22. November 2020 / 14:39 Uhr

Schwülpers Kapitän Meyer: Im Lockdown kümmert er sich auch um den Lieferdienst

Schwülpers Kapitän Meyer: Im Lockdown kümmert er sich auch um den Lieferdienst

Julian Voges
RedaktionsNetzwerk Deutschland
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Kapitän mit Leib und Seele: Schwülpers Niklas Meyer (l.) kuriert in der Corona-Pause eine Knieverletzung aus. © Sebastian Preuß
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Er ist der Kopf der Mannschaft, sein Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: Der Fußball-Kapitän. In der Corona-Krise ist vieles anders, er aber nicht weniger gefordert. Wie funktioniert Zusammenhalt trotz Lockdown? Wie geht Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie geht Fitness ohne Teamtraining? Der SPORTBUZZER fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitän?

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Niklas Meyer führte das Team des FC Schwülper nach dem Re-Start in der Kreisliga B zu 18 Punkten aus sechs Spielen. Der ambitionierte Kreisligist ist damit Tabellenführer und hat die Hinrunde - bis auf das Spiel gegen den SSV Kästorf II - bereits beendet, da der Liga-Betrieb im Kreis Gifhorn drei Wochen früher begonnen hatte. Deshalb traf der neuerliche Lockdown das Team nicht so hart wie andere, doch auch beim FC ruht jetzt der Spielbetrieb bis voraussichtlich zum 18. April.

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Ein Zeitraum, den Meyer leider gut gebrauchen kann. Denn der Versicherungskaufmann pausiert schon länger. Beim 3:2 im Top-Spiel gegen den SV Triangel hatte er sich am 11. Oktober am Kreuzband verletzt. „Ich gebe natürlich alles dafür, um in der Rückrunde wieder gemeinsam mit den Jungs auf dem Platz zu stehen und zu fighten“, gibt sich der Kapitän kämpferisch und optimistisch.

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Der Leader, dessen Vorbild der spanische Nationalspieler Sergio Ramos ist, gewährt Einblicke in den Aufbauplan seines verletzten Knies: „Das vordere Kreuzband ist gerissen. Ich habe mehrere Ärzte draufschauen lassen, da eine OP im Raum stand. Im Knie ist sonst nichts kaputt. Ich probiere jetzt die konventionelle Methode mit ordentlich Krankengymnastik. Ich bin auch schon wieder schmerzfrei. Ein MRT-Termin in sechs Wochen gibt mir dann noch mal mehr Gewissheit.“

Meyer übernahm die Binde zur Saison 2019/2020 von Kai Günter: „Unser langjähriger Kapitän wollte etwas kürzertreten und so standen neue Wahlen an. Ich wurde einfach vorgeschlagen und gewählt. Vielleicht, weil ich stets auf dem Feld mit meinem Ehrgeiz und meiner Vorstellung vorlebe, das Spiel zu gewinnen“, sagt der 27-Jährige selbstbewusst.


Der zweite Lockdown bringt nicht nur den Spielbetrieb zum Erliegen, sondern macht auch den Trainings-Alltag ebenso unmöglich wie Treffen innerhalb der Mannschaft. Eine „spezielle Zeit“, in der vor allem Zusammenhalt und Solidarität an oberster Stelle stehen, so auch beim FC. Meyer nimmt sich seiner Aufgabe als Kapitän an: "Gerade in diesen schwierigen Zeiten, wo man nicht gemeinsam auf dem Platz stehen kann, geht es darum, alle Jungs beisammenzuhalten und zu motivieren, auch zu Hause was für die Fitness zu tun.“

Wie das genau aussieht? „Wir haben alle eine eigene Fitness-App, wo wir eine bestimmte Anzahl an Kilometern innerhalb der einzelnen Monate als Team gemeinsam laufen wollen, oder mit der wir auch verschiedene Workouts absolvieren. In dieser gibt es auch eine Rangliste, in der alle im Team einsehen können, wer wie viele Kilometer abreißt.“ Und noch etwas hat der Kapitän im Blick: „Natürlich dürfen wir Spieler im Lockdown unsere Sponsoren nicht vergessen. Hier organisiere ich zum Beispiel mal eine Mannschaftsbestellung in Form eines Essens, um Sponsoren in der Umgebung auch etwas zurückzugeben.“

Die etwas anderen Kapitäns-Tipps in der Corona-Krise

Film-Tipp: Gladiator. "Gerade in der heutigen Zeit stellt der Film Werte wie Ehre, Mut und Stärke wieder in den Vordergrund! Gladiator macht einem bewusst, dass man gerade in schwierigen Zeiten gewinnen kann, wenn man an sich glaubt.“

Serien-Tipp: King of Queens. "In meinen Augen die beste Sitcom aller Zeiten.“

Zeitschriften-Tipp: 11 Freunde. "Weil hier mit Leidenschaft, Humor und Selbstironie auf den Fußball und seine Kultur geblickt wird.“