23. August 2021 / 14:16 Uhr

Schmidts goldenes Händchen: Dynamo Dresdens Trümpfe stechen im Ostklassiker

Schmidts goldenes Händchen: Dynamo Dresdens Trümpfe stechen im Ostklassiker

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Vlachodimos
Dynamo-Joker Panagiotis Vlachodimos hebt nach seinem Tor zum 2:1 vor dem Gästeblock ab. © Imago/Dennis Hetzschold
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Dynamo Dresden hat das Ost-Derby bei Hansa Rostock mit 3:1 gewonnen. Vor allem mit seinen Einwechslungen bewies Trainer Alexander Schmidt ein glückliches Händchen. Dadurch stehen die Schwarz-Gelben nach vier Spielen auf dem zweiten Platz.

Rostock/Dresden. Das Märchen geht weiter, Dynamo Dresden bleibt unter Trainer Alexander Schmidt in Pflichtspielen ungeschlagen. Aber das ist noch nicht alles, denn der Drittliga-Meister der vergangenen Saison mischt weiter die 2. Bundesliga auf, gewann dort zum dritten Mal im vierten Spiel. Und wieder war es kein Duseldreier, sondern einer, der nicht unverdient war. Beim 3:1 (1:1)-Erfolg im Ostklassiker bei Hansa Rostock konnte Schmidts Truppe zwar spielerisch nicht immer überzeugen, aber kämpferisch allemal. Und als es darauf ankam, machte Dynamo die Tore, war im Abschluss vor 14.500 heißblütigen Fans einfach effektiver als die Gastgeber.

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Schmidt: "Eiskalt zugeschlagen"

Ein Grund für den vierten 3:1-Sieg an der Ostsee in Folge war die mannschaftliche Geschlossenheit. Bis vielleicht auf Michael Akoto, der gegen Kevin Schumacher mal einen schlechten Tag erwischte und in einigen Szenen nur zweiter Sieger gegen den Rostocker Linksfuß war, fiel bei Dynamo keiner ab.

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Die SG Dynamo Dresden entscheidet den stimmungsvollen Ost-Klassiker bei Hansa Rostock mit 3:1 für sich. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden entscheidet den stimmungsvollen Ost-Klassiker bei Hansa Rostock mit 3:1 für sich. ©

Auch die Einwechsler erfüllten die Erwartungen, als sie gebraucht wurden. Sebastian Mai war der Erste, der nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Tim Knipping schon nach einer Viertelstunde ran musste – „und er war sofort im Spiel, hat viele Luftduelle bestritten“, lobte Schmidt den Kapitän, der eine Woche zuvor beim 2:0 gegen Hannover als Joker sogar getroffen hatte. Doch auch jene Profis, die zur oder in der zweiten Halbzeit reinkamen, lieferten ab. Vor allem das Duo Panagiotis Vlachodimos/Philipp Hosiner wusste zu überzeugen: „Mit unseren Stürmern haben wir noch mal Qualität reingebracht. Wir waren präzise im letzten Drittel und haben dann auch eiskalt zugeschlagen“, freute sich Schmidt.

Vlachodimos hatte mit Wiederbeginn den 1:0-Torschützen Heinz Mörschel, der wegen eines Pferdekusses nur 45 Minuten durchhielt, ersetzt. Der Deutsch-Grieche köpfte dann das wichtige 2:1 (63.) und erntete nicht nur dafür Anerkennung von Schmidt: „Vlachodimos beweist jede Woche, dass er – wenn er reinkommt – super Qualität hat.“ Auch Hosiner sorgte als Joker für viel Gefahr: Der Österreicher hätte schon der 59. Minute das Führungstor machen können, scheiterte da noch an Markus Kolke, der aber beim 3:1 den Kopfball des Eisenstädters nur vor die Füße von Julius Kade abwehren konnte (70.). Für Schmidt steht fest: „,Hosi’ hat einen Impuls gesetzt.“

"Macht einfach riesigen Spaß"

Zufrieden war Schmidt auch mit Paul Will, der in der Schlussphase noch in die Schlacht gekommen war. Doch seine Leistung überraschte den Trainer genauso wenig wie die Auftritte der anderen Joker. Sie hätten alle Klasse, das Zeug auch für die Anfangsformation: „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich Spieler eingewechselt habe, die nicht performt haben. Wir haben eine sehr gute Kaderbreite, es ist sehr eng.“ Unter allen Spielern Woche für Woche eine Startelf herauszusieben, sei nicht einfach, schlicht „ein Luxusproblem“, so Schmidt.

Was den Augsburger auch in Rostock wieder beeindruckte, das war der Wille seiner Mannschaft, dieses Prestigeduell zu gewinnen. Sein Co-Trainer Heiko Scholz habe alle Spieler vor dem Anpfiff noch einmal richtig heiß gemacht, die Bedeutung der Partie für die Fans erläutert. Selbst als Rostock ausgeglichen hatte und nach der Pause dem 2:1 näher gewesen war als die Gäste, habe Dynamo dagegen gehalten: „Unsere Mannschaft hat eine tolle Moral, die Mentalität, auch mal eine schwierige Phase zu überstehen.“


SGD-Torschütze Panagiotis Vlachodimos hatte eine simple Erklärung für die hohe Einsatzbereitschaft seiner Kameraden: „Man hat bei jedem Spieler gesehen, dass es uns tierischen Spaß macht, die Wege zu gehen, die Läufe zu machen, Fußball zu spielen. Es macht einfach riesigen Spaß – deswegen gewinnen wir auch die Spiele.“