02. Juli 2021 / 13:13 Uhr

Schock: SV Mügeln-Ablaß zieht zurück - SV Spröda rückt nach

Schock: SV Mügeln-Ablaß zieht zurück - SV Spröda rückt nach

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild
Des einen Leid ist des anderen Freud': Spröda nimmt Platz von Mügeln-Ablaß ein. © Imago/Schiffmann
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Das kam überraschend: Der SV Mügeln-Ablaß verzichtet nach einigen Abgängen auf die Nordsachsenliga und muss wegen Fristverletzung vors Sportgericht. Dafür darf der SV Spröda nachrücken, welcher noch vor wenigen Tagen das Aufstiegs-Duell gegen den TSV Rackwitz verloren hatte.

Mügeln. Der Rückzug kam unvermittelt und überraschend für alle Beteiligten. Der SV Mügeln-Ablaß verzichtet freiwillig auf die Nordsachsenliga und spielt künftig in der Kreisliga. Der SV Spröda rückt ins hiesige Oberhaus nach. Das gab der Nordsächsische Fußballverband (NFV) am Freitag bekannt. Wegen einer Fristverletzung stehen Mügeln-Ablaß außerdem sportgerichtliche Konsequenzen ins Haus.

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Wechselfrist wurde zum Verhängnis

„Das kommt davon, wenn direkte Konkurrenten stark um unsere Spieler werben und die Leute dann darauf eingehen“, sagte ein hörbar angefressener SVMA-Präsident Arne Schütze dem SPORTBUZZER. Namen wollte er nicht nennen. „Dazu äußere ich mich lieber nicht.“

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Fakt ist, dass der Mannschaft ganz offensichtlich die Wechselfrist (30. Juni) zum Verhängnis wurde. Das Meldefenster zu den unterschiedlichen Ligen schloss dagegen bereits zwei Wochen zuvor. Da war die personelle Entwicklung in dieser Form offenbar noch nicht abzusehen. Weil die Mügelner erst jetzt zurückzogen, wandert der Fall vor das Sportgericht. Um eine Geld-strafe wird der Verein nicht herumkommen.

Ihre zweite Mannschaft hatten die Mügelner schon vorher aus der Kreisklasse Ost abgemeldet. Einige Spieler aus der Reserve werden nun die „Erste“ unterstützen. Und auch langjährige Leistungsträger wie Torgarant Paul Erdmann, Philipp Fischer, Manuel Becker oder Schütze selbst halten zur Stange. „Wir haben einen angenehmen harten Kern, für den unser Verein eine Herzensangelegenheit ist“, erzählt der Präsident. „Es wird nun mal überall immer weniger. Das spüren auch die anderen Mannschaften.“

Gute Stimmung bei Spröda

Unklar ist, ob Trainer Matthias Streit weitermacht. Man sei in Gesprächen, arbeite an einer zeitnahen Entscheidung. „Wir hoffen natürlich, dass er bleibt. Aber die Abgänge waren auch Arschtritte für ihn“, sagt Arne Schütze. Dennoch lässt sich der Mügelner Rest nicht entmutigen. Einmal pro Woche wird trainiert, seit es die Corona-Bedingungen zulassen. Das soll den Sommer hindurch weitergehen. Auch wenn konkrete Planungen aktuell schwierig bis unmöglich sind.

Bessere Stimmung herrscht dagegen in Spröda, nachdem am vergangenen Sonntag und der Niederlage im Aufstiegsspiel gegen Rackwitz die Köpfe tief hingen. Nun ist der Weg für einen zweiten Aufsteiger in die Nordsachsenliga frei. „Als wir das Aufstiegsspiel angesetzt haben, war das noch nicht absehbar“, so NFV-Spielplaner Volkmar Beier. „Besser wir sind jetzt in dieser Situation als Mitte Juli, wenn die Spielpläne fertig sind.“ Denn dann wären keine Nachrücker mehr möglich.


Nächste Woche beginnt die heiße Phase der Spielplanung für die neue Saison. „Dabei wollen wir auch Ansetzungswünsche der Vereine berücksichtigen“, erklärt Beier. Auch auf der Abteilungsleitersitzung am 8. Juli im Gasthof Doberschütz (18 Uhr) können diese noch geäußert und abgesprochen werden.