18. Februar 2022 / 19:00 Uhr

Schneller Restart? „Große Bedenken“ bei Nordsachsenligisten

Schneller Restart? „Große Bedenken“ bei Nordsachsenligisten

Christian Kluge
Leipziger Volkszeitung
FSV Oschatz, Trainer Steffen Wiesner
Steffen Wiesner und der FSV Oschatz werden Testspiele absolvieren. © Gerhard Schlechte
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Dahlen, Oschatz und Wermsdorf gehen die Winter-Vorbereitung zwangsläufig eher ruhig an. In Wermsdorf hält man nichts von einem überhasteten Restart und einer verkürzten Saison.

Nordsachsen. Gut Ding will Weile haben – und eine ordentliche Vorbereitung auf den Re-Start in der Kreisoberliga Nordsachsen auch. „Wir sind in Gesprächen mit einigen Vereinen, haben aber noch gar kein Testspiel vereinbart“, sagt Thomas Patommel, Cheftrainer des Tabellenvierten FSV Wacker Dahlen. „Auf jeden Fall richte ich die Vorbereitung auch nach unserem ersten Punktspiel-Gegner aus. Das wird wohl Schenkenberg sein.“ Also nach der monatelangen Pause gleich der Spitzenreiter zum Auftakt – keine leichte Aufgabe für die Wacker-Spieler. Denn Schenkenberg hat(te) schon im Februar mehrere Testspiele auf dem Programm und dürfte Ende März voll im Saft stehen.

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Testspiele bei den Nordsachsenligisten

„Aktuell können wir aufgrund der Platzverhältnisse auch noch gar nicht auf unserem ganzen Platz trainieren“, ergänzt Patommel, dem aufgrund der Winterferien-Urlauber und einiger Quarantäne-Fälle sowieso noch einige Spieler fehlen. „Und in Sachsen-Anhalt, wo im Fußball 3G gilt, will ich auch nicht spielen. Der Aufwand übersteigt da den Nutzen.“ Das bereits vor einer Woche geplante Testspiel der Dahlener gegen Frisch Auf Wurzen war denn auch kurzfristig wieder abgesetzt worden.

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Der FSV Oschatz hat inzwischen in Sachen Testspiele schon mal Nägel mit Köpfen gemacht. Dabei setzt das Team von Chefcoach Steffen Wiesner auf den heimischen Kunstrasenplatz, wo auch bei schlechtem Wetter problemlos gespielt werden kann. Los geht es am 6. März um 14 Uhr mit der Partie gegen Elbaue Torgau. Die Gäste stehen auf Platz sieben der Kreisliga Nordsachsen. Am 13. März folgt zur selben Anstoßzeit das Spiel gegen die Landesliga-Reserve von Stahl Riesa, die in der Kreisoberliga Meißen kickt. Je nach Besetzung also ein potenziell stärkerer Gegner als Elbaue.

Den letzten Test bestreiten die Oschatzer dann am 19. März ab 15 Uhr gegen Mügeln/Ablaß, den Tabellenzweiten der Kreisliga Nordsachsen. „Am 26. März ist dann der Punktspielstart gegen den TSV Schildau geplant“, erklärt FSV-Mannschaftsleiter Rainer Schwurack. Dann soll es wieder um 14 Uhr losgehen. Gewinnt Oschatz, wären beide Teams in der Tabelle mit 17 Zählern gleichauf. Schildau hat derzeit allerdings ein Spiel weniger bestritten als der FSV.

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Bleibt der Blick zum Tabellenzweiten der Nordsachsenliga. Der FSV Blau-Weiß Wermsdorf hat nur drei Zähler weniger auf dem Konto als Spitzenreiter Schenkenberg. Eigentlich wollten die Hubertusburger am kommenden Sonntag beim Hohnstädter SV auflaufen. „Das Testspiel haben wir in Abstimmung mit Hohnstädt auf den 13. März verschoben“, teilte Jörg Büchner vom FSV am Freitag mit. Da Hohnstädt nun stattdessen gegen Bad Lausick spielt, lagen die Probleme offenbar bei den Wermsdorfern.

„Letzte Saison gab es große Bedenken“

Die haben im Training aktuell noch mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Jörg Büchner: „Je nach persönlicher Möglichkeit einer Teilnahme am Training – sofern es der Status oder keine Verhinderung durch Krankheit, Verletzung, Urlaub, Semesterprüfungen oder Arbeit zulässt – wurde sich je nach Witterung entweder in der Halle oder auf dem Hartplatz getroffen.“ Für das Wochenende 19./20. März sind die Wermsdorfer noch „in Gesprächen mit anderen Vereinen“, wie Büchner ergänzt.

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Mit dem geplanten Re-Start und der restlichen Saison in der Nordsachsenliga ist man bei den Blau-Weißen nicht wirklich glücklich. „Eine Vorbereitung von nur zwei Wochen oder drei Wochen nach möglichen Lockerungen ab dem 7. März halten wir für etwas kurz. Letzte Saison gab es große Bedenken aller betroffener Mannschaften vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs und zur Beendigung des Pokalwettbewerbs aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit sowie des damit einhergehenden höheren Verletzungsrisikos. Und nur einen Teil der Rückrunde zu spielen ist aus unserer Sicht keine Wettbewerbsgleichheit. Eine Mannschaft kann so gegenüber einer anderen schon ein leichteres oder schwereres Programm haben.“

Womit Büchner sicher Recht hat. Immerhin fehlen sieben Nordsachsenligisten noch jeweils vier Spiele, um überhaupt die Hinrunde ordnungsgemäß zu beenden. Und ob im laufenden Nordsachsenpokal so ein Programm wie 2021 aus gesundheitlicher Sicht Sinn macht, als der im Schweinsgalopp zwischen dem 12. und 25. Juni mit Viertelfinale, Halbfinale und Endspiel durchgezogen wurde, das dürfte auch fraglich sein. Denn es sind ja keine austrainierten Profis, die in der Kreisoberliga auflaufen. Vielleicht wäre in dieser Saison etwas weniger am Ende mehr für die Amateurkicker. Denn so eine Verletztenmisere wie nach dem Re-Start 2021 kann sicher kein Verein brauchen.

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