13. April 2020 / 06:08 Uhr

Lockdown in der Schweiz: Warum ein Urteil im Sommermärchen-Prozess unwahrscheinlich ist

Lockdown in der Schweiz: Warum ein Urteil im Sommermärchen-Prozess unwahrscheinlich ist

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das Präsidium des Organisationskomitees für die WM 2006: Wolfgang Niersbach, Theo Zwanziger, Franz Beckenbauer und Horst R. Schmidt.
Das Präsidium des Organisationskomitees für die WM 2006: Wolfgang Niersbach, Theo Zwanziger, Franz Beckenbauer und Horst R. Schmidt. © dpa
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Der Sommermärchen-Prozess in der Schweiz gegen die früheren Funktionäre Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und andere geht wohl ohne ein Urteil zu Ende - nicht zuletzt wegen der Coronavirus-Pandemie.

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Ein Urteil im Sommermärchen-Prozess gegen drei ehemalige DFB-Funktionäre bleibt auch durch die Verlängerung des Schweizer Lockdowns unwahrscheinlich. Erst für den 27. April ist eine teilweise Lockerung der strikten Kontaktbeschränkungen in der Coronavirus-Krise vorgesehen - an diesem Tag würden die Vorwürfe gegen Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Horst R. Schmidt sowie den früheren FIFA-Generalsekretär Urs Linsi eigentlich verjähren. Das Verfahren vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona ist seit Mitte März ausgesetzt.

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Ex-DFB-Boss Zwanziger: "Werde um einen Freispruch gebracht"

"Wenn es bei der Verjährung am 27. April bleibt, werde ich bei der bekannten Sachlage um einen Freispruch gebracht", sagte Zwanziger (74) der dpa. Inwieweit die Pandemie Auswirkungen auf etwaige Fristen der Schweizer Justiz hat, ist offen. Das Gericht verwies auf dpa-Anfrage zunächst auf den bislang geplanten Wiederbeginn der Anhörung am 20. April. Eine detailliertere Entscheidung über die Fortführung wird in den nächsten Tagen erwartet.

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Bereits am 17. März hatte das Bundesstrafgericht allerdings festgestellt, die Beweislage sei mit Bezug auf Zwanziger "hinsichtlich der subjektiven Tatseite diffus". Wie sein Amtsnachfolger Niersbach, Linsi und der frühere DFB-Generalsekretär Schmidt bestreitet der ehemalige DFB-Präsident sämtliche Vorwürfe.



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Es geht um eine Überweisung des DFB an Ex-Adidas-Chef Dreyfus

Zwanziger, Schmidt (78) und Linsi (70) sind wegen Betruges, Niersbach (69) wegen Gehilfenschaft zum Betrug angeklagt. Im Kern geht es um eine Überweisung des Deutschen Fußball-Bundes im Jahr 2005 in Höhe von 6,7 Millionen Euro über die FIFA an den inzwischen gestorbenen Unternehmer Robert Louis-Dreyfus. Das Geld wurde als Beitrag für eine Gala zur WM 2006 deklariert, die nie stattfand. Im Jahr 2002 hatte der damalige WM-Organisationschef Franz Beckenbauer ein Darlehen von Louis-Dreyfus in gleicher Höhe erhalten, das letztendlich auf Konten des damaligen FIFA-Finanzchefs Mohamed bin Hammam verschwand. Wofür, ist unklar.

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