18. Februar 2022 / 17:24 Uhr

Seawolves reisen zum absoluten Spitzenspiel nach Jena

Seawolves reisen zum absoluten Spitzenspiel nach Jena

Sebastian Lindner
Ostsee-Zeitung
Gegen medipolis Jena wollen die Rostock Seawolves wie auch im Hinspiel gewinnen und die Tabellenführung damit auch wieder aus eigener Kraft übernehmen.
Gegen medipolis Jena wollen die Rostock Seawolves wie auch im Hinspiel gewinnen und die Tabellenführung damit auch wieder aus eigener Kraft übernehmen. © Gunnar Rosenow
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Während das Understatement-Duell der beiden Trainer im Vorfeld der Partie unentschieden endete, wird der sportliche Teil auf jeden Fall einen Sieger finden. Heißt der am Ende Rostock, sind die Wölfe wieder aus eigener Kraft Tabellenführer.

Das Spiel der Spiele wird es zwar nicht. Das kann bei den Ambitionen der Rostock Seawolves in diesem Jahr streng genommen gar keine Partie der Hauptrunde sein. Schließlich geistert die Fantasie vom Aufstieg nicht nur durch die Kabine im Bargeshäger Trainingskomplex, sondern auch durch die Geschäftsstelle im Rostocker Stadthafen. Dafür wäre der Einzug ins Play-off-Finale am 19. und 21. Mai notwendig. Um das zu erreichen, wäre zumindest auf dem Papier Platz 1 nach der Hauptrunde die beste Ausgangsposition. Und damit spannt sich der Bogen zum Auswärtsspiel der Wölfe am Sonntag (16.30 Uhr) in Jena. Denn die Eins nach 32 Spieltagen hätten die Rostocker mit einem Sieg bei den Thüringern wieder in den eigenen Händen.

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Aktuell rangieren die Seawolves mit zwei Punkten Vorsprung (36) nur an der Tabellenspitze der ProA, weil Jena als Zweiter zwei Spiele im Rückstand ist. Gewinnt das Team von Headcoach Christian Held wie im Hinspiel einen Tag vor Weihnachten (94:81), wäre durch den direkten Vergleich alles wieder in bester Ordnung, denn in den verbleibenden acht Spielen bekommen es die Rostocker – das Nachholspiel gegen Tübingen und die Partie gegen Karlsruhe ausgenommen – ausschließlich mit Teams zu tun, die aktuell die untere Hälfte der Tabelle bevölkern. Mit den Artland Dragons, Itzehoe und Ehingen, den folgenden drei Gegnern der Rostocker, wartet das Trio, das abgeschlagen am Tabellenende steht.

Erstes Spiel nach drei Wochen Corona-Pause für Jena

Doch von all diesen Zahlenspielen will Coach Held nichts wissen. „Unser erstes Ziel ist es, überhaupt in die Play-offs zu kommen“, versuchte der 33-Jährige alle Erwartungen zu bremsen. „Ob als Erster, Zweiter, Dritter oder Vierter ist zweitrangig.“ Der Fokus des Teams liege – Achtung: Phrase – nur auf dem nächsten Spiel. Und in dem „wird es darum gehen, gut und aggressiv zu verteidigen. Nach einer „sehr guten Trainingswoche wollen wir Jena unser Spiel aufzwingen. Und dann werden wir sehen, was das bedeutet.“

Offen ist auch die Frage, was die lange Spielpause für Jena bedeutet. Nach drei Siegen in Serie musste die Mannschaft Ende Januar in Quarantäne. „Es waren mehr als zwei toughe Wochen, in denen uns Corona zugesetzt hat. Wir hatten durchweg mit Symptomen zu kämpfen und sind aktuell immer noch nicht wieder bei 100 Prozent“, sagte Helds Gegenüber Domenik Reinboth. „Es hätte sicher einen besseren Zeitpunkt gegeben, um gegen das beste Team der Liga anzutreten.“ Sein Team werde „definitiv noch Zeit brauchen, um auf das Level zu kommen auf dem wir vorher waren“, so der Jenaer Trainer.

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Held sieht Vorteile bei Jena

Christian Held hingegen wollte die spielfreie Zeit beim Gegner eher als Vor- denn als Nachteil für die Jenaer werten. „Es wird ihnen nicht geschadet haben, ihre Jungs wieder zusammenzubringen, damit jeder seine Rolle findet“, so Rostocks Trainer. Was er meint: Mit DaVonté Lacy ist ein Winter-Neuzugang neu im Team, Clint Chapman darf nach zwölf Spielen Sperre wegen eines Kopfstoßes wieder eingreifen, Moritz Plescher ist nach Knöchelverletzung erstmals wieder dabei. Damit sei der Jenaer Kader „qualitativ wieder unglaublich hoch besetzt“. Generell mache Reinboth in Jena eine hervorragende Arbeit, habe „aus den Spielern eine absolute Spitzenmannschaft geformt.“

Das Understatement-Duell beider Coaches dürfte damit wohl unentschieden enden. Im historischen Vergleich hat hingegen Jena die Nase knapp vorn. 4:3 heißt es für die Saalestädter nach direkten Duellen, 588:582 nach darin aufaddierten Punkten.

Seawolves trotzen mit vollem Kader und drei Ex-Jenaern dem Sturm

Wenn sich die Seawolves am Sonnabend mit ihrem kompletten Kader dem Sturm zum Trotz auf den Weg nach Jena machen – mit fünf Stunden Fahrzeit eine der kürzesten Strecken im Saisonverlauf –, werden mit Brad Loesing, Sid-Marlon Theis und Michael Jost drei Spieler dabei sein, die auch schon das Trikot des Gegners trugen. „Wir freuen uns auf dieses Spitzenspiel“, so Held, dessen Team letztlich doch mit Rückenwind in die Partie gehen kann. Schließlich steht da noch der überzeugende Sieg aus der Vorwoche gegen den Tabellendritten Nürnberg mit 105:70. Maximal 420 Zuschauer dürfen in der Halle sein, der eine oder andere aus Rostock hat sich ebenfalls angekündigt.

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