13. Januar 2021 / 11:03 Uhr

Schuster gegen Rösler: Wiedersehen in Aue wird zum „heißen Kampf“

Schuster gegen Rösler: Wiedersehen in Aue wird zum „heißen Kampf“

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Aues Trainer Dirk Schuster und Coach Uwe Rösler von Fortuna Düsseldorf treffen am 16.01.2021 wieder aufeinander.
Aues Trainer Dirk Schuster und Coach Uwe Rösler von Fortuna Düsseldorf kennen sich noch von früher. Am 16.01.2021 treffen beide wieder aufeinander. © Karina Hessland/Getty Images/Sascha Steinbach/Pool via Getty Images
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Als Spieler liefen Dirk Schuster und Uwe Rösler Ende der 1980er Jahre gemeinsam für den 1. FC Magdeburg und die Nationalmannschaft der DDR auf. Der Verteidiger und der Stürmer verstanden sich auch außerhalb des Platzes prächtig. Nach dem Mauerfall brach der Kontakt ab.

Aue/Düsseldorf. Viel Zeit, um sich über alte Zeiten und die Gegenwart zu unterhalten, werden Uwe Rösler und Dirk Schuster am Spieltag wohl nicht haben. „Ich freue mich sehr darauf, Dirk jetzt wiederzusehen und mit ihm ein wenig zu quatschen. Wir werden garantiert unsere aktuellen Telefonnummern austauschen“, sagt Rösler vor dem Wiedersehen am Samstag (13.00 Uhr/Sky) beim Zweitliga-Duell zwischen Erzgebirge Aue und Fortuna Düsseldorf.

Der 52 Jahre alte Trainer der Düsseldorfer lässt durchblicken, dass es durchaus viel zu erzählen gibt: „Früher, als wir in Magdeburg zusammengespielt haben, waren wir eng befreundet. Dirk hat mir unheimlich geholfen, als ich als junger Spieler zum FCM gewechselt bin. Wir haben auch abseits des Platzes sehr viel gemeinsam unternommen.“ Schuster kann das mit einem Augenzwinkern bestätigen: „Es gab viele schöne Erlebnisse. Uwe war ehrlich, direkt und man konnte mit ihm richtig viel Blödsinn machen.“

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Der damalige FCM-Trainer Joachim Streich hatte das Duo nach Magdeburg geholt. Schuster kam aus Zwickau, Rösler von der BSG Chemie Leipzig. „Ich habe mich mit ihm in einer Mannschaft immer sehr wohl gefühlt und hätte ihn nur sehr ungern als Gegenspieler gehabt. Er war ein sehr unangenehmer Zweikämpfer“, meint Rösler rückblickend über Schuster. „Schnörkellos“ und „geradeaus“ sei der heutige Trainer des FC Erzgebirge schon damals gewesen: „Dirk hat mir auf dem Platz oft den Rücken freigehalten und den gegnerischen Verteidigern gesagt: "Lasst unsere Stürmer in Ruhe, sonst gibt’s was auf die Socken".“

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Getrennte Wege

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands gingen die Freunde getrennte Wege. „Eigentlich schade, dass der Kontakt etwas verloren ging“, betont Schuster. Der damalige Abwehrspieler fand über Eintracht Braunschweig den Weg zum Karlsruher SC. Beim KSC erlebte Schuster seine erfolgreichste Zeit als Spieler. Unter anderem war er am Wunder vom Wildpark beteiligt, als der KSC 1993 den FC Valencia mit 7:0 im Europapokal schlug.

Der gebürtige Altenburger Rösler wechselte zunächst zu Dynamo Dresden und später zu Manchester City. An der Maine Road erlangte der Mittelstürmer nicht nur wegen seines Spielstils bei den Fans Heldenstatus. „So etwas muss man sich hart erarbeiten. Wenn man in einem fremden Land einen eigenen Fangesang gewidmet bekommt und so ein geschätzter Mensch ist, muss man schon sehr viel richtig gemacht haben“, meint Schuster.

Viel Respekt

Den Werdegang des anderen haben beide dennoch weiterhin verfolgt. In ihrer Funktion als Trainer arbeiten Schuster und Rösler bis heute sehr erfolgreich. „Was Dirk vor allem mit Darmstadt 98 geschafft hat, war sensationell. Davor habe ich größten Respekt“, sagt Rösler zum Durchmarch der Hessen von der 3. Liga in die 1. Bundesliga unter Schuster: „Auch in Aue leistet er fantastische Arbeit.“


Rösler, der nach verschiedenen Engagements in Norwegen, England und Schweden seit Januar 2020 auf der Trainerbank in Düsseldorf sitzt, mischt mit Fortuna nach Startschwierigkeiten zu Saisonbeginn inzwischen im oberen Tabellendrittel der 2. Bundesliga mit. „Die Düsseldorfer können im Kampf um die drei ersten Plätze noch ein gewichtiges Wort mitreden. Wir müssen am Samstag sehr viel richtig machen, um punktemäßig etwas hier zu behalten“, erklärt Schuster.

Auch Rösler erwartet beim Wiedersehen mit seinem alten Kumpel einen „heißen Kampf“. Aber vorher verteilt er noch ein weiteres Kompliment an Schuster: „Aue hat nicht umsonst schon so viele Punkte auf dem Konto, ist unheimlich heimstark und hat eine sehr gute Mentalität, die der Trainer vorlebt. Das sieht man ganz eindeutig. Wir werden uns im Zweikampf beweisen müssen, um dort erfolgreich zu sein.“

Sebastian Wutzler, dpa