20. April 2019 / 08:00 Uhr

Von Schröder bis Theis: Alle deutschen Basketballer in den NBA Playoffs kommen aus Niedersachsen

Von Schröder bis Theis: Alle deutschen Basketballer in den NBA Playoffs kommen aus Niedersachsen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dennis Schröder, Daniel Theis und Isaiah Hartenstein
 stammen allesamt aus Niedersachsen und sind Profis in der NBA.
Dennis Schröder, Daniel Theis und Isaiah Hartenstein stammen allesamt aus Niedersachsen und sind Profis in der NBA. © imago images / ZUMA Press-Montage
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Basketball-Talenthochburg Niedersachsen: Die verbliebenen Deutschen in den NBA-Play-offs haben eine Gemeinsamkeit - und zwar das Bundesland.

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Sie arbeiten fernab ihrer Heimat – und sie sind die verbliebenen Deutschen in den Play-offs der nordamerikanischen Basketball-Profi-Liga NBA. Dennis Schröder steht bei den Oklahoma City Thunder unter Vertrag, Daniel Theis bei den Boston Celtics und Isaiah Hartenstein bei den Houston Rockets. Alle drei haben eines gemeinsam: Sie kommen aus Niedersachsen. Schröder ist Braunschweiger, Theis aus Salzgitter und Hartenstein machte seine ersten Begegnungen mit dem Basketball beim TSV Quakenbrück. „Niedersachsen ist anscheinend eine Talenthochburg”, sagt Chris Fleming.

Der ist Wahlniedersachse – und der vierte Vertreter in den Play-offs. Der ehemalige Bundestrainer arbeitet als Assistenztrainer bei den Brooklyn Nets, ist zwar US-Amerikaner, hat aber ab 1994 bei den Artland Dragons gespielt, sie trainiert, in die Bundesliga sowie 2008 zum Pokalsieg geführt. Ehefrau Anne kommt aus Quakenbrück. Dort hat die Familie, zu der auch die drei Kindern gehören, ein Haus.

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Dennis Schröder: Sein Stern ging auf einem Freiplatz in Braunschweig auf

Vor einem Jahr schauten alle vier noch zu, als in der besten Basketballliga der Welt der Meister ermittelt wurde. Schröder, dessen Talent einst auf einem Freiplatz im Braunschweiger Prinzenpark entdeckt wurde, spielte für die Atlanta Hawks und hatte die Play-offs ebenso verpasst wie Fleming. Hartenstein reifte im Farmteam der Houston Rockets und Theis kurierte einen Meniskusriss aus. Doch nun ist das Quartett mittendrin.

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Es sei "alles möglich", meinte Schröder. Denn Oklahoma hat mit Russell Westbrook und Paul George Superstars in den Reihen. "Wenn wir richtig spielen und das machen, was wir können, dann können wir es weit schaffen", sagt Schröder. Allerdings verlief der K.-o.-Rundenauftakt gegen die Portland Trail Blazers nicht wie erwartet. Nach drei Partien liegt Oklahoma zurück.

Die Aussichten der deutschen NBA-Stars auf den Titel

Um sportlich nach vorne zu kommen, ist Schröder vergangenen Sommer einen Schritt nach hinten gegangen. In Atlanta war er die Nummer eins auf der Spielmacherposition. Allerdings spielte er bei einem Verein, der keine Chancen auf die Play-offs besaß. In Oklahoma hat Schröder seinen Job als Point Guard an Westbrook verloren – und ist dennoch glücklicher. Der Braunschweiger kommt zwar von der Bank ins Spiel, kann dafür endlich wieder in der wichtigsten Phase der Saison spielen. Die Heimat behält der 25-Jährige dabei immer im Blick. Seinen Heimatverein Löwen Braunschweig unterstützt er inzwischen auch als Gesellschafter.

Noch größere Titelchancen als Schröder wurden vor der Saison seinem Kumpel Daniel Theis mit Boston eingeräumt. Die Celtics hatten im Vorjahr die Endspiele nur um einen Sieg verpasst. Was ist dieses Jahr drin? „Wir haben ein Team, das um die Meisterschaft mitspielen kann, klar. Aber die NBA ist in der Breite zu stark, um zu denken, dass die Eastern Conference uns gehört”, warnte Theis im Oktober.

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Sechs Monate später zeigt sich, dass er recht behalten sollte. Boston spielte in der Vorrunde nie konstant. Die Play-off-Auftakthürde Indiana Pacers scheint zwar machbar zu sein, doch in der zweiten Runde droht mit den Milwaukee Bucks das punktbeste Team der Saison. Theis, der von 2009 bis 2012 mit Schröder für die New Yorker Phantoms Braunschweig spielte, ist auf der Centerposition die Nummer drei, bekommt dennoch Einsatzzeit. Vor allem, wenn Boston etwas schläfrig wirkt und Energie braucht, ist auf den Niedersachsen Verlass.

Hartenstein machte seine ersten Gehversuche in Quakenbrück

Für Hartenstein, der zuletzt das Farmteam der Rockets zum Meistertitel in der unterklassigen G-League geführt hatte, ist jede NBA-Minute Bonus. Allerdings könnte der 20 Jahre junge Liganeuling viel Zeit zum Lernen bekommen. Houston gilt als Team, das Meister Golden State gefährlich werden kann. Und beim Sieg im zweiten Spiel der Serie gegen die Utah Jazz durfte auch Hartenstein, dessen Vater Florian einst als Profi nach Quakenbrück zu den Artland Dragons wechselte, erstmals mitspielen. Er erzielte sogar seine ersten Play-off-Punkte.

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Die schwierigste Aufgabe hat Fleming mit Brooklyn. Der New Yorker Stadtteilklub liegt gegen die Philadelphia 76ers 1:2 hinten. Wer viermal verliert, scheidet aus. Fleming sieht die Saison dennoch als Erfolg. Denn Brooklyn steht erstmals seit 2015 in den Play-offs. Der bislang letzte Deutsche im Finale war übrigens 2011 Dirk Nowitzki, der mit den Dallas Mavericks Meister wurde. Ob sein Nachfolger aus Niedersachsen kommt?