21. November 2022 / 09:01 Uhr

Sebastian Vettel fühlt sich "leer" nach Abschied – Ferrari-Boss schwärmt: "Fantastisch, herausragend, einmalig"

Sebastian Vettel fühlt sich "leer" nach Abschied – Ferrari-Boss schwärmt: "Fantastisch, herausragend, einmalig"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sebastian Vettel hat sich aus der Formel 1 verabschiedet.
Sebastian Vettel hat sich aus der Formel 1 verabschiedet. © dpa
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Ende mit Emotionen. Nach dem 299. Formel-1-Rennen ist Schluss. Sebastian Vettel verabschiedet sich als Zehnter von Abu Dhabi ins Karriereende – und erhält viele lobende Worte.

Nach seinem Emotionsfinale in der Formel 1 drehte Sebastian Vettel ein letztes Mal rauchende Kringel in den Asphalt und wendete sich mit einer gefühlvollen Ansprache an die Zehntausenden Fans auf dem Yas Marina Circuit. "Es gibt wichtigere Dinge, als im Kreis Rennen zu fahren, aber es ist das, was wir lieben", sagte der Aston-Martin-Pilot über das Mikrofon und legte ergriffen die rechte Hand auf seine Brust: "Es hätten gerne ein paar Punkte mehr sein können, aber ich habe das Rennen genossen."

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Der verbissen kämpfende Vettel machte sich am Sonntag zumindest ein kleines Abschiedsgeschenk. Der viermalige Weltmeister arbeitete sich vor der Glitzerkulisse beim 15. Saisonsieg von Champion Max Verstappen als Zehnter letztmals in die Punkte vor. Unter dem gleißenden Flutlicht bestritt Vettel seinen 299. und letzten Grand Prix - und zeigte mit einiger Funkkritik noch mal seine ganze Rennfahrerleidenschaft.

"Wir haben nicht die beste Strategie gewählt, aber insgesamt war es ein großer Tag. So viele Fahnen, so viele Gesichter der Unterstützung“, verkündete Vettel. "Ich bin sicher, dass ich das mehr vermissen werde, als ich mir vorstellen kann. Ich habe auch nicht mehr viel zu sagen, ich fühle mich leer." 53 Siege, 57 Pole Positionen, vier Weltmeistertitel - Vettel hat sich in den Formel-1-Geschichtsbüchern verewigt. Nach 16 Jahren will er mehr Zeit für die Familie und Projekte abseits des Asphalts haben. "Rennfahren war so zentral in meinem Leben, deshalb kann ich schwer sagen, dass ich es nicht vermissen werde", räumte Vettel aber schon vorher ein.

Alonso folgt auf Vettel bei Aston Martin

Die Formel 1 verneigte sich vor einem ihrer größten Stars. "Es wird merkwürdig sein, ihn nächstes Jahr nicht mehr hier zu haben", sagte Alpine-Fahrer Fernando Alonso, der mit seinen 41 Jahren schon ewig dabei ist, und Vettel im Grand Prix sogar anfangs den versprochenen Geleitschutz nach dem Start gab. Kommende Saison übernimmt der Spanier den Wagen des Deutschen. "Fantastisch, herausragend, einmalig", lautete der Dreiklang von Ferrari-Teamchef Mattia Binotto über seinen früheren Fahrer Vettel. Auf dem gemeinsamen Klassenfoto vor der Fahrerparade klatschte der Deutsche seine Kollegen noch einmal alle ab, später standen sie für den PS-Star sogar Spalier.

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"Da war so viel Liebe und Mitgefühl, es fühlt sich an als ob alles, was ich in den vergangenen Jahren gegeben habe, zurückkommt", sagte Vettel vor den Fans ergriffen und machte auf der Rundfahrt mit dem Lastwagen ein paar Fotos: "Es ist ein sehr besonderes und emotionales Wochenende. Die ganzen Jahre waren unglaublich."

Dann erloschen zum letzten Mal für Vettel die roten Ampeln. Es wurde ernst. Vettel kam auch dank seines früheren Titelrivalen Alonso, der später wegen eines Wasserlecks aufgeben musste, reibungslos in die erste Runde. Pole-Mann Verstappen blieb vor seinem Teamkollegen Perez. Leclerc heftete sich an die Fersen der beiden dominanten Red Bulls. Hamilton und Carlos Sainz im Ferrari touchierten sich dagegen beide in Kurve sechs. Der Engländer nahm die Ausfahrt über den Bordstein und kürzte ab. Nach einer Ansage der Rennleitung gab er seinen vierten Platz an den Spanier kurz danach wieder zurück, um eine mögliche Strafe zu vermeiden.

Vettel schimpft über Strategie: "Wir werden von den anderen aufgefressen"

Vettel steckte derweil im harten Positionskampf mit Alonsos Alpine-Stallrivalen Esteban Ocon und Schumacher verlor immer mehr an Boden, fiel zwischenzeitlich bis auf Rang 16 zurück. Während die Topfahrer um Perez ab Runde 16 allmählich von Medium- auf Hartreifen umstiegen, blieb Vettel draußen. Es war noch mal seine Chance, gegen die Spitze zu kämpfen. Denn sein Aston Martin ist alles andere als top gewesen in den beiden Jahren seit dem Wechsel von Ferrari.

Vettel gefiel die Strategie aber gar nicht. "Das ist das Schlimmste, wir werden von den anderen aufgefressen. Wer ist der Nächste?!", beschwerte er sich über Boxenfunk und bezeichnete sich selbst als "leichte Beute". Als Neunter kam er in der 26. Runde an die Box, als 19. mit der harten Gummimischung kehrte er zurück.

Verstappen und Perez gaben vor den beiden Ferraris weiter das Tempo vor, Vettel rackerte sich hinten ab. „Wieso lagen wir bei der Strategie nur so daneben“, echauffierte sich Vettel, als er kurz vor dem Ende sogar von Teamkollege Lance Stroll aus den Punkten verdrängt wurde. Diesen einen Zähler zum Abschied holte sich der Deutsche direkt hinter seinem früheren Red-Bull-Teamkollegen Daniel Ricciardo aber dann doch noch.

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