18. Januar 2021 / 21:33 Uhr

Schulsport zwischen Ludwigsfelde, Luckenwalde und Jüterbog: „Es passiert etwas“

Schulsport zwischen Ludwigsfelde, Luckenwalde und Jüterbog: „Es passiert etwas“

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
„Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ - Wettbewerb im Kreis TF.
Sportfeste und Schuilsport-Wettbewerbe erfreuten sich vor der Corona-Pandemie im Kreis Teltow-Fläming großer Beliebtheit. © Privat (Archiv)
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Der Schulsportberater des Kreises Teltow-Fläming, Bernd Hofmann, zur Zukunft von „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ zwischen Ahrensdorf und Zellendorf.

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Ein Zeichen setzen, das will Schulsportberater Bernd Hofmann. Er ist zuversichtlich, dass es spätestens im neuen Schuljahr an den unterschiedlichen Bildungseinrichtungen der Region wieder mehr Veranstaltungen im Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ geben wird. Derzeit sind sämtliche Schulsport-Wettkämpfe im Land Brandenburg ausgesetzt.

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Im Interview spricht Hofmann darüber, wie die Pandemie dem außerunterrichtlichen Sport an den Schulen ausgebremst hat, über Hoffnungen und Enttäuschungen sowie darüber, welche Wettkämpfe in diesem Schuljahr durchgeführt werden.

Herr Hofmann, wie steht es aktuell um den Schulsport in der Region?

Bernd Hofmann: Es passiert etwas. So beispielsweise gibt es nach den Monaten des Stillstands die Möglichkeit, sich für den dezentralen Wettkampf der Schulämter Neuruppin, Brandenburg, Frankfurt (Oder) und Cottbus anzumelden. Der soll nach Lage der Dinge Anfang Juni stattfinden. Es gab meines Wissens auch schon die ersten Anfragen dafür. Zwar gibt es noch sehr viele Unbekannte bis dahin, aber die Planungen für den dezentralen Wettkampf laufen.


Die Corona-Pandemie setzt dem Schulsport seit Monaten zu. Wann gab es im Kreis Teltow-Fläming eigentlich den letzten Wettkampf für Schülerinnen und Schüler im Bundeswettbewerb „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“?

Das ist mittlerweile fast ein Jahr her. Am 12. März 2020 fand der letzte Paralympics-Wettkampf von Schülerinnen und Schülern in der Luckenwalder Fläming-Therme statt. Ich weiß noch, es war ein Donnerstag. Danach wurde mitgeteilt, dass ab dem 16. März keine Schulsport-Veranstaltungen mehr ausgetragen werden dürfen. Dies wurde mehrfach verlängert und gilt bis zum heutigen Tag.

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Wie ging es nach dem verordneten Aus der Wettbewerbe im Schulsport weiter?

Es fanden mehrere Dienstberatungen überwiegend als Telefonkonferenzen statt. Immer wieder gab es dabei Hoffnungen auf einen Wiederbeginn. Doch die erfüllten sich bisher nicht. Letztmals hat es im Dezember eine Telefonkonferenz zwischen den Schulsportberatern und dem Schulsportreferenten gegeben. Da hatten wir noch die Absicht und die Hoffnung, in diesem Frühjahr zumindest wieder in verschiedenen Freiluft-Sportarten mit Wettbewerben beginnen zu können. Das hatte ich schon zu Beginn des Schuljahres gedacht. Wir können doch draußen Fußball spielen – so meine Gedanken im August und im September. Aber die Verantwortung wollte verständlicherweise niemand übernehmen. Alle Wettkämpfe für Schulsportler wurden weiterhin abgesagt.

Diese Entscheidung hat doch bestimmt bei einigen Schulsportlern zu großer Enttäuschung geführt?

Natürlich, bitter war die komplette Wettkampfabsage für unsere Jungs vom Jüterboger Goethe-Schiller-Gymnasium. Sie hatten noch im Januar des letzten Jahres das Volleyball-Regionalfinale gegen den großen Favoriten im Land vom Saldern-Gymnasium Brandenburg an der Havel gewonnen. Damit hatten sie selbst nicht gerechnet. Der großen Freude folgte jedoch bittere Enttäuschung. Das Landesfinale sollte am 26. März stattfinden, dazu kam es nicht mehr. Ich denke, die Jüterboger wären dabei nicht chancenlos gewesen. Sie hatten wirklich sehr gute Aussichten, 2020 Landessieger zu werden.

Fanden wenigstens Sportfeste oder andere Veranstaltungen statt?

