24. März 2020 / 18:10 Uhr

Schwimmer Franz Müller sitzt in Detroit auf dem Trockenen: Studiert wird nur noch online

Schwimmer Franz Müller sitzt in Detroit auf dem Trockenen: Studiert wird nur noch online

Marcus Alert
Märkische Allgemeine Zeitung
Der Brandenburger Franz Müller lebt zur Zeit in Detroit.
Der Brandenburger Franz Müller lebt zur Zeit in Detroit. © Privat
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Schwimmen: Der einstige Wasserfreunde-Schwimmer Franz Müller sitzt in Detroit auf dem Trockenen.

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"In den ersten Tagen gab es überhaupt kein Toilettenpapier mehr“, verrät Franz Müller. Insofern würden sich die Havelstadt Brandenburg und die Autobauerstadt Detroit im Kampf gegen den Coronavirus kaum unterscheiden. Doch die Regale seien schnell wieder aufgefüllt worden. Versorgungsengpässe gibt es inzwischen nicht mehr. In den nächsten Tagen rechnet Müller wegen der steigenden Zahlen jedoch mit einem Ausgangsverbot. Auch, weil er davon ausgeht, dass das Gesundheitssystem der USA nicht so belastbar wie das in Deutschland ist.

Franz Müller studiert seit Sommer 2017 in der amerikanischen Stadt im Staat Michigan. Der Brandenburger kam direkt von der Sportschule in Potsdam mit einem Sportstipendium an das College, wo er Maschinenbau studiert. Zugleich steht der einstige Wasserfreunde-Athlet im Schwimmteam der Universität. Der Virus schlug am 12. März wie eine kleine Bombe ein. Denn in der Mittagspause des zweiten Tages der nationalen Schwimm-Meisterschaften wurden die Titelkämpfe urplötzlich und praktisch ohne Vorwarnung abgebrochen. „Das war sicherlich eine vernünftige Entscheidung, auch wenn wir mit der Kraulstaffel beste Chancen auf eine Medaillen hatten“, so der natürlich ein wenig enttäuschte Schwimmer Franz Müller.

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Seitdem hat sich viel geändert. Noch am gleichen Abend verlängerte der Universitäts-Präsident erst einmal die Frühlingsferien um eine Woche. Wie auch in Deutschland stellten sämtliche Sportverbände innerhalb von 24 Stunden ihren Betrieb ein. Wettkämpfe und auch Training wurden überall im Land abgesetzt, die Sportstätten geschlossen. „Trotzdem steigt die Zahl der Betroffenen immer weiter“, so der 22-Jährige. Und dies, obwohl es kaum Tests im Land gebe. Die Dunkelziffer sei daher wohl auch deutlich höher.

Franz Müller selbst, der sonst zweimal täglich im Becken trainiert hat, geht mittlerweile regelmäßig joggen und macht in der Wohnstube diverse Kraftübungen. Seine Mitbewohner, ein Brasilianer und ein US-Amerikaner, sind ebenfalls Schwimmer. „Derzeit kommen wir noch gut miteinander klar, doch ab der 3. Woche wird es sicherlich schwierig“, weiß Müller aufgrund seiner Erfahrung mit diversen Trainingslagern. Schließlich komme man schon jetzt kaum noch raus, da auch der gesamte Studienbetrieb über ein Onlineportal abgewickelt wird. Die Lehrer unterrichten mit Hilfe von Telefonkonferenzen und die Vorlesungen laufen live im Internet. Probleme sieht Franz Müller allerdings bei den anstehenden Prüfungen. Doch auch da werde es sicherlich eine Lösung geben.

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