25. Oktober 2019 / 17:40 Uhr

Schwere Alltagskost: Chemie empfängt Auerbach

Schwere Alltagskost: Chemie empfängt Auerbach

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Florian Schmidt nach seinem 1:0 im Pokalderby, BSG Chemie Leipzig - 1 FC Lokomotive Leipzig
Kann Stürmer Florian Schmidt am Sonntag gegen Auerbach jubeln? © Alexander Prautzsch
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Die BSG Chemie Leipzig trifft am Sonntag auf den VfB Auerbach. Chemie muss sich gegen die Vogtländer aus dem letzten Tabellendrittel absetzen.

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Die Festtage sind vorbei – jetzt kommt die schwere Alltagskost der Liga: Chemie Leipzig empfängt Liga-Urgestein Auerbach (Sonntag, 13:30 Uhr). Die griffige Truppe aus dem Vogtland spielt ihre achte Regionalliga-Saison in Folge, kam im letzten Jahr auf dem neunten Platz ein und steht momentan drei Plätze vor den Leutzschern.

Chemies Defensive gegen Auerbachs Lebensversicherung

Allerdings trennen beide Teams nur zwei Punkte – Auerbach hat 14, Chemie 12. Die Torstatistik ist interessant und zeigt mögliche Ansatzpunkte schon auf: Auerbach hat zehn Treffer mehr erzielt als Chemie (23:13), dafür aber auch zwölf Gegentore mehr eingesteckt (28:16). Auswärts hat Auerbach erst einmal in sechs Spielen gewonnen (8:15 Tore), das aber sensationell in Cottbus mit 4:1. Man ließ aber auch schon spektakulär Feder wie beim 1:5 in Meuselwitz. „Die haben schon gegen gesteuert mit dem Wechsel ihres Torwarts“, weiß Chemie-Coach Miro Jagatic. Respekt habe man, aber man wisse auch, wo anzusetzen sei und wolle die eigenen Stärken durchsetzen. „Denn die nächsten Spiele werden hart, wir treffen auf Mannschaften, die die gleichen Ziele haben wie wir. Da bewegen wir uns auf Augenhöhe, das werden ganz andere Spiele“. Was er meint: Auerbach, Rathenow, Meuselwitz, der BFC – allesamt Teams, die jeden Punkt dringend brauchen im Kampf um den Klassenerhalt oder für das möglichst frühzeitige Absetzen in ungefährdete Zonen der Tabelle. Da zählt jeder Sieg doppelt – und Chemie kann sich nicht auf Konter verlegen wie in Erfurt oder Cottbus. Auerbach wird abwarten und aus sicherer Abwehr kommen - und auf ihre Routiniers bauen: „Schlüsselspieler wie Schlosser und Zimmermann sind deren Lebensversicherung“, weiß Jagatic. Allein Zimmermann erzielte elf Treffer, Schlosser deren drei. Da heißt es für die Gastgeber-Abwehr wieder, höchst konzentriert zu bleiben. Immerhin sechsmal spielte Chemie bisher „zu Null“. Wenn das dieses Mal erneut gelingt, ist die halbe Miete schon drin.

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Chemie muss Chancenverwertung ankurbeln

Dass vorn zu wenig Tore fallen, war in Cottbus erneut zu sehen. Zwar traf Youngster Max Keßler endlich einmal, und das sogar per Traumtor, doch eine zweite, fast noch größere Chance ließ er liegen. Und auch der Tscheche Tomas Petracek lässt zu viele Großchancen liegen, obwohl er sonst toll spielt. Vielleicht tauen endlich Raffael Cvijetkovic und Elvir Ibisevic auf, oder der lang verletzte junge Florian Kirstein wird einige Minuten Einsatzzeit bekommen. Der Pechvogel, der zwei lange Verletzungszeiten in Folge durchstehen musste, kommt langsam wieder und nähert sich seiner guten Form von vor der Verletzung. „Vielleicht ist es noch etwas früh, aber ‚Kirsche‘ wird seine Einsätze in diesem Jahr schon noch bekommen“, so Jagatic. Zunächst hofft er, dass Alex Bury fit wird (Knöchelverletzung aus dem Lok-Spiel) und sich alle anderen angeschlagenen Spieler bis Sonntag wieder fit melden.