14. April 2019 / 20:22 Uhr

Schwere Verletzung im Wolfsburg-Derby: Dennis Jungk schon am Abend operiert

Schwere Verletzung im Wolfsburg-Derby: Dennis Jungk schon am Abend operiert

Benno Seelhöfer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lupo/Martinis Dennis Jungk musste verletzt vom Platz getragen werden.
Lupo/Martinis Dennis Jungk musste verletzt vom Platz getragen werden. © Roland Hermstein
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Die schlimme Verletzung von Lupo/Martinis Linksverteidiger Dennis Jungk überschattete den 5:0-Sieg des VfL Wolfsburg im Derby in der Regionalliga Nord. Sportlich überragte Stürmer Blaz Kramer mit vier Toren, der ein besonders Lob vom gegnerischen Coach bekam.

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Das Sportliche aber trat in den Hintergrund: Es war die 9. Spielminute, Jungk grätschte im Laufduell mit Murat Saglam einen Ball ab und blieb im Boden hängen. Schon die Schmerzensschreie und die deutlichen Gesten der umstehenden Spieler machten sofort klar, dass es sich um etwas Ernstes handelt. Der rechte Fuß stand in unmöglichem Winkel, Jungk konnte nur mit einer Trage den Platz verlassen. Kurz darauf kam ein Krankenwagen, dann gar ein Notarzt, der vor Ort den Fuß richtete. Eine OP des Knöchels fand bereits am Sonntagabend statt.

"Das ist brutal", schüttelte Uwe Erkenbrecher nach dem Spiel den Kopf. "Der Fuß stand völlig daneben. Ich drücke ihm die Daumen, dass es gut ausgeht." Keine Mutmaßungen möchte Lupos Coach im Hinblick auf die Ausfallzeit zulassen: "Das kann drei Monate dauern oder sechs Monate. Da möchte ich jetzt nicht zu sagen." Auch der VfL war geschockt. Ziehl: "Da haben wir alle ein bisschen schlucken müssen. Wir wünschen ihm eine gute Besserung."

Noe Baba ersetzte Dennis Jungk

Nur vom 0:1-Rückstand durch das Eigentor vom Unglücksraben Jungk habe sich seine Elf nicht unterkriegen lassen, ist sich Lupo-Coach Uwe Erkenbrecher sicher. Aber: "Mit der Verletzung ist es schwierig gewesen, die Moral aufrechtzuerhalten." Für den Linksverteidiger brachte Erkenbrecher Noe Baba als Ersatz, der auf dieser Position seine Stärken aber nicht vollends ausspielen konnte.

Regionalliga: So lief das Derby zwischen Lupo/Martini Wolfsburg und dem VfL Wolfsburg II

Regionalliga: So lief das Derby zwischen Lupo/Martini Wolfsburg und dem VfL Wolfsburg II (r. Julian Justvan). Zur Galerie
Regionalliga: So lief das Derby zwischen Lupo/Martini Wolfsburg und dem VfL Wolfsburg II (r. Julian Justvan). ©
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"Ich bin ja erst seit dem Winter da, es ist aber schon hart, was die Mannschaft wegstecken muss", sagt Erkenbrecher. Gegen den athletischen VfL Wolfsburg zogen die Lupo-Spieler in den direkten Duellen meistens den Kürzeren; durch Jungks Unglück waren sie auch mental angeschlagen.

Uwe Erkenbrecher lobte Blaz Kramer

Infolgedessen dominierte die Gäste nach Belieben. "Wir haben ganz gut gespielt, gegen Blaz Kramer hatten wir aber keine Chance", urteilte Erkenbrecher. Der Lupo-Coach ging nach dem Spiel sogar auf den 22-Jährigen zu und sagte voll des Lobes: "Ich bin seit 32 Jahren Trainer, noch nie hat ein Stürmer vier Tore gegen mich geschossen. Damit kommst du in mein Geschichtsbuch. Das hast du gut gemacht."

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Ein Lob, über das sich der bescheidene Kramer ("Ich bin froh über meine vier Tore, aber wichtiger sind die drei Punkte.) höflich lächelnd freute. Endlich sei er nach seiner Verletzung wieder bei Hundert Prozent sagt er. Diese Meinung teilt auch sein Coach Ziehl: "Blaz hatte nach seiner Verletzung Probleme, sich einzufinden, aber er war letzte Woche schon präsent."

VfL Wolfsburgs Michele Rizzi hat sich verletzt

Gegen Lupo profitierte er auch von der Klasse-Leistung des Mittelfeld-Motors Michele Rizzi, der bei der überraschenden Niederlage gegen den SSV Jeddeloh im vergangenen Spiel noch Gelb-gesperrt gefehlt hatte. Er lieferte vier Vorlagen, legte drei Kramer-Buden auf, musste aber kurz vor Schluss verletzt raus. Was er genau hat, ließ Ziehl offen, gab aber ganz vorsichtig Entwarnung: "Es war in der Kabine nicht mehr so schlimm, wie es auf dem Platz ausgesehen hat."

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Am Samstag trafen in der Regionaliga-Nord der VfL Wolfsburg II und Lupo/Martini Wolfsburg aufeinander. ©
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Der VfL-Coach zeigte sich nach dem Spiel aber vor allem erleichtert, dass seine Defensive wieder ein zu-Null-Spiel ablieferte, die letzten acht Spiele hatte sich der VfL nämlich immer mindestens ein Gegentor gefangen. Deshalb forderte Ziehl nicht nur eine "Reaktion" nach dem Jeddeloh-Spiel, sondern auch eine bessere Defensivleistung. Beides hat er gegen Lupo aber gesehen: "Ich bin hochzufrieden. Wir haben die zweiten Bälle gut verteidigt. Das sah deutlich, deutlich besser aus als noch letzte Woche. Gerade bei Defensivstandards hatte man trotz der guten Schützen von Lupo nie das Gefühl, dass da was anbrennt."

Ebenfalls habe gegen den Ball das Zusammenspiel von der aus drei Innenverteidigern bestehenden Dreierkette und den Außen, die sich je nach Spielsituation zurückfallen lassen oder rausrücken und gegnerische Spieler attackieren, besser geklappt. Ziehl: "Da waren wir diesmal deutlich aktiver."

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