05. Oktober 2019 / 14:59 Uhr

Schwacher Auftritt: Dynamo Dresden verliert 0:2 gegen Hannover

Schwacher Auftritt: Dynamo Dresden verliert 0:2 gegen Hannover

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamos Baris Atik (l) kämpft mit Hannovers Julian Korb um den Ball. 
Dynamos Baris Atik (l) kämpft mit Hannovers Julian Korb um den Ball.  © dpa
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Das Team von Trainer Cristian Fiel verlor das zweite Spiel in Folge und steckt nun im Tabellenkeller fest. Die Treffer für den ebenfalls kriselnden Bundesliga-Absteiger erzielten Julian Korb und Cedric Teuchert

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Dresden. Dynamo Dresden fällt in den Tabellenkeller zurück. Ihr Zweitliga-Heimspiel gegen Hannover 96 verloren die Schwarz-Gelben am regnerischen Sonnabendnachmittag mit 0:2 (0:0). Vor 28359 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion sorgte Julian Korb in der 72. Minute für das 0:1. Da waren beide Teams nur noch zu zehnt, da Schiedsrichter Christian Dingert nach einer Rangelei an der Seitenlinie gegen Albornoz und Dynamo-Kapitän Platzverweise erteilte (65.).

Kurz vor Schluss vollendete Cedric Teuchert einen Konter zum Endstand (89.). Damit hat sich Dynamo nach der 1:4-Derbypleite in Aue nicht rehabilitieren können. Gästetrainer Mirko Slomka, für den es in der Partie um seinen Job ging, hat seinen Kopf mit dem Auswärtssieg wohl aus der Schlinge ziehen können.

DURCHKLICKEN: Bilder zum Spiel gegen Hannover

Die SG Dynamo Dresden kann gegen den krisengeschüttelten Gegner aus Hannover nichts Zählbares holen. 0:2 unterliegen die Schwarz-Gelben den Niedersachsen. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden kann gegen den krisengeschüttelten Gegner aus Hannover nichts Zählbares holen. 0:2 unterliegen die Schwarz-Gelben den Niedersachsen. © Denis Hetzschold
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Fiel wechselt Startelf auf fünf Positionen

Sechs Tage nach der Niederlage im Erzgebirge veränderte Dynamotrainer Cristian Fiel seine Anfangsformation auf fünf Positionen: Niklas Kreuzer, diesmal mit der Spielführerbinde, Patrick Ebert, Brian Hamalainen, der in dieser Saison zu seinem Startelfdebüt kommt, und Sascha Horvath begannen. Linus Wahlqvist, Dzenis Burnic, Chris Löwe und Luka Stor finden sich allesamt auf der Ersatzbank wieder.

Nach Ablauf seiner Rotsperre durfte auch Jannis Nikolaou erstmals wieder mitwirken. Er ersetzte Marco Hartmann, der am Vortag wegen Schwindelanfällen nicht trainieren konnte. Der Kapitän stand ebenso nicht im Kader wie Stürmer Alexander Jeremejeff (Muskelfaserriss). Die ebenfalls ersatzgeschwächten Niedersachsen mussten unter anderem auf ihren Kapitän Marvin Bakalorz und Ex-Nationalspieler Dennis Aogo verzichten.

DURCHKLICKEN: Die Dynamo-Elf gegen Hannover in der Einzelkritik

(1) Kevin Broll: Starke Fußabwehr in der 5. Minute nach Haraguchi-Abschluss aus Kurzdistanz von halbrechts. In der 11. Minute erneut gefordert, der Torschuss von Marvin Ducksch stellt ihn allerdings vor keine größeren Probleme. Auch in der 39. Minute gegen den hohen Ball von Julian Korb souverän. Nach einem Abwehrfehler in der 62. Minute gegen Cedric Teuchert reaktionsschnell am Boden. Beim 0:1 durch Julian Korb in der 72. aus kurzer Distanz ohne Chance. Insgesamt in allen entscheidenden Situationen zur Stelle und bei den Toren schuldlos. Note 3 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Starke Fußabwehr in der 5. Minute nach Haraguchi-Abschluss aus Kurzdistanz von halbrechts. In der 11. Minute erneut gefordert, der Torschuss von Marvin Ducksch stellt ihn allerdings vor keine größeren Probleme. Auch in der 39. Minute gegen den hohen Ball von Julian Korb souverän. Nach einem Abwehrfehler in der 62. Minute gegen Cedric Teuchert reaktionsschnell am Boden. Beim 0:1 durch Julian Korb in der 72. aus kurzer Distanz ohne Chance. Insgesamt in allen entscheidenden Situationen zur Stelle und bei den Toren schuldlos. Note 3 ©

