10. Januar 2022 / 19:55 Uhr

Schwimmhallen in Sachsen dürfen wieder öffnen

Schwimmhallen in Sachsen dürfen wieder öffnen

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Reportage  Die große Leere - Was wird aus den sportlichen Neujahrsvorsätze   in Leipzig. Leere Schwimmhalle Mitte in der Kirschbergstraße in leipzig.
So leer wird es bald nicht mehr sein: Bereits nächste Woche wollen die ersten sächsischen Schwimmhallen wieder öffnen. © Kempner
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Die Olympiadritte von 1956, Eva-Maria Hartmann, macht Druck bei den Fraktionen im Landtag. Schwimmerinnen und Schwimmer dürfen sich auf die neuen Lockerungen freuen, welche am Mittwoch in Dresden beschlossen werden sollen.

Leipzig. Als am Freitag im Entwurf der neuen Corona-Schutzverordnung von einigen Lockerungen im Sport die Rede war, gab es noch keine Öffnungsperspektive für Schwimmhallen in Sachsen. Das wollte Eva-Maria Hartmann nicht akzeptieren. Die 84-Jährige hatte unter ihrem Mädchennamen ten Elsen 1956 mit ihrer Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Melbourne das erfolgreiche Nachkriegs-Kapitel des Leipziger Schwimmsports begonnen.

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Um Rekorde geht es der rüstigen Rentnerin schon lange nicht mehr – aber Schwimmen zur Gesunderhaltung steht für die frühere Brustspezialistin an oberster Stelle. Also schrieb sie am Wochenende im Namen ihrer Vereinskollegen von Lok Mitte und Tausender anderer Leipziger Schwimmer an alle Fraktionsvorsitzenden des Sächsischen Landtages. Eva-Maria Hartmann („In unserem Verein sind alle geboostert“) stellte Fragen und bat darum, die Einschränkungen für den Schwimmsport zu überdenken. „Wir Schwimmer müssen etwas tun und uns Gehör verschaffen“, sagte sie dem SPORTBUZZER.

Mehr zum Schwimmen

Bis Montagvormittag hatte die aktive Rentnerin bereits Reaktionen der Grünen und der CDU erhalten – mit der Aussage, sie könne sich Hoffnungen machen. Tatsächlich: Der neue Entwurf des Sozialministeriums in Dresden sieht ab Freitag eine Öffnung der Schwimmhallen unter 2G-Plus vor – die Saunen sollen dagegen weiter geschlossen bleiben.


Ab Anfang nächster Woche

Doch können die Sportbäder Leipzig den Betrieb schnell wieder hochfahren? Dazu Sprecherin Katja Gläß: „Wir sind gewillt und bereit, unsere Schwimmhallen kurzfristig unter 2G-Plus wieder für das öffentliche Baden zu öffnen.“ Eine Öffnung hänge jedoch von etlichen Faktoren ab. So vom Wortlaut und den Details der endgültigen Verordnung, die am Mittwochabend verabschiedet werden soll. „Größte Herausforderung wird die Kontrolle der 2G-Plus- und Testnachweise.“ Bei der Organisation dieser Kontrollen seien die Sportbäder auch auf externe Dienstleister und deren Kapazitäten angewiesen. Das öffentliche Schwimmen soll Anfang nächster Woche beginnen, das Datum des Neustarts werde noch mitgeteilt.

Recht schnell könnten die Vereine ins Training zurückkehren (Kinder bis 16 Jahre durften auch bisher ins Wasser), da die Klubs die Voraussetzung (2G-Plus) selbst kontrollieren. Christoph Kirsten, Geschäftsführer des Sportbades Markkleeberg, rechnet damit, dass am Dienstag erstmals wieder öffentliches Schwimmen angeboten werden kann. Auch die privaten Spaßbäder im Freistaat dürfen wieder öffnen. Nach ersten SPORTBUZZER-Informationen wird zum Beispiel im „Riff“ in Bad Lausick über diese Option nachgedacht, auch wenn die Saunalandschaft noch geschlossen bleiben muss.