12. Juli 2021 / 20:29 Uhr

Schwieriger Name, super Typ: Ex-Wolfsburger Grygiel lobt den neuen Co-Trainer der Grizzlys

Schwieriger Name, super Typ: Ex-Wolfsburger Grygiel lobt den neuen Co-Trainer der Grizzlys

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
shuchuk grygiel
Schwieriger Name, starker Spieler, neuer Co-Trainer der Grizzlys Wolfsburg: Und Ex Grizzly Adrian Grygiel (o. r.) erklärt, wie Gary Shuchuk tickt. © Imago Images (2), Maik Vogelsang, Grizzlys Wolfsburg
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Der Name ist schwierig, jüngeren Eishockey-Fans ist er wohl auch sportlich kein Begriff. Aber mit Gary Shuchuk als Co-Trainer könnte Vizemeister Grizzlys Wolfsburg einen guten Fang gemacht haben. Sagt einer, der ihn gut kennt: Ex-Grizzly Adrian Grygiel, der mit Shuchuk deutscher Meister 2003 wurde. Und vom neuen Chefcoach hält Grygiel auch viel.

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Klub-Ikone Tyler Haskins als Co-Trainer blieb, mit Mike Stewart (zuvor Köln, Augsburg, Bremerhaven) und Gary Shuchuk kamen ein neuer Chef-Coach zu den Grizzlys und ein weiterer Co-Trainer. Gary wer? Gary Shuchuk (das spricht sich: Schuhtschack). Mit ihm hat Wolfsburg einen guten Fang gemacht, glaubt Adrian Grygiel (Krefeld), der in der Saison 2012/13 für den frischgebackenenen deutschen Eishockey-Vizemeister spielte und auch zu Krefelds Meisterspielern 2003 zählt.

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Shuchuk war mal ein richtig guter Spieler, absolvierte über 150 NHL-Partien unter anderem für die LA Kings, war später in der Schweiz und Deutschland aktiv. In der DEL spielte er für die DEG (unter anderem mit Ex-Grizzly Boris Lingemann) und für die Krefeld Pinguine. Und diese Pinguine wurden 2003 Überraschungsmeister der DEL. Sie waren von Platz sechs aus gekommen, hatten mit Christoph Brandner, Patrik Augusta und Brad Purdie einen Wundersturm, mit dem jungen Christian Ehrhoff einen Verteidiger, der später ein großer NHL-Spieler wurde und mit dem viel zu früh verstorbenen Robert Müller einen sagenhaften Keeper.

Und sie hatten einen Leader erinnert sich Grygiel, der auch zum Meisterteam der Oinguine zählte. Einen von der Sorte "Unsung hero". Shuchuk. "Er war nicht der ganz große Scorer", erinnert sich Grygiel, der 2012/2013 für die Grizzlys spielte. "Aber er war ein Arbeiter, ein Kämpfer, ein wichtiger Spieler in Unterzahl, ein Spieler von der Sorte, wie man sie unbedingt braucht, wen man etwas gewinnen will."

Arbeiter, Kämpfer - das ist das Image, das die Grizzlys haben, das ist der Stil, den sie pflegen wollen, für den auch Tyler Haskins als Spieler stand. Da könnte Shuchuk passen. Grygiel: "Gary war der Kopf der Mannschaft, ich erinnere mich, dass er immer positiv eingestellt war, aber auch ehrgeizig. Und: Er war ein hervorragender Blocker, unmenschlich, was er an Schüssen geblockt hat."

Grygiel blieb im Laufe seiner Karriere nur eine Saison in Wolfsburg, "obwohl ich mich sehr wohlgefühlt habe in der Stadt und im Team". Er hatte etwas Verletzungspech, war nicht ins Rollen gekommen, der Vertrag wurde aufgelöst. Er kam in Augsburg unter, zeigte dort, dass er es besser kann als es in Wolfsburg zum Tragen kam.

Bei den Panthern stieg Grygiel zum stellvertretenden Kapitän auf. In Krefelds Eishockey-Nachwuchs groß geworden, folgte der Stürmer dann einem zukunftsweisenden Angebot aus der Heimat, wurde noch Kapitän der Pinguine, gab zudem ein Intermezzo in Crimmitschau, ist inzwischen Leader der Oberliga-Nachwuchsmannschaft der Krefelder und in die Organisation eingebunden.

Stimmt sein Eindruck, dann haben die Wolfsburger auf der Trainer-Position alles richtig gemacht, denn: "Aus Augsburg wegzugehen, ist mir verdammt schwergefallen", sagt Grygiel. Die Perspektive und die Familie gab den Ausschlag, denn sportlich hatte es ihm dort prima gefallen. Wegen des Trainers. Im Gespräch über Shuchuk wirft der Angreifer ein: "Wolfsburg hat ja auch einen Top-Chefcoach bekommen. Mike Stewart. Menschlich super, als Trainer super, ein kompakter Trainer, der beste, den ich in der DEL hatte." Das will was heißen, schließlich hat Grygiel 19 Jahre im Oberhaus gespielt, dort 921 Partien gemacht. Samt einer Meisterschaft. Mit Mitspieler Gary Shuchuk.