10. September 2019 / 18:32 Uhr

Schwierige Lage für Segelsportler in Brandenburg: Teilweise keine handbreit Wasser unterm Kiel

Schwierige Lage für Segelsportler in Brandenburg: Teilweise keine handbreit Wasser unterm Kiel

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mathias Balk, der Vorsitzende des Seesportclubs Rangsdorf: Normalerweise ist die Uferstelle mit Wasser bedeckt.
Mathias Balk, der Vorsitzende des Seesportclubs Rangsdorf: Normalerweise ist die Uferstelle mit Wasser bedeckt. © Lars Sittig
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Segelsport in Brandenburg: In der Mark ist die Lage wegen der niedrigen Wasserstände teilweise dramatisch.

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Der kleine Streifen Strand, auf dem Mathias Balk sein Statement zur schwierigen Lage abgibt, verströmt eine gewisse Symbolik: Normalerweise steht hier mehrere Zentimeter hoch das Wasser, inzwischen aber ist der Spiegel des Rangsdorfer Sees weit abgesunken. „Wir hatten immer schon mal Probleme mit dem Wasserstand, aber jetzt ist der Wasserstand auf 60 Zentimeter gefallen“, sagt der Vorsitzende des Seesportclubs Rangsdorf, „so tief war er noch nie. Mit unseren größeren Booten waren wir im Mai zum letzten Mal draußen, seitdem ist der See zu flach. Die Wasserfläche hat sich extrem verringert.“

Bei einem Ortstermin vor wenigen Tagen funkeln Sonnenstrahlen malerisch auf dem äußerlich immer noch imposanten Gewässer wenige Kilometer südlich von Berlin – aber die Idylle trügt, mit der Wassertiefe ist auch die Qualität gesunken. An der Färbung des Schilfes kann man den drastischen Rückgang des Wassers erkennen. Regelmäßig werden tote Fische ans Ufer gespült.

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Die Lage am Rangsdorfer See, der seit Längerem Sorgen macht, ist sicher besonders dramatisch, aber auch an manch einer anderen Stelle in Brandenburg haben Boote wegen der niedrigen Wasserpegel keine Handbreit Wasser unterm Kiel. „Die Situation ist sicher wegen des niedrigen Wasserstandes schwierig und in einigen Regionen dramatisch“, sagt Karl-Heinz Hegenbart, der Chef des brandenburgischen Segler-Verbandes mit rund 5400 Mitgliedern, „vor allem für Boote, die kein einziehbares Schwert haben. Die Pegel sind in den vergangenen Jahren wegen der fehlenden Niederschläge deutlich gefallen. Noch können wir fahren und auch alle Regatten konnten wie geplant stattfinden, aber noch ein paar solche Sommer und das Segeln könnte vor allem für große Boote in vielen Revieren unattraktiv werden.“

Die Ursachen für anhaltende Ebbe in den märkischen Binnengewässern sind vielschichtig: Wegen der durch den Klimawandel niedrigeren Niederschlagsmengen wird aus den Gewässern besonders viel Wasser entnommen – der Flüssigkeitskreislauf ist ein ausgedörrtes, poröses System. Zudem sinkt der Grundwasserspiegel. Wasserarme, oft trübe Gewässer erhitzen sich schneller und verlieren durch die Verdunstung mehr Flüssigkeit. Auch die Lage der Segelreviere innerhalb der Verkehrs-Infrastruktur sorgt für ein großes Gefälle der Pegelhöhen: Auf Seen, die an große Wasserstraßen angebunden sind, sind die Niedrigwassernöte beispielsweise geringer. Holger Kolrep, der Obmann des Reviers Neuruppin sagt: „Die Wasserstände sind auch in unserer Region sicher niedrig, aber das ist im Sommer oft so. Von Einschränkungen, was den Segelsport betrifft, ist mir nichts bekannt.“

Auch im Mellensee ist die Situation schwierig

Anke Schäcke, die als Obfrau für das Revier Potsdam zuständig ist, zu dem auch der Rangsdorfer See gehört, sagt: „Die Pegel sind stark gesunken, aber aus meinem Revier sind mir bis auf Rangsdorf und den Mellensee keine Schwierigkeiten gemeldet worden. Der Templiner See beispielsweise kann wie immer genutzt werden.“ Am wenige Kilometer entfernten Mellensee aber haben sie die Auswirkungen der Dürreperiode bereits deutlich zu spüren bekommen. „Es gibt Pfähle auf dem Boden des Sees, wegen des niedrigen Wasserstandes sind dort schon Boote beschädigt worden. Manche Stellen des Sees können mit Booten ohne einziehbares Schwert nicht mehr befahren werden“, sagt Ulrike Große. Die Chefin des Wassersportclubs am Mellensee hofft nun, dass die massiven Regenfälle am Montag für etwas Entspannung sorgen.

Das war der zweite Tag der Deutschen Meisterschaften im Kutterrudern.

Die Rathenower Kutterruderer konnten auch am zweiten Wettkampftag vollauf überzeugen. Zwei von drei Titeln blieben in der Kreisstadt. Zur Galerie
Die Rathenower Kutterruderer konnten auch am zweiten Wettkampftag vollauf überzeugen. Zwei von drei Titeln blieben in der Kreisstadt. © Christoph Laak
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Mathias Balks Prognose für die Zukunft fällt skeptisch aus, wenn dem fallenden Wasserspiegel nicht entgegengewirkt werden kann: „Natürlich ist die Situation für Segelvereine wie uns existenzbedrohend. Erstens, weil die Seen so flach sind und zweitens, weil der Sport unter diesen Umständen auch für die Jugendlichen nicht attraktiv ist und wir schwer Nachwuchs gewinnen können.“

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