24. Januar 2020 / 10:00 Uhr

Sebastian Rudy greift Ex-Klub Schalke 04 an: "Haben es verpasst, mich zu schützen"

Sebastian Rudy greift Ex-Klub Schalke 04 an: "Haben es verpasst, mich zu schützen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sebastian Rudy spielte in der Saison 2018/19 für Schalke 04, kam 28 Mal zum Einsatz.
Sebastian Rudy spielte in der Saison 2018/19 für Schalke 04, kam 28 Mal zum Einsatz. © imago images/DeFodi
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Ein halbes Jahr nach seinem Abschied hat Nationalspieler Sebastian Rudy seinen Ex-Klub FC Schalke 04 kritisiert. Der 29-Jährige, seit Sommer an die TSG Hoffenheim verliehen, vermisste von den früheren Verantwortlichen offenbar die nötige Rückendeckung.

Ein halbes Jahr nach seinem Abschied hat Nationalspieler Sebastian Rudy Kritik am FC Schalke 04 geübt. Der derzeit an die TSG Hoffenheim verliehene Mittelfeldspieler verspürte in der verkorksten Vorsaison nach eigenem Bekunden nicht die Rückendeckung, die er sich von seinem Arbeitgeber gewünscht hätte. Als Herz der Mannschaft für 16 Millionen Euro vom FC Bayern München verpflichtet, wurde Rudy im weiteren Saisonverlauf erst Mitläufer und schließlich Sündenbock.

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"Mir kam es mir definitiv so vor, als sei ich in der Öffentlichkeit zum Gesicht der Krise auserkoren worden", klagte der 29-Jährige, der seit Sommer wieder bei seinem früheren Verein in Hoffenheim spielt und dort im Mittelfeld gesetzt ist, bei t-online.de. "Auch wenn ich die Fehler immer erst bei mir selbst suche und sicher welche gemacht habe: Da hat Schalke es verpasst, mich als Spieler zu schützen."

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Ex-Manager Heidel nahm Rudy in die Pflicht: "Muss sich anpassen"

Statt sich vor den in der Kritik stehenden Rudy zu stellen, holte Ex-Manager Christian Heidel sogar selbst zum Schlag gegen den DFB-Profi aus. "Vielleicht haben wir uns alle das ein bisschen zu rosig vorgestellt", sagte Heidel wenige Monate vor dem Ende seiner Amtszeit bei Sky - und nahm Rudy in die Pflicht: "Der Spieler muss sich da aber auch ein bisschen anpassen." Pikant: Heidel erwähnte Rudy in folgendem Satz nicht namentlich: "Würde ich heute etwas anders machen? Vielleicht in Nuancen. Aber ich würde immer wieder einen Mark Uth und einen Salif Sané holen und einige andere auch."

Auch beim Spiel gegen Rudys Ex-Klub FC Bayern gab es Ärger. Nachdem der Mittelfeldspieler es verpasst hatte, Akzente zu setzen, wurde er nach einer halben Stunde wieder ausgewechselt. Rudy fasste das als Demütigung auf, verweigerte den Handschlag mit Schalkes damaligem Trainer Domenico Tedesco. Heidel polterte: "Der Junge ist nicht 18, sondern 28 und Profi. Da muss er durch und einfach besser Fußball spielen." Am Ende blieb es für Rudy bei 28 Spielen im Schalker Dress - ohne Tor oder Vorlage.

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Rudy ist zwar vorerst nur für die bestehende Saison an Hoffenheim ausgeliehen, er hofft allerdings auf einen längeren Verbleib. "Ich bin mit den TSG-Verantwortlichen immer im ganz engen Austausch, wir kennen uns schließlich schon lange. Aber mir geht es nach der schwierigen Vorsaison in erster Linie darum, dass ich nun wieder an alte Leistungen anknüpfe", sagte Rudy.

Seine Planung sah zunächst ganz anders aus: Rudy wollte unter dem neuen Schalke-Trainer David Wagner neu angreifen. Rudy: "Doch dann habe ich relativ schnell gemerkt, dass einige Dinge einfach nicht passen." Deshalb lag eine Rückkehr zur TSG nahe, wo er die beste Zeit seiner Karriere hatte.

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Es habe "ziemlich klare Signale" gegeben, dass sich unter Wagner bei S04 einiges ändern würde, betonte der 29-Jährige. Das Jahr auf Schalke sei für ihn auch lehrreich gewesen. "Auch aus diesem schwierigen Jahr nehme ich Dinge mit, die mich für meine weitere Karriere prägen werden. Es ist auch gut, mal schlechte Erfahrungen zu machen. Daraus kann man nur für die Zukunft lernen und so an ihnen wachsen." Eine Rückkehr zu S04 (Vertrag noch bis 2022) ist unwahrscheinlich - Hoffenheim besitzt eine Kaufoption, kann Rudy im Sommer für 6 Millionen Euro fest verpflichten.

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