30. Mai 2021 / 18:36 Uhr

Schult-Rot und Pajor-Tor: Zehn Wolfsburgerinnen holen den Pokal!

Schult-Rot und Pajor-Tor: Zehn Wolfsburgerinnen holen den Pokal!

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Umkämpftes Spiel: Am Ende siegte der VfL mit 1:0.
Umkämpftes Spiel: Am Ende siegte der VfL mit 1:0. © Marcel Kusch/dpa
Anzeige

Keine Tore in 90 Minuten, Dramatik in der Verlängerung: Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben zum siebten Mal in Folge den DFB-Pokal gewonnen! Ewa Pajor traf, als der Titelverteidiger in Unterzahl war.

Es war alles drin, in diesem Pokalfinale - Alu-Treffer, Verletzungen, eine Rote Karte. Nur Tore wollten ganz lange nicht fallen - bis kurz vor Ende der Verlängerung. Im Endspiel um den DFB-Pokal besiegten die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg Eintracht Frankfurt mit 1:0 n. V., Ewa Pajor schoss das Siegtor. Wolfsburgs Torfrau Almuth Schult hatte zuvor in der Verlängerung Rot gesehen.

Anzeige

Im Vergleich zum 3:2-Erfolg im letzten Liga-Duell hatte Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch nur eine Änderung in der Startelf vorgenommen: Offensivspielerin Rebecka Blomqvist rückte für Defensiv-Allrounderin Lena Goeßling in die erste Elf, die damit offensiver ausgerichtet war als noch im Spiel vor einer Woche.

Beide Mannschaften begannen energisch, doch die Wolfsburgerinnen hatten dann mehr Zug zum gegnerischen Tor. Begleitet wurden die Niedersächsinnen von großem Jubel auf der Tribüne. Dort versammelten sich unter anderem die Langzeitverletzten Alexandra Popp, Pauline Bremer, Katarzyna Kiedrzynek, Kathrin Hendrich und die nicht für den Kader nominierten Julia Kassen, Lotta Cordes, Sofie Svava und Lisanne Gräwe. Mit Pfannen und Töpfen wurde für ordentlich Stimmung im leeren Rhein-Energie-Stadion in Köln gesorgt.

Der VfL Wolfsburg im Finale gegen Frankfurt - Die Bilder

Lara Prasnikar und Torfrau Merle Frohms  wehren gemeinsam ab. Zur Galerie
Lara Prasnikar und Torfrau Merle Frohms  wehren gemeinsam ab. ©

Der VfL blieb am Drücker, biss sich an disziplinierten und kämpferisch starken Frankfurterinnen aber die Zähne aus. Die Eintracht machte die Räume eng und scheute keinen Zweikampf. Der VfL konnte aber vor allem in schnellen Umschaltmomenten mit seinen schnellen Offensivspielerinnen glänzen, in der 13. Minute traf Fridolina Rolfö das Außennetz. Frankfurt verlor bereits im ersten Durchgang Spielführerin Tanja Pawollek, die nach einem Zweikampf mit Lena Oberdorf im Rasen hängenblieb und unter Tränen den Platz verließ.

Wedemeyer muss verletzt raus

Nach Wiederanpfiff traf es den VfL: Verteidigerin Joelle Wedemeyer krachte mit Barbara Dunst zusammen und verdrehte sich unglücklich das Knie. Nach langer Behandlung wurde klar: Es geht nicht weiter. Für sie kam Anna Blässe ins Spiel, die mit ihrer ersten Flanke direkt eine Ecke herausholte - Oberdorfs Kopfball wurde glücklich vor der Linie gerettet.

Doch dann ging es im Gegenzug auch mal ganz schnell! Nach langem Ball rückte Wolfsburgs Abwehrreihe nicht rechtzeitig auf, SGE-Offensivspielerin Lara Prasnikar rannte frei aufs VfL-Tor zu, bediente die mitlaufende Alexandra Johansdottir, doch ihren Schuss lenkte Torfrau Almuth Schult mit starker Reaktion drüber.


Zum Ende hin wurde auch der VfL nervös. Doorsoun brachte einen Rückpass zu scharf auf Schult, die noch versuchte den Ball ins Feld zu grätschen. Die Ecke führte kurz zu Chaos im Wolfsburger Strafraum, Blässe sorgte mit einem Befreiungsschuss für Ruhe. In der Nachspielzeit hielt Rolfö über links einfach mal aufs Tor, Frohms lenkte den Ball an den eigenen Pfosten. Danach ging es in die Verlängerung.

Schult mit Rot in der Verlängerung

Die Verlängerung begann für die Wolfsburgerinnen denkbar schlecht - Schult räumte in der 96. Minute die anstürmende Prasnikar ab und sah dafür Notbremsen-Rot. Eine korrekte Entscheidung, die den VfL sichtlich schockierte. Friederike Abt, die den VfL im Sommer verlassen wird und letztes Jahr im Elfmeterschießen zwei Schüsse parierte, stand das erste Mal seit Dezember letzten Jahres wieder für die Profi-Mannschaft zwischen den Pfosten. Für sie musst Rolfö das Feld verlassen.

In Unterzahl wurde auch der VfL mehr zum Verteidigen gezwungen, denn die Frankfurterinnen agierten mutiger. Beide Teams konnten Nadelstiche setzen - Pajor sorgte aber für den Knockout! Drei Minuten waren noch zu spielen, als Pia-Sophie Wolter und Svenja Huth das Spiel ganz schnell machten. Die Kugel landete bei Pajor, die mit einem Flachschuss Frohms überwand und die 1:0-Führung erzielte - das Siegtor.

VfL: Schult - Wedemeyer (50. Blässe), Doorsoun, Janssen, Rauch - Engen, Oberdorf - Blomqvist (65. Wolter), Huth, Rolfö (96. Abt) - Pajor (120. Jakabfi).

SGE: Frohms - Santos, Kleinherne, Störzel (94. Kirchberger), Küver (91. Hechler) - Pawollek (40. Johansdottir), Nüsken - Feiersinger, Freigang, Dunst (106. Martinez) - Prasnikar.

Tor: 1:0 (120.) Pajor.

Rote Karte: Schult (96.).

Schiedsrichterin: Derlin (Bad Schwartau).