25. Februar 2020 / 10:54 Uhr

Trotz Erfolgsserie mit Spielertrainern: Scorpions suchen Cheftrainer für die Play-offs

Trotz Erfolgsserie mit Spielertrainern: Scorpions suchen Cheftrainer für die Play-offs

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wer darf mit den Hannover Scorpions in die Play-offs einziehen? Als Favoriten werden Peter Willmann (links) und Tobias Stolikowski (rechts) gehandelt.
Wer darf mit den Hannover Scorpions in die Play-offs einziehen? Als Favoriten werden Peter Willmann (links) und Tobias Stolikowski (rechts) gehandelt. © Florian Petrow
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Kuriose Situation bei den Hannover Scorpions: Nachdem sich Ex-Trainer Dieter Reiss überraschend vor dem Derby zurückzog, führten Spielertrainer den Oberligisten zu Siegen gegen favorisierte Gegner. Trotzdem suchen die Mellendorfer vor den Play-offs einen neuen Coach. Stolikowski und Willmann gelten als Favoriten.

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Es sind derzeit aufregende Tage für die Hannover Scorpions: In der Eishockey-Oberliga gewannen die Mellendorfer die vergangenen drei Partien – jeweils gegen höher platzierte Gegner und ohne Trainer. Gestern Abend war immer noch nicht entschieden, wer Nachfolger von Dieter Reiss wird. Der Coach hatte vor zehn Tagen seinen Rücktritt erklärt.

Siege gegen Leipzig und Tilburg

Beim Derbysieg gegen die Indians (5:2), dem ersten Spiel ohne Reiss als sportlich Verantwortlichem, hatte noch Kapitän Björn Bombis das Sagen. Am vergangenen Wochenende stand nun Robin Thomson an der Bande. Der Verteidiger ist aktuell noch verletzt. Unter seiner Regie gelang zunächst ein hart erkämpfter 3:2-Heimsieg gegen die Icefighters Leipzig sowie eine 5:0-Gala bei den Tilburg Trappers – ein Erfolg mit Ausrufezeichen.

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Historischer Sieg in den Niederlanden

„Der Sieg war historisch. Eine solch hohe Niederlage haben die Tilburger während ihrer Oberliga-Zugehörigkeit auf eigenem Eis noch nie kassiert“, sagte Scorpions-Sportchef Eric Haselbacher. In der Tat war das Gastspiel der Mellendorfer ein bislang unbekanntes Erlebnis für die Trappers. Seit 2015 spielen sie in der Oberliga mit, von 2016 bis 2018 gewannen sie den Titel. In der Vorsaison scheiterten sie erst im Finale am EV Landshut, aktuell sind sie erneut souveräner Tabellenführer. Aber: Noch niemals blieben sie auf eigenem Eis ohne eigenes Tor.

Thomson will zurück aufs Eis

Das Modell Thomson also vielleicht doch eine Alternative für die Zukunft? „Nein“, sagt der Aushilfscoach und lacht. „Ich will ja wieder spielen – auch wenn das jetzt als Coach Spaß gemacht hat. Wir haben jedoch wie vorher unter Björn alles im Komitee entschieden.“ Aktuell kuriert er noch eine Blessur aus, die auf eine längere Verletzung folgte. „Ich möchte bis zum Beginn der Play-offs auf jeden Fall noch zwei Spiele machen, um wieder in den Rhythmus zu kommen.“ Seine bislang letzte Partie bestritt er im Dezember, als die Scorpions in einem irren Derby mit 8:6 am Pferdeturm gewannen.

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Die Hannover Scorpions feiern die Derbysieg gegen die Hannover Indians. Zur Galerie
Die Hannover Scorpions feiern die Derbysieg gegen die Hannover Indians. ©

Geht es schon wieder nach Rosenheim?

Diese zwei Spiele werden am Freitag (beim Herner EV) und am Sonntag daheim gegen die Saale Bulls Halle sein. Dann ist die Hauptrunde bereits beendet. Durch den Sieg in Tilburg haben die Scorpions definitiv die Pre-Play-offs vermieden und mindestens den sechsten Platz sicher. Pi­kant: Wenn die Play-offs jetzt starten würden, wären die Starbulls Rosenheim der Achtelfinalgegner der Wedemärker. Die Bayern, die aktuell Rang drei in der Oberliga-Süd belegen, schieden in den beiden vergangenen Jahren jeweils im Viertelfinale gegen die Scorpions aus.

Doppellösung mit Stolikowski und Willmann?

Eine Entscheidung um den Trainerposten dürfte da­mit zwischen Tobias Stolikowski und Peter Willmann fallen – oder vielleicht für beide gemeinsam im Duo? Denn Willmann war in der Vergangenheit bereits Co-Trainer unter Reiss, der zuletzt ohne Assistenten arbeitete. In der Saison 2017/2018 trat Willmann kürzer, weil er in seinem Be­ruf als Physiotherapeut die Chance bekam, mit der Band Depeche Mode auf Welttournee zu gehen. Unter Stolikowski gelangen dem ECH 2017 erfolgreiche Play-offs, bis 2019 arbeitete er als Indians-Sportdirektor.

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