30. Dezember 2020 / 11:16 Uhr

Schneller Sachse auf japanischer Honda: Paul Frödes Meister-Jahr 2020

Schneller Sachse auf japanischer Honda: Paul Frödes Meister-Jahr 2020

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Paul Fröde
Ist nicht nur fix auf der Rennstrecke unterwegs, kann auch Kunststücke wie einen Wheelie: Paul Fröde. © Fritz GLäNZEL
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Es gab viele Zweifler, doch Motorradrennfahrer Paul Fröde holte mit seinen erst 18 Jahren den IDM-Superstock-600-Titel. Trotz einiger Rückschläge, auch coronabedingt, ließ sich der Maschinenbau-Student nicht unterkriegen und machte die Meisterschaft perfekt. 

Hohenstein-Ernstthal. Dass Paul Fröde aus Hohenstein-Ernstthal mit seiner Honda einmal einen Meistertitel einfahren wird, daran hat so manch Zweifler in seinem sportlichen Umfeld zunächst nicht geglaubt. Doch allen Kritikern zum Trotz holte sich der Maschinenbau-Student den diesjährigen IDM- Superstock-600-Titel. „Mein Ziel war es von Anfang an Meister zu werden und dem konnte ich letztlich auch gerecht werden“, berichtete der ADAC-Sachsen-Pilot.

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Doch nach dem Titelgewinn war aus vielerlei Gründen zunächst keine Siegesfeier möglich. Nicht nur die besonderen Corona-Auflagen machten dem 18-Jährigen einen Strich durch die Rechnung. Auch offiziell konnte Fröde seinen Titel noch nicht verlautbaren lassen, da erst kürzlich das Sportgericht des Deutschen Motor Sport Bundes ihn als Meister bestätigte. Ein formaler Fehler führte nach dem ersten Lauf zu einer Strafversetzung seines Kontrahenten von Platz eins auf vier, Fröde wurde somit der Sieg und die Punkte zuerkannt.

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Aber auch so galt der schnelle Sachse beim Finale am Hockenheimring als einer der Titelanwärter – und das obwohl seine Honda CBR 600 RR leistungstechnisch nicht das stärkste Motorrad im Teilnehmerfeld war. Aus Budgetgründen blieb dem kleinen Privatteam jedoch nichts anderes übrig, als auf die nahezu unveränderte Serien-Honda zu setzen. Und somit gingen sie auch in der Superstock 600 mit ihrem „Auslaufmodell“ an den Start.

Aus der Kalten in Saison gestartet

„Ganz zu Beginn, als wir mit der Honda noch in anderen Serien gestartet sind, haben uns viele Leute ausgelacht. Doch die Meinung hat sich schnell geändert, als die ersten Erfolge kamen. Bei vielen Motorrädern kann man im Rahmen des Reglements noch einige Optimierungen im Elektronikbereich vornehmen, um noch etwas mehr Leistung herauszuholen. Bei der Honda sind diese, bedingt durch das ältere Konzept der Maschine, nur begrenzt möglich“, erklärt Vater Sirko Fröde, der neben seinem Fulltime-Job als selbstständiger Handwerker jedes Rennwochenende seinem Sohn als Mechaniker zur Seite steht.

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„Daher bedeutet uns jedes Podest und natürlich auch der Titel sehr viel, es ist der Lohn für die ganze harte Arbeit in den letzten Jahren. Auch wenn wir dies aufgrund der aktuellen Situation leider nicht mit unseren Unterstützern feiern können.“ Dabei standen die Vorzeichen noch zu Beginn des Jahres gar nicht so gut, als sein Sohn sich beim Frühjahrstest in Valencia das Schlüsselbein brach.

„Es gestaltete sich von Anfang an alles schwieriger als gewohnt, wir konnten einmal in Spanien noch trainieren und dann war für uns coronabedingt fast nichts mehr möglich. Wir sind somit aus der Kalten in die Saison gestartet und haben versucht das Beste daraus zu machen. Auch für Freunde und Sponsoren war es schade, in diesem Jahr nicht dabei sein zu können. Besonders wie bei unserem Sieg auf dem Sachsenring, meinem persönlichen Highlight, hat man die heimische Fankulisse schon vermisst“ erinnert sich Paul Fröde an die besonderen Umstände der vergangenen Saison und bedankt sich über die sozialen Medien bei all den Unterstützern, die ihm 2020 zum Titel mitverholfen haben.

Doreen Müller-Uhlig

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