Nach fünf Minuten tauchte Hannover erstmals gefährlich vorm Dresdner Tor auf, Genki Haraguchis Schuss aus Nahdistanz nach einem Eckball konnte Schlussmann Kevin Broll aber per Fuß abwehren. In der 11. Minute hielt der Torwart dann einen Ball von Marvin Ducksch, nachdem sich die H96-Elf durch die SGD-Abwehr hindurchkombiniert hatte. Die Niedersachsen suchten schnell den Weg nach vorn, Dynamo hatte aber meist noch einen Fuß dazwischen.

Erste Dynamo-Chance durch Koné

Erst nach einer Viertelstunde wurde Dynamo vorn etwas gefährlicher. Moussa Koné setzte den deutschen Ex-Nationalkeeper Ron-Robert Zieler unter Druck und zwang ihn zu einem Fehlpass. Postwendend kam der Ball über Baris Atik und Sascha Horvath zurück zu Koné, der im Strafraum in Ex-Dynamo Marcel Franke hineinlief und fiel. Der Senegalese forderte einen Elfmeter, doch die Pfeife von Schiedsrichter Christian Dingert blieb stumm.

Die Roten in Noten: Das ist die Einzelkritik zum Spiel von Hannover 96 gegen Dynamo Dresden

Ron-Robert Zieler – Note 3: Ein Abschlägchen landet direkt bei Atik 30 Meter vorm 96-Tor. Passiert aber nichts. Verschätzt sich einmal bei einer Ecke, auch da passiert aber nichts. Alles andere hält er routiniert und sicher. Kein Problem auch bei Nikolaous 25-Meter-Gewaltschuss. Zur Galerie
Ron-Robert Zieler – Note 3: Ein Abschlägchen landet direkt bei Atik 30 Meter vorm 96-Tor. Passiert aber nichts. Verschätzt sich einmal bei einer Ecke, auch da passiert aber nichts. Alles andere hält er routiniert und sicher. Kein Problem auch bei Nikolaous 25-Meter-Gewaltschuss. ©

Kurz darauf setzte Koné nach Flanke von Niklas Kreuzer den Ball per Kopf knapp rechts nebens Tor. Am Drücker blieb jedoch vorerst Hannover. Doch nach einem Foul an Patrick Ebert, das der Unparteiische mit einer gelben Karte für Albornoz bestrafte, kam der folgende Freistoß über Umwege zu Florian Ballas. Der Innenverteidiger zog halblinks einfach ab. Sein Schlenzer flog in Richtung rechtes Dreiangel, Zieler musste sich strecken und klärte – beste Chance für Dynamo bis dato (23.).

Nun war Dynamo besser in der Partie und versuchte, mit seinem Ballbesitzfußball die Gäste herauszulocken. Wirklich gefährlich war das aber nicht. Brauchbare Torabschlüsse gab es in dieser Phase nicht, da die Gäste hinten dicht machten. Beide Mannschaften neutralisierten sich. Erst wenige Minuten vor der Pause war Hannover mal am Drücker, doch Broll hielt den Ball von Julian Korb und Waldemar Antons Kopfball ging knapp rechts vorbei (39.).

Hannover mit den besseren Möglichkeiten

Nach 44 Minuten wurde ein Schuss von Nikolaou zur Ecke abgefälscht, die aber nichts einbrachte. Gleich darauf war Pause und Dynamo atmete durch, denn die Gäste hatten die etwas besseren Chancen. Wechsel gab es keine und so betraten beide Teams unverändert den Rasen für den zweiten Durchgang.

