09. November 2019 / 17:22 Uhr

Schützenfest auf der Zielgeraden: RB Leipzig schießt Hertha BSC 4:2 ab

Schützenfest auf der Zielgeraden: RB Leipzig schießt Hertha BSC 4:2 ab

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
09.11.2019, Berlin: Fußball: Bundesliga, Hertha BSC - RB Leipzig, 11. Spieltag im Olympiastadion. Leipzigs Timo Werner jubelt nach seinem per Elfmeter erzielten Ausgleichstreffer zum 1:1.. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++
Timo Werner bejubelt seinen Treffer zum 1:1. © dpa
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RB Leipzig hat sich in einem hart umkämpften Duell bei Hertha BSC den vierten Pflichtspiel-Sieg in Folge gesichert. Beim 4:2-Erfolg in der Hauptstadt waren die Roten Bullen zwar über weite Strecken überlegen, mussten aber bis Kurz vor Schluss um den Dreier zittern.

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Berlin. RB Leipzig hat sich mit einem 4:2 (2:1)-Erfolg im Auswärtsspiel gegen Hertha BSC in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga festgesetzt. Die Roten behielten nach der glücklichen Führung der Berliner die Ruhe und sicherten sich durch zwei Tore von Timo Werner sowie Marcel Sabitzer und Kevin Kampl den vierten Plfichtspiel-Sieg in Folge. Für Berlin trafen Maximilian Mittelstädt und Davie Selke.

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Hertha BSC - RB Leipzig (2:4) Zur Galerie
Hertha BSC - RB Leipzig (2:4) ©
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Julian Nagelsmann schickt eine Elf ins Rennen, die gänzlich ohne Neuzugänge auskommt. Im Vergleich zum 2:0 gegen St. Petersburg gibt es zwei Veränderungen: Marcel Halstenberg steht wegen eines Muskelfaserrisses nicht zur Verfügung. Dafür rückt Routinier Stefan Ilsanker in den Kader und kommt so zu seinem ersten Bundesligaeinsatz in dieser Saison. Außerdem ersetzt Topstürmer Timo Werner Christopher Nkunku.

Leipzig mit viel Ballbesitz

RB übernimmt von Beginn an die Initiative gegen eine tiefstehende Berliner Mannschaft. Die erste Chance für die Roten Bullen resultiert aus einer Ecke von Emil Forsberg. Im Strafraum läuft Yussuf Poulsen seinem Gegenspieler davon und kommt zum Abschluss. Doch Rune Jarstein ist auf dem Posten.

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(1) Peter Gulacsi: Muss früh gegen Darida retten, gegen Mittelstädts Strich chancenlos. Ansonsten bis zum 4:2-Anschluss der Hertha als Libero gefragt. Note 2. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Muss früh gegen Darida retten, gegen Mittelstädts Strich chancenlos. Ansonsten bis zum 4:2-Anschluss der Hertha als Libero gefragt. Note 2. ©

In der ersten Viertelstunde hat die Nagelsmann-Elf alles im Griff, auch weil Hertha sich nur selten befreien kann. Nach 15 Minuten wird es dennoch brenzlig im Bullen-Strafraum. Dayot Upamecano verschätzt sich auf links bei einem langen Ball und lässt Dodi Lukebakio ziehen. Der Berliner Neuzugang passt in die Schnittstelle auf Vladimir Darida. Keeper Peter Gulacsi ist beim Abschluss schnell unten und hat den Ball.

Wenig Lücken in der Hertha-Defensive

Leipzig tut sich derweil schwer, sich durch die eng gestaffelte Berliner Defensive zu kombinieren. Eher mit Glück kommen die Roten Bullen nach 20 Minuten zu ihrer nächsten Chance. Ein Ping-Pong-Ball im Berliner Strafraum rollt plötzlich Richtung Kasten. Jarstein ist schon überwunden, doch Lukas Klünter kratzt die Kugel noch von der Linie.

Hertha BSC in Noten: Die Einzelkritik zum Spiel gegen RB Leipzig.

<b>Tor:</b> Rune Jarstein (22) Zur Galerie
Tor: Rune Jarstein (22) © Getty Images

Auf der Gegenseite schlägt es dafür ein – und wie!. Nach einem Einwurf in der Berliner Hälfte geht es zu schnell für RB. Lukebakio spielt den Diagonalpass auf Maximilian Mittelstädt, der zunächst von Marcel Sabitzer, dann von Konrad Laimer nicht richtig angegriffen wird. Da lässt sich der 22-Jährige nicht zwei Mal bitten, zieht aus 18 Metern ab und der Ball schlägt links ein. Keine Chance für Gulacsi.

