22. Mai 2022 / 00:09 Uhr

"Schrecksekunde für uns alle": Medizinischer Notfall überschattet Leipziger DFB-Pokalsieg

"Schrecksekunde für uns alle": Medizinischer Notfall überschattet Leipziger DFB-Pokalsieg

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Pokal-Party von RB Leipzig wurde von einem medizinischen Notfall überschattet.
Die Pokal-Party von RB Leipzig wurde von einem medizinischen Notfall überschattet. © IMAGO/Matthias Koch (Montage)
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RB Leipzig ist erstmals DFB-Pokalsieger. Die Bühne war nach dem Finalsieg im Elfmeterschießen gegen den SC Freiburg für eine rauschende Pokalzeremonie bereitet. Doch es kam anders. Die Siegerehrung wurde wegen eines medizinischen Notfalls verzögert. Die Stimmung war gedämpft.

Der ersten, riesigen Freude der Leipziger Profis und Fans über den Pokaltriumph folgten Minuten der erdrückenden Stille. Kurz nach dem DFB-Pokal-Finale im ausverkauften Berliner Olympiastadion musste ein Mann nahe der Fotografentribüne reanimiert werden. Die Spieler des SC Freiburg und von RB Leipzig saßen und standen ruhig auf dem Rasen. Erst nach etwa 20 Minuten folgte die vorsichtige Entwarnung durch den Stadionsprecher, der Patient sei "stabil". Ein Krankenwagen brachte ihn unter Applaus der Zuschauer aus dem Stadion. Nach Angaben der Berliner Feuerwehr wurde die Person erfolgreich reanimiert. Der Mann hatte demnach wieder Puls und Atmung und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

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Erst dann wurde wieder gefeiert. Freudestrahlend riss RB-Kapitän Péter Gulácsi den goldenen Pokal in den Berliner Nachthimmel. Der Weg dahin war hart: RB hatte nach 0:1-Rückstand und in Unterzahl erst im Elfmeterschießen mit 4:2 (1:1, 1:1, 0:1) gegen die Breisgauer gewonnen, deren Titeltraum jäh platzte. Freiburg-Trainer Christian Streich konnte den Vorfall nach dem Schlusspfiff nicht verdrängen, erklärte, dass er sich auch selbst "immer wieder dran erinnern" müsse, dass es "nur Fußball" sei, wenn die "Emotion hochkocht".

Gänzlich wollte sich die Freude über den Triumph auch bei den historischen Siegern aus Sachsen nicht einstellen. Die Stimmung war zumindest leicht getrübt. "Wie ich gehört habe, ist der Mann auf dem Weg der Besserung und in einem stabilen Zustand. Es war eine Schrecksekunde für uns alle", gab Leipzig-Verteidiger Lukas Klostermann zu und schob hinterher: "Umso mehr freut es mich, dass es nochmal gut ausgegangen ist."

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Dennoch: Ein wenig Party-Atmosphäre ließen die Leipziger anklingen. "Einfach geil", nannte Klostermann den ersten Titel der Vereinsgeschichte und erklärte, man habe sich "für eine geile Saison belohnt". Auch Emil Forsberg hob die kämpferische Glanzleistung der RB-Profis, die seit der Roten Karte gegen Marcel Halstenberg in der 58. Minute in Unterzahl auskommen und einen Rückstand aufholen mussten, hervor. "So zurückzukommen, ist einfach Wahnsinn, das zeigt Leidenschaft und Mentalität. Ich bin glücklich." Klubchef Oliver Mintzlaff äußerte: "Dass es am Ende so geklappt hat, ist unfassbar. Das braucht sicherlich ein bisschen. Unsere Welt dreht sich ja so schnell." Er werde sich "die Zeit nehmen, diesen Erfolg zu genießen".