DURCHKLICKEN: Stimmen zum Spiel gegen Hannover

Jannik Müller (Dynamo Dresden): Ich denke, es war über weite Strecken ein ausgeglichenes Spiel, wo wir vielleicht in der ersten Halbzeit – ich habe es nicht noch mal gesehen – einen Elfmeter kriegen können oder auch nicht, wo wir ein, zwei gute Aktionen haben. Leider war das Glück nicht auf unserer Seite. Hinten raus ist dann eine Aktion: das 0:1. Wir geraten ins Hintertreffen, machen dann auf und Hannover hat den Konter zum 0:2 eiskalt genutzt. Das ist bitter. Ich finde, wir haben versucht, uns dagegen zu stemmen, aber heute hat nicht alles geklappt, wir haben viele einfache Fehler gemacht. Zur Galerie
Jannik Müller (Dynamo Dresden): "Ich denke, es war über weite Strecken ein ausgeglichenes Spiel, wo wir vielleicht in der ersten Halbzeit – ich habe es nicht noch mal gesehen – einen Elfmeter kriegen können oder auch nicht, wo wir ein, zwei gute Aktionen haben. Leider war das Glück nicht auf unserer Seite. Hinten raus ist dann eine Aktion: das 0:1. Wir geraten ins Hintertreffen, machen dann auf und Hannover hat den Konter zum 0:2 eiskalt genutzt. Das ist bitter. Ich finde, wir haben versucht, uns dagegen zu stemmen, aber heute hat nicht alles geklappt, wir haben viele einfache Fehler gemacht." ©

In Halbzeit zwei hatten sich die Dresdner mehr vorgenommen und konnten von ihren Gegnern mehrfach nur unfair gestoppt werden. Die Folge: drei gelbe Karten für Hannover innerhalb von fünf Minuten. Unterdessen hielt Zieler einen weiteren Schuss von Nikolaou (48.), wohingegen Ducksch auf der Gegenseite aus sehr aussichtsreicher Position kurz vorm Tor klar über den Kasten schoss.

In Minute 56 hatte Patrick Ebert dann Feierabend, Dzenis Burnic kam für ihn positionsgetreu ins defensive Mittelfeld. Zwei Minuten später hatte dann fasste sich Hannovers Marc Stendera ein Herz. Sein Geschoss aus 25 Metern schepperte an die Oberkante der Latte und von dort ins Toraus – Glück für Kevin Broll und Dynamo. Auf der anderen Seite lief der kurz zuvor eingewechselte Cedric Teuchert einfach Kevin Ehlers davon, Broll hielt aber dessen Schuss (62.).

In Minute 65 dezimierten sich beide Teams selbst: Albornoz und Kreuzer gerieten an der Seitenauslinie direkt vor den Augen des vierten Offiziellen aneinander. Während der Hannoveraner für seinen Rempler die gelb-rote Karte sah, flog Dynamos Kapitän für seine anschließende Kopfnuss mit glatt rot wegen einer Tätlichkeit vom Platz. Nun hatten beide Teams natürlich etwas mehr Raum, doch der erneut einsetzende Regen sorgte für schwierige Platzverhältnisse.

Julian Korb trifft zur Gästeführung

Den nutzte Hannover eindeutig besser: Julian Korb hatte im Dresdner Strafraum Zeit, Stenderas hohe Vorlage anzunehmen und per Drehschuss ins linke Eck zu vollenden. Den Ball traf er zwar nicht richtig, doch er trudelte trotzdem zum umjubelten 0:1 für die Gäste in die Maschen (72.). Fiel reagierte, brachte fünf Minuten später mit Luka Stor für Außenverteidiger Brian Hamalainen einen weiteren Offensivmann.

Sascha Horvaths Schuss aus 20 Metern (80.) nach Doppelpass mit Moussa Koné ging aber weit am Ziel vorbei. Wenig später ging dann auch der kleine Österreicher vom Feld, für ihn kam René Klingenburg (84.). Das war Cristian Fiels letzte Option für dieses Spiel. Sie lief ins Leere. Denn die 96er trafen nach einem Konter zum 0:2 (89.). Teuchert war an Ballas vorbeigegangen und hatte ins kurze Eck getroffen.

Nach drei Minuten Nachspielzeit war dann Schluss und die Dresdner durften sich von ihren Fans ein gellendes Pfeifkonzert anhören. Nach der zweiten Niederlage in Serie stehen für die SGD, die weiterhin ihren Schnitt von zwei Gegentoren pro Spiel aufrecht erhielt, schwerere Zeiten an. Nun steht die zweiwöchige Länderspielpause an – mit einem Testspiel am nächsten Donnerstag bei Bundesligist Union Berlin.

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