. Irgendwann wird das aufgehen – das habe ich auch den Jungs gesagt. Die heutige Leistung wird intern kritisch und detailliert aufgearbeitet, schon am Sonntag wollen wir gegen Stuttgart ein anderes Bild abgeben.“

Andre Haber resümierte: "Es ist für mich schwer nachvollziehbar, was mit uns passiert, nachdem wir so gut gestartet sind. Danach kommen die Löwen auf, weil sie eine starke Mannschaft sind. Aber warum lassen wir zu schnell nach und kommen nicht noch einmal an das gute Niveau ran? Bei dieser Frage fange ich erst mal bei mir an bei der Ursachsenforschung. Wir laden den Gegner ein, auch in der zweiten Halbzeit spüren uns die Löwen nicht noch einmal, weil wir zu wenig Druck aufbauen."