14. Januar 2022 / 22:07 Uhr

Seawolves bezwingen Gladiators in Trier

Seawolves bezwingen Gladiators in Trier

Sebastian Lindner
Ostsee-Zeitung
Till Gloger wurde mit 17 Punkten bester Scorer der Wölfe und zeigte dabei ausgerechnet bei seinem Ex-Verein eine Topleistung.
Till Gloger wurde mit 17 Punkten bester Scorer der Wölfe und zeigte dabei ausgerechnet bei seinem Ex-Verein eine Topleistung. © Gunnar Rosenow
Anzeige

Der 88:80-Sieg kristallisierte sich erst in der Schlussphase heraus und festigte gleichzeitig die Tabellenführung. An alter Wirkungsstätte wurde Till Gloger bester Rostocker Werfer.

Trier​. Mit zwei Punkten im Gepäck haben die Seawolves am Freitagabend die Heimreise aus Trier angetreten. Bei den Gladiators ​siegten die Rostocker mit 88:80 (48:44) und festigten mit dem dritten Sieg in Serie die Tabellenspitze in der ProA. Zunächst sah es so aus, als hätte die Partie das Zeug zu einem echten Spektakel. Insgesamt 59 Punkte fielen in den ersten zehn Minuten. Doch daran konnten beide Teams in der Folge nicht anknüpfen, was auch einer kleinlichen – wenngleich stringenten – Spielleitung der Schiedsrichter zuzuschreiben war.

Anzeige

Von den vielen Unterbrechungen und Fouls, 45 waren es am Ende, war im ersten Viertel aber noch nichts zu sehen. Till Gloger machte an alter Wirkungsstätte die ersten sechs Rostocker Punkte, wurde am Ende mit 17 Punkten auch bester Werfer. Nur kurz konnte Trier in der Anfangsphase in Führung gehen, der Dynamik der Wölfe konnte es aber nur phasenweise standhalten.

Gloger an alter Wirkungsstätte mit Topleistung

Trotz eines Sieben-Punkte-Rückstandes zur ersten Pause kämpfte sich Trier direkt nach Wiederanpfiff auf 33:33 heran, doch Rostock konnte sich erneut ein kleines Plus herausarbeiten. Auch, weil Gloger wieder auf der Platte war und fleißig unter dem Korb punktete. Den Schwung aus dem ersten Durchgang konnte aber auch er nicht halten, insgesamt brachten es die Wölfe nur auf 15 Zähler im zweiten Viertel, für eine knappe Halbzeitführung reichte es dennoch.


Christian Held sprach von einem „extrem zerfahrenen Spiel“. Das sei aber auch zu erwarten gewesen. „Wir wussten nicht, womit wir es zu tun bekommen“, sagte der Coach der Wölfe, bezugnehmend auf den Trainerwechsel bei den Trieren, die nach der Entlassung von Marco van den Berg mit dessen Assistenztrainer Pascal Heinrichs an der Seite antraten. „Das hat man dann auch gesehen. Wir hatten in der ersten Halbzeit Probleme mit den Dingen, die er verändert hat“, so Held.

Mehr zu den Rostock Seawolves

Doch auch Anfang des dritten Viertels blieb es eng. Erst ein 8:0-Lauf der Wölfe auf 61:52 Mitte des Durchgangs sorgte für etwas Ruhe. Geschuldet war das in erster Linie aber den Trierern selbst, die ihre Distanzwürfe nicht mehr im Rostocker Korb unterbrachten. Hinzu kamen in dieser Phase die vielen Fouls, die einen echten Spielfluss nicht aufkommen ließen.

Held: "Haben in der zweiten Halbzeit clevere Anpassungen gemacht"

Und dann waren da noch die Ballverluste der Gladiators. „Ein Großteil der 27 Turnovers der Trierer, die uns letztlich das Spiel gewannen, resultierten aus den cleveren Anpassungen, die wir zur zweiten Halbzeit gemacht haben“, sagte Held, der mit seinem Team mit einer Sieben-Punkte-Führung (65:58) und den ersten Sekunden für Michael Jost in seinem 100. Spiel für die Seawolves ins Schlussviertel ging.

Am 17. September starteten die Rostock Seawolves in die neue Saison. Klares Ziel sind auch in diesem Jahr wieder die Play-offs.

Das offizielle Mannschaftsfoto der Rostock Seawolves Zur Galerie
Das offizielle Mannschaftsfoto der Rostock Seawolves ©

Dort konnten sich die Wölfe dann erstmals eine zweistellige Führung herauswerfen (71:60), an der zu diesem Zeitpunkt vor allem Brad Loesing seine Aktien hatte. Auch Rostocks über die Saison gesehen bester Werfer, Tyler Nelson, konnte in dieser Phase noch etwas für sein Punktekonto tun, „obwohl Trier die Dreierlinie extrem stark verteidigte, wodurch sich auch die vielen Punkte in der Zone erklären“, wie Held analysierte. Den Vorsprung brachten die Rostocker schließlich routiniert über die Zeit.

Weil im Parallelspiel Jena, bisher punktgleich mit den Wölfen an der Tabellenspitze, die vierte Saisonniederlage kassierte, hat sich Rostock mit 30 Zählern aus 18 Spielen nun ein klein wenig Luft verschaffen können. Jena unterlag bei den Eisbären Bremerhaven – dem nächsten Gegner der Seawolves am Sonntag (16.30 Uhr).

Seawolves: ​Montgomery 2 Punkte, Nelson 12, de Oliveira 2, Carter 9, Ilzhöfer 2, Roland 12, Gloger 17, Theis 6, Jost, Pearson 12, Loesing 14