Während die Schulsport-Wettbewerbe in allen Wettkampfklassen von der Abiturstufe bis hinunter zur 1. und 2. Klassen in den zurückliegenden Monaten abgesagt wurden, gab es eine einzige Veranstaltung. Es war ein Aktionstag am 30. September. Die Deutsche Schulsportstiftung (DSSS, Anm. d. Red.)) hatte als Träger des Bundeswettbewerbs „Jugend trainiert“ dazu aufgerufen. Alle Schulen, die sich daran beteiligten, wurde eine finanzielle Förderung in Aussicht gestellt. Aus unserem Landkreis beteiligten sich die Grundschule Werbig, die Lindengrundschule aus Jüterbog und die Wilhelm-Busch-Grundschule aus Blankenfelde. Sie haben sich angemeldet, ihre Resultate eingereicht und alle anstandslos die Förderung von 300 Euro erhalten.

Welche Disziplinen standen am Aktionstag auf dem Programm?

Die Busch-Grundschule Blankenfelde veranstaltete zum Beispiel einen Staffellauf. Der wurde unter Coronabedingungen, also sprich unter Einhaltung der Hygieneregeln, durchgeführt. Der Staffellauf fand zudem nicht nur am 30. September statt. Er ging insgesamt über drei Tage. Die einzelnen Jahrgangsstufen sind separat gelaufen. An Schulen ist es ja bis dato erlaubt, dass alle Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs zusammen einen Wettkampf bestreiten können. Die meisten Gedanken am Aktionstag hatten sich die Werbiger gemacht. Sie führten an acht Stationen verschiedene Staffelspiele durch. In der Lindenschule stand ein Slalom-Laufwettbewerb auf dem Programm. Alle Jahrgangsstufen beteiligten sich daran.

Gibt es Ideen, um in Pandemiezeiten Mädchen und Jungen für den Schulsport zu begeistern?

Natürlich, man hat sich dazu Gedanken gemacht. Es gibt jetzt in den einzelnen Schulämtern die bereits erwähnten sogenannten dezentralen Wettkämpfe. Dafür können sich die Schulen aktuell anmelden. Ich habe übrigens erst vor ein paar Tagen eine Kalkulation dafür mit dem Schulleiter des Goethe-Schiller-Gymnasiums erarbeitet. In der Regel wird es um den 1. Juni herum, Leichtathletik-Sportfeste an den Schulen geben. Das hat ja bereits vielerorts Tradition. Die Grundschule Glienick hat bereits Interesse angemeldet. Aus dem Förderschulbereich ist eine Anfrage der Comenius-Schule Potsdam eingegangen. Ich bin fest davon überzeugt, dass das Angebot gut angenommen wird. Bis zum 15. Februar haben alle 40 Schulen aus meinem Bereich die Gelegenheit, sich bei mir mit ihren Kalkulationsunterlagen, die auf der Homepage bildungsserver.berlin-brandenburg.de heruntergeladen werden können, dafür anzumelden.

Bundesweit 800 000 Teilnehmer jährlich

Im Jahr 1969 wurde „Jugend trainiert“ ins Leben gerufen und ist mit jährlich 800 000 Teilnehmern der weltweit größte sportliche Wettbewerb an Schulen. Seit 2012 gehört auch paralympischer Sport zum Programm. In 19 olympischen sowie sieben paralympischen Sportarten werden die Wettkämpfe in einem aufsteigenden Wettkampfsystem vom Stadt- beziehungsweise Kreisfinale bis zu den Landes- und Bundesfinalveranstaltungen geführt.

Bernd Hofmann, Fachberater für Inklusionssport und Schulsportberater im Kreis Teltow-Fläming.
Bernd Hofmann, Fachberater für Inklusionssport und Schulsportberater im Kreis Teltow-Fläming © Privat

Sportlich talentierte Mädchen und Jungen von acht bis 19 Jahren sind dabei für ihre Schulmannschaften startberechtigt. Brandenburg zählt seit Jahren zu den zahlenmäßig stärksten und erfolgreichsten Ländern. Informationen rund um den Schulsport im Landkreis Teltow-Fläming sind im Internet auf der Homepage www.bildungsserver. berlin-brandenburg.de verfügbar. Geplant sind im Schuljahr 2021/22 neben Sportfesten auch Wettbewerbe im Badminton, Basketball, Beachvolleyball, Floorball, Fußball, Handball, Leichtathletik, Tischtennis, Volleyball und Zweifelderball.

 Ansprechpartner ist Bernd Hofmann vom Goethe-Schiller-Gymnasium Jüterbog, Telefon: 0174/8375751.