14. Juni 2019 / 18:28 Uhr

Schock für 1. FC Phönix: HSV-Test abgesagt!

Schock für 1. FC Phönix: HSV-Test abgesagt!

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Schock für den 1. FC Phönix: Testspiel gegen den HSV findet nicht statt.
Schock für den 1. FC Phönix: Testspiel gegen den HSV findet nicht statt. © 1. FC Phönix/HFR
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Stadt Lübeck lässt die Partie wegen Sicherheitsbedenken nicht zu.

Die Vorfreunde beim Oberliga-Aufsteiger 1. FC Phönix Lübeck war riesengroß und die ersten Tickets waren schon verkauft. Doch die Stadt Lübeck hat das geplante Testspiel gegen den Hamburger SV am 26. Juni aus Sicherheitsbedenken abgesagt. Der Zweitligist wurde bereits per E-Mail informiert.

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Am Mittwochmittag haben sich Vereinsvorsitzender Thomas Laudi und Phönix-Trainer Daniel Safadi zu einer Besprechung am Mühlendamm mit den Behörden (Stadt und Polizei), der Firma DG Security (hatte schon die beiden Testspiele des HSV beim NTSV Strand 08 in 2016 und 2017 begleitet) sowie Klaus Schneider, Vorsitzender des Herrenspielausschusses des SHFV-Verbands, getroffen. „Die Stadt hat uns in diesem Gespräch mitgeteilt, dass sie es sich nicht vorstellen kann, das Spiel in der Kürze der Zeit zu realisieren. Das heißt eine Austragung wurde nicht genehmigt“, sagte Safadi zu den LN. „Dass wir darüber nicht glücklich sind, kann man sich wohl vorstellen. Wir sind sogar sehr überrascht beziehungsweise verwundert. Ich war schon nach eineinhalb Minuten des Gespräches geplättet.“

Ein Problem seien fehlende Parkplätze. Auf dem Volksfestplatz stehen zurzeit nur 300 Parkplätze zur Verfügung plus 50 nach Absprache beim benachbarten Klub Lübeck 1876 – zu wenig, sagt die Stadt. Auf den Vorschlag, einen Shuttle-Service einzurichten, wurde nicht eingegangen. Ein anderes Problem stellt die alte Holztribüne im Stadion Flugplatz dar. „Bei einer Begehung wurde festgestellt, dass die Tribüne nicht dem Standard entsprechend würde“, berichtete Safadi. Auf den Vorschlag, dass man diese sperren könnte, wurde ebenfalls nicht eingegangen. Zumal auf der gegenüberliegenden Seite eine mobile Tribüne für 1000 Zuschauer geplant war. In diesem Zusammenhang wurden Bedenken geäußert, wie man den Abfluss der Fans regeln kann. Der Klub hatte mit 3000 Besuchern gerechnet. Dabei hat das Stadion insgesamt sechs Notausgänge.

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Die nächste offene Frage war die Zuschauerkapazität des Stadions. „Hier sollten wir, also der Verein, sagen, wie viele Zuschauer am Flugplatz reinpassen“, meinte Safadi, räumte aber ein: „Diese Frage haben wir an die Stadt zurückgegeben, weil das Stadion ein städtisches Stadion ist und somit die Stadt diese Frage selber beantworten müsste. Doch hierzu gab es leider keine Aussage“, wunderte sich Safadi. Nicht zuletzt wurden Bedenken geäußert, dass ausreichend Ordner gestellt werden können. Dabei saß der Inhaber und Geschäftsführer von der Securityfirma mit am Tisch und gab von seiner Seite grünes Licht. Der SHFV-Verband als auch die Feuerwehr und die Polizei waren übrigens von keinem Sicherheitsspiel an der Travemünder Allee ausgegangen. Als Ausweichort wurde indes das städtische Stadion Buniamshof genannt. Doch der „Buni“ kommt wegen der anstehenden Lübecker Handballtage nicht in Frage. In das Lohmühlen-Stadion von Regionalligist VfB Lübeck auszuweichen, kommt wiederum für die Phönix-Verantwortlichen nicht in Frage. Wäre aber wahrscheinlich auch für die Grün-Weißen keine Option gewesen, weil die Landerl-Elf ja ursprünglich selber Ende Juli gegen den HSV testen wollte.

„Wir wussten, dass noch einige Probleme und viel Arbeit vor uns lagen. Doch dass die Stadt das Spiel absagt, damit haben wir nie und nimmer gerechnet“, sagte Safadi. „Wir haben zwar nicht das Gefühl, dass die Stadt das Spiel überhaupt nicht begleiten wollte. Doch sehen sie sich einfach nicht in der Lage, die offene Punkte in der Kürze der Zeit zu klären. Letztlich ist es schade, dass es die Stadt Lübeck versäumt hat, unser Stadion schon in den vergangenen Jahren zeitgemäß umzubauen.“ Dem 1. FC Phönix kann man keinen Vorwurf machen, weil der Klub erst am vergangenen Dienstag um 21.40 Uhr die finale Bestätigung erhalten hat, dass der HSV zum Testkick kommt. Verständlich, dass die Enttäuschung beim Traditionsklub groß ist. Bereits gekaufte Tickets können selbstverständlich zurückgegeben werden und zwar dort, wo diese gekauft wurden.