04. Januar 2022 / 19:47 Uhr

SCW Göttingen: Wagenknechts „verlängerter Arm“ ist nun sein Trainer-Kompagnon

SCW Göttingen: Wagenknechts „verlängerter Arm“ ist nun sein Trainer-Kompagnon

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Martin Wagenknecht (l.) und Dimitrios Avdoulidis übernehmen den Fußball-Bezirksligisten SCW Göttingen.
Martin Wagenknecht (l.) und Dimitrios Avdoulidis übernehmen den Fußball-Bezirksligisten SCW Göttingen. © scw
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Früher war „Dimi“ Avdoulidis auf dem Spielfeld der „verlängerte Arm“ von Trainer Martin Wagenknecht. Als Trainerduo wollen die beiden ihren alten Klub SCW Göttingen nun zum Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga führen – und können sich vorstellen, noch länger zu bleiben.

Fußball-Bezirksligist SCW Göttingen freut sich diebisch über einen gelungenen Trainer-Coup. „Wir starten das Jahr mit einem echten Knaller“, schreiben die Weender auf ihrer Facebookseite. Gemeint ist die überraschende Verpflichtung der altgedienten SCWer Martin Wagenknecht und Dimitrios „Dimi“ Avdoulidis als zukünftiges Trainerduo – wobei die beiden schon vor Jahren ein gut eingespieltes Team in Diensten des SCW waren.

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„Zu Oberliga-Zeiten war ich Trainer und er mein verlängerter Arm auf dem Platz“, berichtet Wagenknecht, der sich nun auf einer erneute Zusammenarbeit freut. „Ich kenne den Verein schon lange und bin mit Martin gut befreundet. Da lag das nah“, sagt Avdoulidis.

Der Kontakt zwischen den beiden Fußball-Experten war nie abgerissen, unter anderem traf man sich auf Geburtstagen, und dann wurde natürlich gefachsimpelt. Thema war immer mal wieder der SCW, bei dem mittlerweile Avdoulidis’ zwölfjähriger Sohn Rafi spielt. „Dimi“ selbst ist seit rund fünf Jahren als Jugendtrainer bei den Weendern tätig.


Stützpunkttraining konkretisiert das gemeinsame Projekt

Konkret wurde das Projekt, als Avdoulidis immer mal beim DFB-Stützpunkttraining vorbeikam, wo Rafi von Wagenknecht trainiert wurde. Parallel dazu hatte sich Wagenknecht, der gegen Ende seiner Zeit beim SCW als Sportlicher Leiter fungierte, immer mal Spiele des Bezirksligisten angeschaut. Als jetzt Not am Mann war, weil der bisherige Trainer Johannes Zorn wegen eines Umzugs aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung steht, waren beide sofort bereit einzuspringen.

„Als ich das mitbekommen habe, war klar, dass ich den Verein nicht im Stich lasse“, unterstreicht Wagenknecht. „Nach den ersten Gesprächen haben wir uns außerdem gesagt: Wenn, dann machen wir es gemeinsam“, sagt der 60-Jährige. Avdoulidis bringt nicht nur Erfahrungen als umsichtiger Mittelfeldspieler mit einem guten Auge mit, sondern auch als Jugendtrainer. „Als mein Sohn anfing, habe ich erst mal zugeguckt“, erzählt der 54-Jährige. „Dann habe ich die Mannschaft übernommen, es hat mir Spaß gemacht, und ich habe weitergemacht.“

Am Dienstag gab es eine Art Übergabegespräch mit Zorn, der als Assistent von Trainer Thomas Rusch in die Saison gestartet war. Nach der verpassten Qualifikation für die Aufstiegsrunde trennte sich der Klub von Rusch, und plötzlich stand Zorn an der Seitenlinie. In den ersten zwei Partien der Abstiegsrunde ging der SCW daraufhin als Sieger vom Platz – eine gute Ausgangsposition für das neue Trainerduo.

„Wir übernehmen eine Mannschaft, die intakt ist. Johannes hat das in der kurzen Zeit fantastisch gemacht“, sagt Wagenknecht. Im Gespräch am Dienstag wurde unter anderem etwas tiefer in die Planung eingestiegen. Wahrscheinlicher Trainingsauftakt ist am 15. Januar, und angesichts des ersten Pflichtspiels, einer Nachholpartie, die Ende Februar angesetzt ist, hätte man knapp sechs Wochen Vorbereitungszeit. „Man muss natürlich abwarten, wie sich Corona entwickelt“, unterstreicht Wagenknecht.

Spieler wie Mike Schuster, Maikel König und Jannis Käding kennt Wagenknecht noch von früher. Ziel des Duos ist der Klassenerhalt, alles ist andere ist zweitrangig. „Geplant ist zunächst eine Zusammenarbeit bis zum Sommer, aber wenn es gut läuft, können wir uns auch vorstellen weiterzumachen“, sagt der A-Lizenzinhaber.

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Der SCW verfügt über ein sehr junges Team, was Wagenknecht entgegenkommt, weil er es liebe, mit jungen Spielern zu arbeiten und sie weiterzuentwickeln. „Andererseits wären noch zwei, drei alte Hasen nicht schlecht“, sagt er. Früher habe er in dieser Hinsicht auf Matze Weise bauen können – und auf „Dimi“ Avdoulidis. Doch der steht zukünftig neben ihm.