07. Juli 2019 / 14:29 Uhr

Scoccimarro in Montreal souverän zum Grand-Prix-Sieg

Scoccimarro in Montreal souverän zum Grand-Prix-Sieg

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Platz 4: Den deutschen Titel in Stuttgart holte sich Giovanna Scoccimarro praktisch im Schnelldurchlauf. Keiner ihrer fünf Kämpfe im Januar ging über die volle Zeit. Im Finale besiegte das Judo-Ass des MTV Vorsfelde in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm Sarah Mäkelburg (Annen) in 85 Sekunden und holte sich damit sein erstes DM-Gold in der Frauen-Klasse.
Strahlendes Lächeln: Giovanna Scoccimarro vom MTV Vorsfelde feierte in Montreal ihren ersten Grand-Prix-Sieg bei den Erwachsenen. © IJF
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Es ist das entscheidende Jahr – das Jahr vor Olympia! Giovanna Scoccimarro vom MTV Vorsfelde bläst offenbar zum Angriff auf ein Ticket für die Spiele 2020 in Tokio. Am Samstag landete sie in Montreal ihren ersten Grand-Prix-Sieg bei den Erwachsenen. Dabei präsentierte sich die Vize-Europameisterin von 2017 (damals war sie eigentlich noch eine U21-Kämpferin) souverän.

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Die Kulisse macht Scoccimarro nur noch stärker

Im Finale der Klasse bis 70 Kilo ließ sich die Lessienerin auch von der Atmosphäre nicht irritieren. Denn ihre Gegnerin, die bis dahin auch stark gekämpft hatte, hatte den Heimvorteil. Doch der Kanadierin Kelita Zupancic (29), immerhin vierfache panamerikanische Meisterin, nützte auch ihre größere Erfahrung nichts: Wie in den Kämpfen zuvor griff die MTVerin selbst viel an, variierte ihre Techniken und konterte ihrer Gegnerin dann kurz vor Schluss der regulären Zeit aus - verwandelte deren Hüftwurfansatz in einen Haltegriff für sich. Als sie sich von Zupancic lösen durfte, strahlte sie und nickte, wusste schon vor der offiziellen Bekanntgabe – das war ihr erster Grand-Prix-Erfolg bei den Erwachsenen. Scoccimarro: „Ich habe versucht, die Stimmung in der Halle auf mich zu beziehen, sie erstmal ihre Aggressivität rauslassen zu lassen und dann selber Druck gemacht.“

Zwar hatten einige Elitekämpferinnen, etwa die Japanerinnen gefehlt, doch auch Zupancic rangiert in der Weltrangliste vor der MTVerin. Die anderen, die sie besiegt hatte, finden sich auch unter den Top 36 der Welt. Und: Scoccimarro beherrschte sie alle. Im Halbfinale etwa fuhr sie gegen die belgische Meisterin Roxane Taeymans schon nach knapp einer Minute die Waza-ari-Wertung ein, die sie dann relativ locker über die Zeit brachte. Zuvor hatte sie die Dänin Emilie Sook und die Irin Megan Fletcher bezwungen.

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"Habe einen großen Sprung gemacht"

Vor wenigen Wochen hatte Scoccimarro im chinesischen Hohhot beim Grand Prix Bronze geholt. Jetzt gab es erneut viele Punkte für das Olympia-Ranking. In dem muss sie DJB-Kollegin Miriam Butkereit überholen, die in Montreal nicht dabei war. Mit der Leistung in Kanada empfahl sich Scoccimarro für eine WM-Nominierung. „Ich hoffe, das war ein guter Schritt für die WM dieses Jahr.“ Für die WM kann der DJB anders als für Olympia zwei Kämpferinnen in der 70-Kilo-Klasse nominieren. Dort dabei sein zu dürfen, wäre zugleich wieder eine Chance, weitere wichtige Punkte für Olympia zu sammeln. Bis dahin wird sie noch viele gute Ergebnisse brauchen. Die Sportlerin hat ein gutes Gefühl, glaubt: „In Bezug auf Olympia habe ich einen großen Sprung gemacht, aber es ist immerhin noch ein Jahr Zeit. Und in dem kann viel passieren."

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