10. Januar 2019 / 08:10 Uhr

Sebastian Soto: Das amerikanische Stindl-Double von Hannover 96

Sebastian Soto: Das amerikanische Stindl-Double von Hannover 96

Dirk Tietenberg
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Sebastian Soto im Testspiel gegen Zulte Waregem.
Sebastian Soto im Testspiel gegen Zulte Waregem. © Florian Petrow
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Sebastian Soto ist 18 Jahre jung, Mittelstürmer und stammt aus Kalifornien. Im Trainingslager in Marbella stand er gegen Zulte Waregem erstmals in einer 96-Startelf, wenn auch nicht auf seiner angestammten Position. 

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Spitznamen gibt es bei 96 viele. Den Nico (Müller), den Akpo (guma), den Waldi (Anton), den Baka (lorz) oder den Pipi (Schwegler). Ein Spieler braucht keinen Spitznamen. Die Spieler und Trainer rufen ihn einfach nur „Soto“. Mit vollem Na­men Sebastian Soto, 18 Jahre jung, Mittelstürmer und in seinen Bewegungen so speziell und gewandt, als sei er ein Double des früheren 96-Kapitäns Lars Stindl.

Natürlich ist Vorsicht ge­boten mit großen Vergleichen, aber Sotos lässige Handhaltung beim Laufen, der wache Rundumblick, die Körperhaltung beim Schuss – er sieht eben beim Fußballspielen so aus, als sei er der kleine Bruder des Gladbacher Kapitäns.

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Soto knipste in Amerika nach Belieben

Allein das Stindl-Déjà-vu genügt natürlich nicht, um irgendwann für die Profis interessant zu werden. Soto bringt eine beeindruckende Statistik mit. Der US-Boy wurde mit seiner U20 zuletzt Kontinentalmeister und ist in der A-Junioren-Bundesliga mit zehn Treffern und fünf Torvorlagen Zweiter der Torjägerliste. In den USA schoss er für Real Salt Lake vor einem Jahr 43 Tore in 25 Spielen, 13 mehr als der zweitbeste Torschütze.

Soto ist nicht verwandt mit der Mainzer Legende Elkin Soto, entstammt aber einer echten Soccer-Familie. Der chilenische Vater spielte auf College-Niveau, seine Mutter ist Mexikanerin. Sebastians Onkel Eddie Soto ist Profi-Trainer, Headcoach des Beachsoccer-National­teams und Chef der Nachwuchs-Akademie in San Francisco.

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Das erste Mal Startelf - auf falscher Position

Soto und die weiteren Talente Julian Klar, Emre Aytun und Benjamin Hadzic sollten „mal reinschnuppern. Wir haben sie mitgenommen, damit wir sehen können, ob sie im Sommer für den Kader infrage kommen“, sagte Breitenreiter. Soto kommt in Frage. Er drängte sich in Marbella jeden Tag ein wenig mehr auf und stand im Test gegen Waregem sogar erstmals in der Startelf. Er spielte da rechts im offensiven Mittelfeld auf einer falschen Position, er ist Zentrumsstürmer.

"Herrenfußball ist doch was anderes“

Im Training ist seine Treffsicherheit beeindruckend. Während andere Profistürmer immer wieder Probleme im Abschluss zeigten, zielte Soto einen Ball nach dem anderen knapp neben den Pfosten ins Tor, wo der Torwart nur schwer rankommt. „Soto hat sofort zwei Tore gemacht“, sagte Breitenreiter schon nach dem ersten Trainingstag in Marbella: „Aber Herrenfußball ist doch was anderes.“ Soto wirkt ein wenig schmächtig – ähnlich wie der junge Stindl. Akademie-Chef Michael Tarnat glaubt auch, dass Soto körperlich zulegen müsse, „aber eben so, dass wir ihm die Stärke, seine Ge­wandtheit, nicht nehmen“.

96 sollte sich die Chance jedenfalls nicht nehmen lassen, ihm den Weg zum Herrenfußball bei den 96-Profis zu ebnen.

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