08. Juni 2021 / 10:16 Uhr

Scoccimarro: Eine Judo-WM fürs Olympia-Ticket

Scoccimarro: Eine Judo-WM fürs Olympia-Ticket

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Tokio ruft: Giovanna Scoccimarro (r.) will zunächst bei der WM in Budapest liefern.
Tokio ruft: Giovanna Scoccimarro (r.) will zunächst bei der WM in Budapest liefern. © IJF
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Es geht um den WM-Titel und um das Olympia-Ticket. Giovanna Scoccimarro ist heute nach Budapest geflogen. Am Donnerstag steht das Lessiener Judo-Ass in Budapest auf der Matte. Jeder einzelne Sieg bringt die Athletin des MTV Vorsfelde dann auch Tokio ein weiteres Stückchen näher.

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Es ist die Weltmeisterschaft - und doch nicht der Saisonhöhepunkt, wenn im selben Jahr Olympische Spiele anstehen. Wenn die Lessienerin Giovanna Scoccimarro am Donnerstag auf der Matte steht, dann geht's in Budapest um den WM-Titel in der Klasse bis 70 Kilogramm. Aber eben auch darum, die allerletzten Zweifel an ihrer Nominierung für Tokio auszuräumen. Das Judo-Ass aus Lessien gehört in Ungarn zum Kreis der Medaillen-Kandidatinnen, ist an Nummer 5 gesetzt. Aber da ist ja auch noch ihre nationale Konkurrentin Miriam Butkereit (Glinde), die ebenfalls am Start und die Einzige ist, die der Kämpferin des MTV Vorsfelde das Tokio-Ticket noch entreißen könnte.

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Die WM ist das letzte Turnier, das in den Olympia-Qualifikations-Zeitraum fällt. In Ungarn gibt's reichlich Zähler zu holen, aber Scoccimarro geht mit fast 1000 Punkten Vorsprung ins Rennen. Ein dickes Polster. Zuletzt gewann sie zudem beim Grand Slam in Kazan (Russland) Silber, holte in diesem Jahr beim wichtigen Masters in Doha (Katar) Bronze. Alles dicke Ausrufezeichen im Hinblick auf Tokio. Trotzdem sagt sie zum Thema erste Olympia-Teilnahme: "Ich warte lieber ab, bis es die Bestätigung vom deutschen Judobund gibt."

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Das ist verständlich. Trotzdem dreht sich in Ungarn für sie vieles um Olympia. Denn - vorausgesetzt ihre Nominierung aus dem Vorjahr bleibt bestehen: "Ich möchte mit einem guten Gefühl nach Japan fahren, möchte deshalb bei der WM ein gutes Ergebnis erzielen." Zweimal war die 23-Jährige bisher bei diesen Titelkämpfen am Start, zweimal erreichte sie das Achtelfinale. Weltmeisterin darf sie sich trotzdem nennen. Mit diesem Titel verabschiedete sie sich 2017 nämlich aus den Juniorinnen-Bereich. "Dieser Erfolg steht in meiner persönlichen Rangliste weit oben", sagt die Lessienerin, die es damals in Zagreb (Kroatien) im Pool-Finale mit Michaela Polleres zu tun bekam. Und auf die Österreicherin kann sie am Donnerstag erneut treffen.



Es wäre wieder im Pool-Finale. Was im Falle des Sieges ein feiner Bonus wäre: In der Quali-Rangliste könnte Scoccimarro dann Polleres noch abfangen. Momentan steht die Vorsfelder Kämpferin in der bereinigten Rangliste auf Platz fünf, die Österreicherin in Reichweite auf Rang vier. "Ich möchte auf jeden Fall gut Punkte holen und nochmal meinen Setzplatz für die Olympischen Spiele festigen", sagt die 23-Jährige, die am Montag von Hannover über Frankfurt nach Budapest geflogen ist und da noch nicht die Auslosung kannte.

In Pool B trifft sie am Donnerstag nach einem Freilos zunächst auf Gulnoza Matniyazova. Gegen die Usbekin hatte Scoccimarro im Februar beim Grand Slam in Tel Aviv souverän gewonnen. Natürlich liege der Fokus mehr auf Olympia, aber deshalb solle die WM nicht an Wert verlieren. "Und ich sage jetzt mal einfach, wenn ich nochmal Weltmeisterin werde, habe ich damit natürlich gar kein Problem", so die Lessienerin mit einem Schmunzeln