15. Oktober 2021 / 17:31 Uhr

"Schock-Situation": Schalke-Keeper Ralf Fährmann über Jagdszenen nach S04-Abstieg

"Schock-Situation": Schalke-Keeper Ralf Fährmann über Jagdszenen nach S04-Abstieg

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Seit 2003 bei Schake 04: Ralf Fährmann
Seit 2003 bei Schake 04: Ralf Fährmann © IMAGO/RHR-Foto (Montage)
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Ralf Fährmann, Torhüter von Schalke 04, kann sich nur noch bedingt an die Gewalt-Szenen nach dem besiegelten Schalke-Abstieg im April erinnern. In der Sky-Sendung "Meine Geschichte - das Leben von ..." spricht Fährmann über S04-Anhänger, den Schock und seine ganz eigene Wahrnehmung der Szenen vom 21. April 2021.

Wenige Stunden nach dem feststehenden Abstieg des FC Schalke 04 in die 2. Bundesliga kam es bei der Rückkehr mit dem Mannschaftsbus in Gelsenkirchen zu unschönen Szenen. Schalke-Anhänger diskutierten, mitunter auch unsachlich, mit Spielern der Knappen, bis einige von ihnen Angst bekamen und flüchteten. Die Fan-Gruppierungen verfolgten diese daraufhin. Diese Szenen seien "nicht Schalke-würdig" wie Fährmann in der Sky-Sendung "Meine Geschichte - das Leben von ..." mit Riccardo Basile (Erstausstrahlung dieser Folge: (21 Uhr/Sky) erklärte.

"Es waren wirklich einfach Szenen, die einem jetzt Gänsehaut verschaffen." Ralf Fährmann präsentierte sich sichtlich emotional, als er mit Riccardo Basile über die Jagdszenen der Schalke-Anhänger nach dem Eintreffen des Mannschaftsbusses auf Schalke sprach. Zunächst habe es nur Diskussionen mit den Fans der Blau-Weißen gegeben, später, als einige die Flucht ergriffen hätten, wären diese verfolgt worden. Auseinandersetzungen nach Niederlagen sind im Fußball nichts Neues. Sich nach einer schlechten Leistung beschämt vor die Kurve der Ultras zu stellen, ist im Profifußball Gang und Gäbe - solange es seitens der Fans beim harmlosen Pöbeln bleibt. Eine Verfolgungsjagd gegen Spieler und Mannschaftsverantwortliche hingegen war ein Novum.

Vier bis fünf Minuten Ausschreitung fühlten sich laut Fährmann in dieser Situation an wie "ein paar Sekunden". Aus der subjektiven Wahrnehmung des 33-Jährigen waren die Szenen des 21. April eine "Schock-Situation". Auch wenn er selbst keine direkte Gewalt erfahren habe, verschafften ihm die Szenen auch heute noch Gänsehaut. "Das sind einfach Sachen, wo man nicht so gern drüber spricht, weil sie einfach [...] nicht Schalke-würdig sind. Weil sie nicht das beschreiben oder das wiedergeben, was den Verein ausmacht", sagte Fährmann.

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Sportlich läuft es für Ralf Fährmann und S04 diese Saison besser. Zwar kann Schalke den Erwartungen, Konstanz und Souveränität zu zeigen, in Liga zwei noch nicht gänzlich gerecht werden, mit 16 Punkten in neun Spielen und Tabellenplatz vier ist man immerhin in direkter Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen. Fährmann allerdings wurde auf dem Platz nach durchwachsenen Leistungen jüngst durch den Österreicher Martin Fraisl ersetzt.