Werner mit der Antwort

Doch Leipzig antwortet: Bei einem Zweikampf zwischen Karim Rekik und Nordi Mukiele im Hertha-Strafraum springt dem Berliner der Ball an die Hand. Schiedsrichter Sören Storks lässt zunächst laufen, bekommt aber ein Signal vom Video-Beweis aus Köln. Der Referee schaut sich die Situation kurz auf dem Bildschirm an und entscheidet dann auf Elfmeter. Timo Werner bleibt kalt und schiebt links unten zu seinem zehnten Saisontreffer ein. 1:1.

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel bei Hertha

Yussuf Poulsen (RB Leipzig): Wir sind hungrig und aktuell brutal effizient. Das ist der größte Unterschied jetzt. In der Schwächephase hat die Einstellung gefehlt. Jetzt ist die Gier wieder da. Wir haben uns das angenommen. Zur Galerie
Yussuf Poulsen (RB Leipzig): "Wir sind hungrig und aktuell brutal effizient. Das ist der größte Unterschied jetzt. In der Schwächephase hat die Einstellung gefehlt. Jetzt ist die Gier wieder da. Wir haben uns das angenommen." ©

Der Elfmeter-Verursacher steht kurz vor dem Pausenpfiff auch bei Leipzigs Führungstreffer im Fokus. Poulsen legt zentral vor der Strafraumgrenze zu nächst klug auf Sabitzer ab. Der Österreicher hält direkt drauf, sein Schuss wird von Rekik abgefälscht und schlägt unhaltbar neben Jarstein ein. Mit dem 2:1 geht es in die Pause.

Ilsanker muss runter

Beide Mannschaften kommen zunächst unverändert aus der Kabine. Doch Nagelsmann reagiert schon wenige Minuten später, weil Stefan Ilsanker nach einer gelben Karte in Halbzeit eins und einem weiteren Foul in Halbzeit zwei stark rotgefährdet ist. Für den Österreicher kommt Kevin Kampl ins Spiel.

Die erste ernstzunehmende Chance des zweiten Durchgangs hat Poulsen. Der Däne verpasst kurz vor Jarstein eine scharfe Hereingabe von Werner um Zentimeter. In der Folge reiben sich beide Mannschaften in hart umkämpften Mittelfelduellen auf. Chancen sind Mangelware, auch wenn Berlin viel investiert, um irgendwie in den Leipziger Strafraum zu gelangen. RB kommt immer seltener zu Entlastungsangriffen. Wohl auch deshalb bringt Nagelsmann mit Christopher Nkunku für Emil Forsberg eine frische Kraft.

Mukiele und Stark verletzt vom Platz

Auf dem Platz wird es immer ruppiger. Unter anderem muss Hertha-Kapitän Niklas Stark runter, nachdem er im Strafraum Konrad Laimers Arm ins Gesicht bekommen hat. Auf RB-Seite verlässt Nordi Mukiele den Rasen. Der Franzose hatte sich ohne Fremdeinwirkung am Oberschenkel verletzt.

Für den Spielfluss sind die vielen Fouls und Wechsel nicht gerade zuträglich. RB hat deutlich weniger Kontrolle als in Durchgang eins und sucht mit vereinzelten Kontern die Entscheidung. Unter anderem scheitert aber zunächst Werner bei einem schnellen Angriff mit seinem Abschluss an Jarstein. Kampl macht es kurz darauf besser. Der Mittelfeldmotor wird von Nkunku im Mittelfeld bedient und zieht an der Strafraumkante nach innen. Sein präziser Abschluss landet unhaltbar zur Vorentscheidung im langen Eck.

Torreiche Schlussphase

Kurz vor dem Abpfiff macht Werner dann doch noch seinen zweiten Treffer. Der Stürmer wird im Strafraum von Laimer bedient und muss nur noch zum 4:1 einschieben. Leipzigs ehemaliger Spieler Davie Selke trifft zwar noch zum 4:2. Für eine Aufholjagd kommt das Tor jedoch zu spät. Es bleibt beim insgesamt verdienten Auswärtssieg für die Roten Bullen. Für die meisten RB-Spieler steht nun die letzte Länderspielpause des Jahres an. In zwei Wochen wartet dann das Heimspiel gegen Aufsteiger 1. FC Köln.

RBL: Gulacsi – Upamecano, Sabitzer, Poulsen, Forsberg (73. Nkunku), Werner, Ilsanker (53. Kampl), Klostermann, Mukiele (80. Amapadu) , Laimer

BSC: Jarstein – Rekik, Stark (78. Selke) , Darida, Löwen, Klünter, Dilrosun, Mittelstädt, Boyata, Lukebakio (87. Leckie) , Wolf (74. Ibisevic

Tore: 1:0 Mittelstädt (32.), 1:1 Werner (38.), 1:2 Sabitzer (45.), 1:3 Kampl (87.), 1:4 Werner (90.), 2:4 Selke (90.)

Zuschauer: 48.532

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