26. November 2021 / 10:03 Uhr

Schusterstädter Aufstiegshelden: SV Groitzsch feiert besonderes Jubiläum

Schusterstädter Aufstiegshelden: SV Groitzsch feiert besonderes Jubiläum

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach dem Sieg gegen Chemie Zwenkau und dem damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksliga der DDR entstand dieses Mannschaftsfoto. Stehend: Rockstroh, Angermann, Hartmann, Blank, Dietze, Wagner, Bernstein, Schneider, Schweska (v.l.) Hockend: Bösecke, Kaiser, Geißler, Franz, Sprewitz, Reichenbach (v.l.). 
Nach dem Sieg gegen Chemie Zwenkau und dem damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksliga der DDR entstand dieses Mannschaftsfoto. Stehend: Rockstroh, Angermann, Hartmann, Blank, Dietze, Wagner, Bernstein, Schneider, Schweska (v.l.) Hockend: Bösecke, Kaiser, Geißler, Franz, Sprewitz, Reichenbach (v.l.).  © Olaf Becher
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50 Jahre nach ihrem größten Coup, trafen sich die ehemaligen Fußballer des SV Groitzsch in geselliger Runde. Dabei fielen Spitznamen wie „Faden“, „Zwunsch“, „Rocker“, Kuhle“ oder „Fopper“ und es wurde fleißig in Erinnerungen geschwelgt.

Groitzsch. Die Fußballabteilung des SV Groitzsch 1861 hat kürzlich ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert. Vor nunmehr 50 Jahren gelang dem Team um Trainer Manfred Schweska der legendäre Aufstieg in die Bezirksliga, der damals dritthöchsten Spielklasse der DDR.

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Spiel gegen Zwenkau bleibt unvergessen

Es sollte kein kurzes Gastspiel in der Leipziger Staffel werden. Ganze vier Jahre konnte sich die Elf in der Liga halten. Aus diesem Anlass lud die Vereinsführung ehemalige Spieler und Funktionäre der einstigen Mannschaft zu einem gemütlichen Abend in das Groitzscher Sportlerheim ein. Der Vereinsvorsitzende Kai Ludwig und Sektionsleiter Enrico Rockstroh freuten sich über die positive Resonanz.

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Unter den 21 Anwesenden waren auch einige längst verzogene Kicker, die für das Treffen unter anderem den Weg aus Kitzscher, Eilenburg oder Berga/Elster zurück in die Schusterstadt fanden. Bei einem deftigen Abendbrot und dem einen oder anderen Getränk wurden intensiv Erinnerungen und Anekdoten über die alten Zeiten ausgetauscht und natürlich an die inzwischen verstorbenen Sportskameraden gedacht. Auch Spitznamen wie „Faden“, „Zwunsch“, „Rocker“, Kuhle“ oder „Fopper“ machten die Runde.

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Das wohl größte sportliche Ereignis dieser Zeit hatte keiner vergessen, das Spiel gegen den Rivalen Chemie Zwenkau. Es war der vorletzte Spieltag in der Bezirksklassesaison 1970/71. Über 2200 Zuschauer wollten das Duell der Nachbarstädte nicht verpassen. Entsprechend ausgelassen zeigte sich die Stimmung auf dem Sportplatz an der Schletterstraße. Nach einem 0:2-Rückstand konnten die Spieler der damaligen BSG Fortschritt Groitzsch mit großem Kampf die Partie noch mit 3:2 für sich entscheiden und somit vorzeitig den Aufstieg in die Bezirksliga klar machen.

"Anspruch war enorm"

Gerd Schneider (2) und Wolfgang Dietze schossen die Tore für die Schusterstädter. Der Jubel kannte keine Grenzen. „Es war richtiges Aprilwetter mit Regen, Graupel und Wind. Aber wir haben wie in jedem Spiel alles gegeben. Das Team hat zusammengehalten, gekämpft und 100 Prozent Leistung gebracht. Das anschließende Siegerfoto sagt da wohl alles aus“, sind sich Siegfried Wagner und Rainer Reichenbach einig.

Großen Anteil am Erfolg hatte neben dem ganzen Betreuerteam aber auch Trainer Manfred Schweska, der den Weg seiner Elf bereits von der Kreisklasse aus ebnete. „Wir hatten uns damals den Aufstieg als Ziel gestellt“, erinnert sich der heute 81-jährige ehemalige Sportlehrer. „Dafür mussten wir in der Vorbereitung dreimal die Woche trainieren, in der Saison dann noch zweimal. Außerdem bestritten wir viele Testspiele gegen höherklassige Teams. Alle haben mitgezogen. Nur so war das Ziel zu schaffen.“ Immerhin konnte sich die Mannschaft dann vier Spielzeiten in der Bezirksliga halten und gegen spätere Meister wie Lok Leipzig II, Aktivist Espenhain oder Rotation Leipzig spielen.

„Diese Mannschaften waren damals schon so etwas wie Halbprofis. Wir haben dagegen den ganzen Tag gearbeitet und danach noch trainiert und gespielt. Der Anspruch war da schon enorm“, so Reichenbach. Keiner der Anwesenden mochte jedoch diese Zeit missen, denn man hatte nicht nur gut gespielt, sondern auch gut gefeiert. Wenn die Stimmung dann ausgelassen war, erklang oft der Gesang „Wenn die Wellen schlagen am Schwennigken-Strand“ in der Kabine. Eine kleine Fotocollage mit historischen Bildern und einem aktuellen Gruppenbild soll nun die Erinnerung an dieses Jubiläum bei allen ehemaligen Mitstreitern wach halten.

Olaf Becher