24. September 2020 / 23:40 Uhr

Schwerstarbeit gegen Ukraine-Klub: Jetzt fehlt Wolfsburg nur noch ein Sieg für Europa

Schwerstarbeit gegen Ukraine-Klub: Jetzt fehlt Wolfsburg nur noch ein Sieg für Europa

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fussball, UEFA Europa League, Qualifikationsspiel, VfL Wolfsburg-Desna Chernihiv, Saison 2020/21,  AOK Stadion, 24.09.2020,
Traf zum ersten Mal auf europäischer Bühne: Daniel Ginczek (r.) vom VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
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Sieg gegen FK Kukesi, Sieg gegen Desna Chernihiv - die Gruppenphase der Europa League ist für den VfL Wolfsburg jetzt nicht mehr weit weg...

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Puh, das war Schwerstarbeit bis zum Schluss, die der VfL Wolfsburg da am Donnerstagabend in der Europa-League-Quali gegen Ukraine-Klub Desna Chernihiv beim 2:0 (1:0) leisten musste. Im Geisterspiel im AOK-Stadion waren Kapitän Josuha Guilavogui und der eingewechselte Daniel Ginczek (kurz vorm Ende) für die Wolfsburger zur Stelle. Dem VfL fehlt jetzt noch ein Sieg, um die EL-Gruppenphase zu erreichen. Und den muss er sich am nächsten Donnerstag in der Play-Off-Runde bei AEK Athen holen.

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Aber zuvor hatte das Team von Trainer Oliver Glasner einen unbequemen Gegner aus dem Weg zu räumen. Der Trainer sah das nicht anders: „Ich bin sehr zufrieden, dass wir weitergekommen sind. Es war das Spiel, wie ich es erwartet habe: ein gut organisierter Gegner, der die Räume eng gemacht hat.“ Es brauchte ein Tor nach einer Standard-Situation zur Führung – nach einer einstudierten Eckball-Variante war Guilavogui zur Stelle. Aber das Tor sorgte nicht für die nötige Sicherheit im VfL-Spiel. Und nach der Pause drohte die Sache auch noch zu kippen. Glasner erklärte, warum: „Der Gegner war sehr aggressiv und hat auf die zweiten Bälle einen Tick schneller reagiert. Sie haben sich auch in den Zweikämpfen durchgesetzt. Wenn man die zweiten Bälle verliert, dann geht es Richtung eigenes Tor.“

Die Gäste, für die es das erste Spiel auf europäischer Bühne war, bereiteten dem viel zu passiven VfL Probleme. Gut aus Wolfsburger Sicht war, dass sich der Premier-Liga-Klub selbst dezimierte, Gelb-Rot für Joonas Tamm hinnehmen musste. Glasner gab zu: „Die Rote Karte hat uns sicher geholfen, das Spiel wieder unter Kontrolle zu bekommen.“

Szenen aus der Europa-League-Partie zwischen dem VfL Wolfsburg und Desna Chernihiv. Zur Galerie
Szenen aus der Europa-League-Partie zwischen dem VfL Wolfsburg und Desna Chernihiv. ©

Auffällig: Der VfL tat sich wie zu Beginn der Vorbereitung sehr schwer, Chancen herauszuspielen, im Pokal gegen Fürstenwalde oder in der zweiten Runde der EL-Quali bei FK Kukesi war das noch anders gewesen. Aber Desna ließ Guilavogui und Co. wenig Räume und verteidigte aggressiv: „Bei Desna hat man gesehen, dass sie auch auf internationaler Bühne eine gute Figur machen können“, lobte der Österreicher den Gegner und fügte hinzu: „Aber letztlich haben wir es sehr gut gelöst, die Null hat zum dritten mal gestanden, deshalb bin ich glücklich.“ Ebenfalls gut: Wolfsburg hat jetzt aus den ersten vier Pflichtspielen der noch jungen Saison drei Siege geholt, dazu ein Remis zum Liga-Auftakt gegen Bayer Leverkusen.

Jetzt die Schwerstarbeit in der EL-Quali gegen Desna, gegen das Ginczek den Schlusspunkt setzen durfte. Mittelfeldkämpfer Xaver Schlager hatte die Kugel ganz uneigennützig quergelegt, so dass der Angreifer bei seinem Tor leichtes Spiel hatte. Glasner freute sich mit dem Angreifer, der hinter Top-Torjäger Wout Weghorst momentan die Nummer 2 im Sturm beim VfL ist: „Für Daniel war es das erste Tor auf europäischer Bühne überhaupt.“ Das sei „eine schöne Geschichte“ – nachdem sich der VfL ganz lange ganz schwer getan hatte, um den Einzug in die Play-Off-Runde unter Dach und Fach zu bringen.