15. Mai 2014 / 13:08 Uhr

Schwarz-gelbe Trainersuche im Mittelpunkt

Schwarz-gelbe Trainersuche im Mittelpunkt

Stephan Lohse
Dresdner Neueste Nachrichten
Auf Dynamos Sportdirektor wartet noch viel Arbeit.
Auf Dynamos Sportdirektor wartet noch viel Arbeit. © S. Lohse
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Dynamo Dresden muss sich nach dem Abstieg völlig neu aufstellen.

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Dresden. Nach „zwei Tagen Depression“ haben bei Dynamo Dresden die Planungen für die kommende Saison begonnen. Knapp elf Wochen hat der Verein Zeit, um aus den Trümmern des Zweitliga-Abstiegs eine konkurrenzfähige Drittliga-Truppe zu formen. „Die ersten Weichen sind gestellt“, umriss Sportdirektor Ralf Minge am Donnerstag den Fahrplan bis zum Saisonauftakt am 25. Juli.

Erste Aufgabe: Trainersuche

Im Mittelpunkt bei Dynamo steht die Suche nach einem neuen Trainer. Nach dem Abschied von Olaf Janßen wird ein Mann mit Vision, Kommunikationsfähigkeit, Persönlichkeit, Know-How und Führungsstärke gesucht. Dass Dynamo keinen Erfolgstrainer mit zehn Jahren Erstliga-Erfahrung vorzeigen wird, ist Minge dabei klar. Gesucht wird daher ein Trainertalent mit Entwicklungspotenzial. Der neue Mann soll junge Spieler weiterentwickeln, eine Mannschaft formen und dafür sorgen, dass das neue Team vom ersten Spieltag an mithalten kann.

Im Gegensatz zu Olaf Janßen bekommt sein Nachfolger einige neue Vorgaben. So wird A-Jugend-Trainer David Bergner in jedem Fall zweiter Co-Trainer. Thomas Köhler bleibt Torwarttrainer. Einen Sportpsychologen und einen Sportwissenschaftler will Dynamo begleitend einbinden. Fitnesstrainer Christian Canestrini wird Dynamo hingegen definitiv verlassen. Er sei für Dynamo nicht mehr finanzierbar.

Der Kreis der in Frage kommenden Kandidaten für den Trainerstuhl sei sehr eng, so Minge. Noch in dieser Woche sollen die ersten Gespräche geführt werden. Im Idealfall soll der neue Trainer schon am Wochenende vorgestellt werden, übers Knie brechen will Minge die Entscheidung aber nicht, zumal auch der Aufsichtsrat noch zustimmen muss. „So schnell wie möglich, aber mit Bedacht“, fasst Minge seine Marschroute zusammen.

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Zweite Aufgabe: die Mannschaft

Die Trainersuche bei Dynamo eilt auch deshalb, weil der neue Mann bei der Zusammenstellung des Kaders mitreden soll. Aktuell hat Dynamo nur elf Spieler unter Vertrag. Vom Rest des bisherigen Kaders sollen maximal drei bis vier Spieler zusätzlich bleiben, die Minge zusammen mit dem neuen Trainer aussuchen will.

Eine Ausnahme mache er nur bei Toni Leistner, den Dynamo unbedingt halten will. „Toni hat eine wahnsinnige Entwicklung genommen“, lobe Minge. Er könne aber auch verstehen, dass der Innenverteidiger nach seinen Erfahrungen in Dresden nicht jubelnd jeden Vertrag unterschreibt, auch wenn man sich für die zweite Liga einig war.

Auch Amine Aoudia würde Minge gern halten. Dass der Stürmer, der die komplette Rückrunde wegen eines Kreuzbandrisses ausfiel, bleibt, ist aber unwahrscheinlich. Denn für die dritte Liga erhält der Algerier in Dresden voraussichtlich keine Arbeitserlaubnis.

Der neue Kader soll etwa 18 Feldspieler und zwei Torhüter umfassen. Bevorzugte Spielsysteme sind 4-4-2 und 4-1-4-1. Gesucht werden junge vielseitige Spieler mit Entwicklungspotenzial. Zudem wolle er auf die Mentalität der Neuzugänge achten. Der Abstieg sei vor allem auf ein „Mannschaftsproblem“ zurückzuführen. Lieber hole er daher charakterlich einwandfreie Spieler und verzichte dafür auf ein Prozent Leistung.

Einige Kandidaten habe Minge im Blick und diese seien auch über das Interesse der Dresdner informiert. Doch ohne Trainer-Votum will der Sportdirektor nicht handeln. Dadurch seien einige Kandidaten bereits abgesprungen. Eine Hängepartie mit dem Aufsichtsrat soll es in diesem Jahr nicht mehr geben. Ist sich Minge mit einem Kandidaten einig, werde das Gremium binnen 24 Stunden über eine Neuverpflichtung entscheiden.

Dritte Aufgabe: die Saisonvorbereitung

Fest steht bisher: Bis zum 13. Juni haben die aktuellen und künftigen Dynamo-Kicker Urlaub. Voraussichtlich am 14. Juni ist Trainingsauftakt, wie viele Spieler dann auf dem Platz stehen, ist unklar. Zum einen hat Dynamo Spieler im Auge, deren Saison länger dauert, zum anderen könnten dann noch Verhandlungen mit Neuzugängen laufen. Vom 30. Juni bis zum 10. Juli plant Dynamo ein Trainingslager in Österreich, am 19. Juli soll es im Glücksgas-Stadion die Saisoneröffnung geben, bevor eine Woche darauf die dritte Liga beginnt.

Vierte Aufgabe: das Geld

Für die kommende Saison plant Dynamo mit einem Etat von 2,8 Millionen Euro. Damit würden sich die Dresdner finanziell im Mittelfeld der Liga einfinden. In der aktuellen Spielzeit lag der durchschnittliche Drittliga-Etat – abgesehen von RB Leipzig und U23-Mannschaften – bei 2,71 Millionen Euro.

Minge ist zuversichtlich, dass Dynamo die Lizenz bekommt. Auch der Rangrücktritt von Investor Michael Kölmel sei „in Arbeit“. In Sachen Sponsoring soll es in der kommenden Woche Gespräche mit Vermarkter Sportfive geben, wo Dynamo mit einem Kassensturz rechnet.

Ziel sei es, über den bestehenden und gesicherten Etat weitere Gelder zur Stärkung der Mannschaft zu akquirieren. Hier gebe es aber viele Unwägbarkeiten. Eine Möglichkeit sei zum Beispiel der DFB-Pokal, an dem Dynamo wieder teilnehmen darf. Der Einzug in die zweite Runde brächte dem Verein durchaus willkommene Zusatzeinnahmen.

Problem Nachwuchs-Zentrum

Einsparpotenzial sieht Sportdirektor Minge unter anderem noch beim Nachwuchsleistungszentrum. Die Dynamo-Akademie sei bisher alles andere als effektiv. 63 Wohnheimplätze und 17 Wohnungen finanziere der Verein. Dafür komme zu wenig heraus. Die Nachwuchsarbeit müsse effektiver werden, fordert Minge. Für die besten Nachwuchsfußballer sollen weiter die besten Bedingungen geboten werden, der erweiterte Kreis müsse aber mit Einschränkungen rechnen.

Das durchzusetzen, dauere aber, denn viele Verträge in der Dynamo-Akademie seien langfristig und ohne Liga-Bindung geschlossen worden. Mindestens in der kommenden Saison werde Dynamo hier weiter mehr Geld ausgeben als andere Vereine, deren Nachwuchszentren besser laufen.

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