01. April 2019 / 12:10 Uhr

Vettel erlebt Horror-Nacht in Bahrain - Rosberg ätzt: "Er vermasselt es wieder"

Vettel erlebt Horror-Nacht in Bahrain - Rosberg ätzt: "Er vermasselt es wieder"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach dem Verlust seines Frontflügels fuhr Sebastian Vettel in Bahrain nur hinterher. TV-Experte Nico Rosberg kritisiert seinen einstigen Konkurrenten scharf.
Nach dem Verlust seines Frontflügels fuhr Sebastian Vettel in Bahrain nur hinterher. TV-Experte Nico Rosberg kritisiert seinen einstigen Konkurrenten scharf. © imago images / Motorsport Images
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Sebastian Vettel hat den Start in die Formel-1-Saison 2019 endgültig verpatzt. Das Rennen in Bahrain wurde für den Deutschen zu einer einzigen Enttäuschung. Die Motorsportwelt wundert sich - vereinzelt gibt es sogar Spott.

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Im Schatten des aufgehenden Formel-1-Sterns Charles Leclerc fand Sebastian Vettel erst mal keinen Trost. Nach der Horror-Nacht von Ferrari in Bahrain lauschte der frustrierte Deutsche mit verschränkten Armen seinem mit Lobeshymnen bedachten Stallrivalen. Vettels WM-Ambitionen mit der Scuderia haben nicht nur zu einem besonders frühen Zeitpunkt der Formel-1-Saison einen Tiefpunkt erreicht. Dem viermaligen Weltmeister erwächst in seinem eigenen Rennstall nun auch noch ein Siegfahrer im Wartestand.

„Wir sehen in ihm einen jungen Champion, der im Entstehen begriffen ist. Er war der emotionale Sieger“, bescheinigte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff dem Drittplatzierten Leclerc und bezeichnete dessen Vorstellung als „sehr, sehr beeindruckend. Er hat eine gute Persönlichkeit, ist ein bescheidener junger Mann, und er ist sehr schnell.“ Leclerc ging souverän und cool mit seinem Frust um. „Er hat einen unglaublichen Job an diesem Wochenende abgeliefert und eine herrliche, strahlende Zukunft vor sich“, meinte auch Bahrain-Gewinner Lewis Hamilton. „Auf ihn warten mit Sicherheit noch eine Menge Siege.“

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Leclerc bekam die volle Härte des Motorsports zu spüren

Der erst in dieser Saison als Nachfolger von Kimi Räikkönen in den Ferrari beförderte Leclerc bekam in Sakhir jedoch fast die volle Härte des Motorsports zu spüren. Nach seiner ersten Pole Position kostete den 21-Jährigen ein drastischer Leistungsschwund seines Motors den ersten Sieg seiner Formel-1-Karriere. Hinter Hamilton und Valtteri Bottas im zweiten Mercedes schleppte sich Leclerc während einer Safety-Car-Phase noch als Dritter ins Ziel.

„Er hat die grausame Seite des Motorsports kennengelernt und es war unser Glück“, sagte Wolff. „Ich stand so kurz davor, mir einen Kindheitstraum zu erfüllen“, erzählte Leclerc nach seinem erst zweiten Ferrari-Rennwochenende. „Hoffentlich wird dieser Tag in der Zukunft kommen.“ Lange dürfte dieser nicht auf sich warten lassen. Für Vettel, der den gebeutelten Teamkollegen unmittelbar nach seinem eigenen Desaster tröstete, sind das keine guten Aussichten. Auf der Jagd nach seinem ersten WM-Triumph mit Ferrari, dessen Power auf den Geraden Mercedes derzeit nicht mitgehen kann, droht ihn ein Scuderia-Newcomer zu überholen.

Gazzetta: "In Leclerc geht ein Stern auf"

„In Leclerc geht ein Stern auf“, schmachtete die „Gazzetta dello Sport“. Vettel verlor dagegen „La Repubblica“ zufolge unter Druck „die Nerven und den Frontflügel“. Am Persischen Golf stand sich der 31-Jährige tatsächlich auch selbst im Weg, als er sich bei einem Zweikampf mit Hamilton drehte. Dann brach an seinem Ferrari auch noch der komplette Frontflügel weg, Rang fünf war schließlich Schadensbegrenzung. „Wir müssen unsere Fahrer ermutigen, weil sie nur die besten Ergebnisse einfahren können, wenn sie an die Grenze gehen“, sprach Ferrari-Teamchef Mattia Binotto Mut zu.

Der Rennbericht

„Vettel macht da weiter, wo er im vergangenen Jahr aufgehört hat: Er vermasselt es wieder“, ätzte dagegen TV-Experte Nico Rosberg. „Es ist unglaublich, dass ihm das wieder und wieder passiert.“ Der bis dato letzte deutsche Formel-1-Weltmeister konstatierte: „Er muss einen Ausweg finden.“ Vettel will seinen Frust erst einmal in Bahrain abbauen. „Ich bin ziemlich froh, am Mittwoch für den Test wieder in den Wagen zu steigen“, räumte er ein. Bei der Ferrari-Sprechstunde mit Leclerc und Binotto konnte Vettel aber schon wieder lachen, selbst wenn er noch viel Arbeit für sich sieht. „Mit Sicherheit passt es noch nicht so ganz. Das Potenzial ist da, wir tun uns aber noch ein bisschen schwer, es rauszuholen“, erläuterte der 31-Jährige.

Hamilton glaubt an Vettel-Comeback: "Er wird wieder Gas geben"

Hamilton ist sich sicher, dass Vettel das Fiasko verdauen wird. „Er wird sich erholen und wieder Gas geben“, meinte der fünfmalige Weltmeister. Leclerc, und auch das ist kein gutes Zeichen für Vettel, hat der Brite als ernsthaften Konkurrenten aber längst auf dem Zettel. „Ich nähere mich ihm genauso an wie Sebastian.“

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Sebastian Vettel erlebt schon seine zweite Riesenenttäuschung in dieser Saison. Nach einem selbstverschuldeten Dreher in einem Zweikampf mit Lewis Hamilton fliegt dem Ferrari-Piloten auch noch der Frontflügel weg. Rang fünf ist für ihn das Maximum in Sakhir. „Mit Sicherheit kann ich nicht zufrieden sein, der Dreher geht auf meine Kappe“, sagte Vettel, dem auch in der vergangenen Saison immer wieder Patzer unterlaufen waren. „Sonst hat auch ein bisschen die Pace gefehlt.“

Das traf auf seinen Ferrari-Stallrivalen Charles Leclerc erstmal gar nicht zu. Der schon als künftiger Weltmeister gepriesene 21-Jährige war sogar klar auf Kurs zu seinem ersten Formel-1-Karrieresieg. Dann fiel er nach einem in Runde 46 aufgetretenen Problem mit dem Motor, vielmehr der Verbrennung in einem Zylinder, zurück. Auch dank einer Safety-Car-Phase zum Schluss rettete sich Leclerc als Dritter noch auf das Podest. „Ich stand so kurz davor, mir einen Kindheitstraum zu erfüllen“, sagte er. Ferrari werde aber stärker zurückkommen.

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