05. März 2021 / 07:09 Uhr

Schwierige Saison vorprogrammiert: Mick Schumacher soll im neuen Haas-Auto dazulernen

Schwierige Saison vorprogrammiert: Mick Schumacher soll im neuen Haas-Auto dazulernen

Karin Sturm
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mick Schumacher steht bei Haas eine komplizierte Premierensaison bevor.
Mick Schumacher steht bei Haas eine komplizierte Premierensaison bevor. © dpa
Anzeige

Die Vorbereitung auf seine erste Formel-1-Saison wird Mick Schumacher durch die Corona-Pandemie erschwert. Die Probleme lassen ahnen, dass das erste Jahr in der Motorsport-Königsklasse für ihn nicht einfach werden könnte. Aber der Youngster nimmt die Erwartungen gelassen.

Anzeige

Als Sohn einer Legende seine eigene Formel-1-Karriere zu starten, den Schatten des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher nicht als Belastung zu empfinden, mit der oft unrealistischen Erwartungshaltung einer breiten Öffentlichkeit umzugehen, das ist nicht einfach. Auch wenn Mick Schumacher bei der Präsentation des Haas-Teams noch einmal betonte, den Namen "nicht als Belastung, sondern als etwas, auf das ich stolz bin und als zusätzliche Motivation" zu empfinden.

Anzeige

Überhaupt geht der Youngster, der am 22. März 22 Jahre alt wird, mit all dem, was jetzt auf ihn einstürmt, sehr souverän um. Im Vermeiden von Medienfallen hat er allmählich Routine. In Sachen Privates wird er damit ja schon seit Jahren regelmäßig konfrontiert, jetzt kommt das Minenfeld Politik dazu. Nachdem kürzlich ein "kein Kommentar" zu Lewis Hamiltons Antirassismusengagement in den sozialen Medien falsch interpretiert wurde, zog er sich jetzt zu Fragen nach den "russischen" Farben seines Autos sehr clever aus der Affäre. "Solange das Auto schnell ist, bin ich happy. Ich sehe darin lediglich die Farben des Teams. Es ist ein sehr schönes Auto. Es ist schön, meine Startnummer 47 drauf zu sehen."

Mehr vom SPORTBUZZER

Corona macht die Saisonvorbereitung mehr als schwierig

Diese Souveränität neben der Strecke ändert nichts daran, dass die Herausforderung Formel 1 für ihn eine große werden wird. Denn die technischen Voraussetzungen, in seiner Debütsaison bereits Erfolge einfahren zu können, sind nicht wirklich gegeben. Schon die Vorbereitungsphase war ausgesprochen kompliziert. Direkte Kontakte zwischen Team, Fahrer und Teamchef durch die Corona-Beschränkungen extrem eingeschränkt, Kommunikation fast nur online.

Teamchef Günther Steiner hing in seinem Haus in den USA fest, konnte und wollte nicht in die Fabrik nach England. "Und ich musste auch erst einmal eine Woche in Quarantäne, um Ende letzter Woche dann wenigstens einmal eine Sitzanpassung im neuen Auto machen zu können", so Mick. Der Ferrari-Motor im Heck des Haas konnte noch nicht angelassen werden, weil die dafür benötigten Ferrari-Techniker nicht aus Italien nach England reisen durften, an dem jetzt gezeigten Auto war nur die Lackierung Stand 2021 – der Rest das alte Auto, das neue wird erst für den Test in Bahrain ab 12. März fertig, wo auch der Motor zum ersten Mal gestartet werden soll.

Für Schumacher geht es vor allem um das Duell gegen Mazepin

Was Schumi jr. jetzt auch schon weiß und mental wegstecken muss: Große Weiterentwicklungen wird es während der Saison nicht geben. Aus Kapazitäts- und Finanzgründen sieht das kleine Haas-Team 2021 als reines Übergangsjahr vor dem großen Wandel in der Formel 1 mit dem komplett neuen technischen Reglement für 2022. "Was aber nicht heißt, dass wir nicht trotzdem voll angreifen werden und versuchen, auf jeden Fall besser abzuschneiden als letztes Jahr", versucht er dennoch, Optimismus zu verbreiten, ganz professionell im Sinne des Teams, das 2020 nur drei WM-Punkte holte. "Wir werden versuchen, im Mittelfeld mitzufahren und jede Chance zu nutzen, die wir kriegen können." Realistisch gesehen muss er sich wohl vor allem auf einen Sieg im Teamduell gegen Nikita Mazepin konzentrieren.

Auf eines kann er dabei auf jeden Fall bauen: auf den Rückhalt seines Teamchefs. "Die Erwartungshaltung von den Medien wird extrem sein, weil er der Sohn des Rekordweltmeisters ist", weiß Steiner. "Ich werde ihn schützen, wenn es darauf ankommt. Denn ich bin überzeugt, dass er Erfolg haben wird. Man muss ihm nur die entsprechende Zeit zugestehen. Dass er – und auch Nikita – Ende 2021 so weit sind, dass sie dann 2022 wirklich bereit sind für größere Aufgaben, das ist das Ziel."