10. Mai 2021 / 15:00 Uhr

Schock für Wolfsburgs Steffen: Saison-Aus und EM-Aus!

Schock für Wolfsburgs Steffen: Saison-Aus und EM-Aus!

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fehlt auch bei der EM: Renato Steffen vom VfL Wolfsburg.
Fehlt auch bei der EM: Renato Steffen vom VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
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Renato Steffen wird für den VfL Wolfsburg in dieser Saison nicht mehr spielen können. Aber das war nicht die einzige schlechte Nachricht für den Flügelspieler.

Das ist ein Schock: Renato Steffen wird in dieser Saison nicht mehr für den VfL Wolfsburg spielen können. Dass das so kommen könnte, war nach seiner schweren Bandverletzung im Duell mit 1899 Hoffenheim nicht ganz auszuschließen. Aber damit nicht genug der Hiobsbotschaften: Der Flügelkämpfer muss auch die bevorstehende EM absagen. „Es wird für mich nicht reichen, weil der Fuß reagiert hat“, sagte Steffen im Gespräch mit dem SPORTBUZZER.

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Vor der letzten Europameisterschaft hatte er sich einen Muskelfaserriss zugezogen, jetzt ist es eine langwierige Bandverletzung, die seinen großen Traum platzen lässt. Der verletzte Fuß habe nach der Belastung so stark reagiert, „dass mir die Entscheidung durch die Ärzte abgenommen wurde. Da war klar, dass die Saison und die EM für mich vorbei sind. Mein Fuß braucht in den nächsten Wochen einfach Ruhe“, schildert Steffen, der bei einer der jüngsten Einheiten im Kraftraum merkte, dass es für ihn nicht reichen werde. Steffen: „Ich hatte zwar weiterhin die Hoffnung, dass es vielleicht doch noch geht und ich bei der EM dabei sein kann.“ Aber es kam anders.

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In der vergangenen Woche rief er Vladimir Petkovic, den Coach der schweizerischen Nationalelf, an. „Das war ein gutes, ehrliches Gespräch“, sagt der VfL-Profi. „Er hat mir natürlich gesagt, dass es schade für mich ist, weil ich vor meiner Verletzung gut drauf war. Wir beide haben gewusst, dass es eng werden könnte für mich. Aber ich kann mir nichts vorwerfen: Ich habe alles probiert, um es zu schaffen.“

Von seiner Familie habe er in den vergangenen Tagen und Wochen viel Unterstützung erfahren. „Meine Frau weiß am besten, wie sehr mich das Ganze mitnimmt. Aber wenn wir draußen sind und unseren Sohn spielen sehen, dann sagt man sich: Eigentlich braucht man nichts mehr zum glücklich sein. Deswegen konnte ich alles ganz gut verarbeiten“, so Steffen, der sich jetzt voll und ganz auf seine Genesung konzentrieren will, damit er zum Start der Vorbereitung auf die neue Saison wieder komplett fit ist. Er sagt: „Der VfL geht jetzt vor.“

Eine OP sei weiterhin nicht vonnöten. „Vom Sprunggelenk her ist alles top, der Fuß hat halt einfach nach der Belastung reagiert. Ich mache jetzt die Reha fertig und dann möchte ich ein bisschen Urlaub machen.“ Urlaub, um auf andere Gedanken kommen zu können, nachdem er in den vergangenen Wochen alles getan hatte, um am Saisonende doch noch eingreifen, vor allem aber die EM spielen zu können.

Der Nationalspieler hatte sich die Verletzung Anfang März in einem Zweikampf mit Hoffenheims Ryan Sessegnon zugezogen. Nach kurzer Behandlung ging die Partie in Sinsheim für den 29-jährigen nicht mehr weiter, er musste in der 71. Minute ausgewechselt werden. Nach eingehenden Untersuchungen war klar: Steffen wird längerfristig fehlen. Bitter, zumal er richtig gut unterwegs war. Mit fünf Toren und vier Vorlagen war er damals nach Top-Torjäger Wout Weghorst zweitbester VfL-Scorer. Seine Teamkollegen verfolgte er fortan vorm TV oder von der Tribüne aus. Wer den so ehrgeizigen Steffen kennt, weiß, wie schwer ihm das fällt. Deshalb wird er nicht müde zu betonen: "Ich will so schnell wie möglich wieder auf den Platz zurück.“