19. Juni 2021 / 12:02 Uhr

Schwierige Gratwanderung für Trainer Pinder: ZFC Meuselwitz bereitet sich auf Pokal-Kracher vor

Schwierige Gratwanderung für Trainer Pinder: ZFC Meuselwitz bereitet sich auf Pokal-Kracher vor

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Holm Pinder
ZFC-Coach Holm Pinder muss beim Training Kompromisse eingehen. © Mario Jahn
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Am Sonntag kommt es im Thüringenpokal zum Top-Spiel zwischen dem ZFC Meuselwitz und dem FC Carl Zeiss Jena. Die Zipsendorfer wollen dabei das richtige Fitness-Maß finden, was Coach Holm Pinder die Vorbereitung etwas erschwert.

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Meuselwitz. Acht Paarungen (die von Gotha gegen Fahner Höhe wurde jedoch abgesagt) hält das Achtelfinale um den Thüringenpokal logischerweise bereit, doch eine ragt – ohne den anderen Teilnehmern zu nahe treten zu wollen – deutlich heraus. Am Sonntag, 15 Uhr, empfängt der ZFC Meuselwitz den FC Carl Zeiss Jena. Es ist so etwas wie das vorweggenommene Finale, treten doch damit die beiden Fußball-Regionalligisten des Freistaats gegeneinander an. Folglich wird einer der nominellen Favoriten auf der Strecke bleiben. ZFC-Trainer Holm Pinder hofft natürlich, dass es nicht sein Team sein wird, wohlwissend, dass die Gäste von den Kernbergen in dieser Begegnung die Favoriten sind.

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„Aber wir spielen zu Hause, es ist das erste Pflichtspiel seit acht Monaten. Ich hoffe, dass wir uns gut schlagen werden“, sagt der Coach. Eine Rolle könnten auch die Zuschauer spielen, immerhin 1.400 sind zugelassen, darunter werden gut 350 Jenaer Fans sein, so die Aufteilung des Ticket-Kontingents.

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Routinier René Eckardt, der in Jena keinen Vertrag für die neue Saison mehr bekommen hat, gehört bis zum 30. Juni noch zum FCC-Kader, könnte also theoretisch gegen seinen neuen Club, bei dem er jüngst unterschrieben hat, auflaufen. Beim Test der Jenaer gegen Wismut Gera wurde Eckardt eingewechselt und erzielte einen Treffer zum standesgemäßen 7:2-Erfolg. Ob das ungleiche Match den Jenaern große Erkenntnisse brachte, sei dahingestellt, Spielpraxis haben sie damit zumindest erhalten.

"Versuchen Beste daraus zu machen"

Ansonsten durchsieben die Blau-Gelb-Weißen gerade ihren Personalbestand. Can Düzel verlässt den Verein, Dominik Bock erhielt keinen neuen Vertrag und steht mit den Meuselwitzern in Verhandlungen. Felix Müller, der bislang nur aus Jena ausgeliehen war, ist indes vom ZFC schon verpflichtet.

Und noch ein verstoßener langjähriger Stammspieler wechselt vom FC Carl Zeiss Jena zu den Regionalliga-Fußballern des ZFC Meuselwitz. Dominik Bock hat einen Dreijahresvertrag unterschrieben und wird parallel zum Fußballsport eine Berufsausbildung absolvieren. Der 26-Jährige wechselte vor 14 Jahren von Saalfeld nach Jena, spielte Junioren A- und B-Bundesliga und im Erwachsenenbereich in den letzten Jahren 72 Partien in der 3. Liga und 52 Partien in der Regionalliga, vornehmlich in der Offensive. Nach nur noch sporadischen Einsätzen in der laufenden Spielzeit wurde er vereinsseitig gebeten, sich einen neuen Club zu suchen. „Wir wussten, dass Dominik mit seiner jungen Familie recht ortsgebunden ist und haben uns entsprechend um ihn bemüht. Wohlwissend, dass wir in Meuselwitz in der Lage sind, den Spagat aus Familie, der Berufsausbildung und dem Sport unter leistungssportlichen Kriterien zu absolvieren“, so Teammanager Frank Müller, der sich auch sicher ist, dass der Spieler in Meuselwitz zu seinem früheren Vermögen zurückfindet.

Pinder ist froh, dass er mittlerweile alle seine Schützlinge wieder im Trainingsbetrieb hat. „Wir versuchen das Beste daraus zu machen“, erklärt er. „Der Trainingsaufbau orientiert sich teils am Punktspielbeginn im Juni. Da wir aber auch im Pokal jetzt schon fit sein wollen, muss ich bei der Belastungsdosis Kompromisse machen.“ Er kann also den Schwerpunkt nicht nur auf die athletischen Grundlagen für Ausdauer und Kraft legen, wie das derzeit gemessen am Saisonstart Ende Juli nötig wäre, sondern gleichzeitig im Blick haben, dass seine Truppe am Sonntag keine allzu schweren Beine bekommt, sprich eine gewisse Spritzigkeit an den Tag legt. Ob der Coach bei dieser Gratwanderung bislang das richtige Maß gefunden hat, wird am Sonntag zu beobachten sein.