08. September 2019 / 18:16 Uhr

Kommentar zum Monza-Fiasko von Sebastian Vettel: Wachablösung bei Ferrari

Kommentar zum Monza-Fiasko von Sebastian Vettel: Wachablösung bei Ferrari

André Batistic
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sebastian Vettel hat den Anschluss an seinen jungen Teamkollegen Charles Leclerc verloren.
Sebastian Vettel hat den Anschluss an seinen jungen Teamkollegen Charles Leclerc verloren. © imago images
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Ein Fahrfehler kostet Sebastian Vettel erneut wichtige Punkte in der Formel-1-Weltmeisterschaft. Während Vettel beim Großen Preis von Italien, dem Heimspiel von Ferrari, nur 13. wird, gewinnt ausgerechnet Teamkollege Charles Leclerc. Für SPORTBUZZER-Redakteur André Batistic steht sich der Deutsche wieder selbst im Weg.

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Über 100.000 Tifosi in Monza jubeln, singen - und huldigen ihrem Heim-Sieger: Nach neun Jahren hat endlich wieder ein Ferrari-Pilot den Heim-Grand-Prix in Italien gewonnen. Doch auf dem Siegerpodests steht nicht etwa der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel (32) - sondern ausgerechnet sein elf Jahre jüngerer Teamkollege Charles Leclerc. Der 21 Jahre alte Monegasse, zu Saisonbeginn noch klare Nummer zwei in der Ferrari-Rangorder, überholt den Deutschen damit auch in der WM-Wertung. Eine Wachablösung. Während sein Teamkollege mit den Fans feiert und von weitem noch die Musik vom Siegerpodest zu hören ist, gibt Vettel zerknirscht Interviews.

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Der Monza-Fahrfehler ist eine Blamage für die einstige Ferrari-Hoffnung Vettel

Nach einem Fahrfehler mit anschließendem Crash belegt er nur Platz 13. Eine Blamage für die einstige Ferrari-Hoffnung. Und demoralisierend für Vettel. Ein Ferrari-Pilot wünscht sich nichts sehnlicher als einen Heimsieg - Vettel bleibt dieser Triumph weiter verwehrt. "Hier auf dem Podium zu stehen, ist die schönste Erfahrung, die man in der Formel 1 haben kann", sagte etwa sein großes Idol, Ferrari-Rekordweltmeister Michael Schumacher, einst. Die Tatsache, dass Leclerc in seinem Premieren-Jahr das schaffte, was Vettel selbst in fünf Anläufen seit seinem Wechsel von Red Bull zu Ferrari zur Saison 2015 nicht erreichte - dürfte sich für den viermaligen Weltmeister wie ein Schlag in die Magengrube anfühlen.

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Schließlich baute er gemeinsam mit Kimi Räikkönen, dem letzten Ferrari-Weltmeister, das einstige Krisen-Team zum ernsthaften Titel-Kandidaten auf - und nicht Leclerc.

Vettel-Situation erinnert an Rivalität mit Ricciardo

Tatsächlich erinnert die aktuelle Vettel-Situation an seine Rivalität mit Daniel Ricciardo in der Saison 2014. Der Deutsche hatte sich im Jahr zuvor zum vierten Mal zum Champion gekrönt, ging als klarer Titel-Favorit unangefochtene Nummer eins bei Red Bull in die Saison. Mit Ricciardo bekam er allerdings einen neuen, hungrigen Teamkollegen an die Seite gestellt, der immer schneller wurde und den einstigen Platzhirschen regelrecht entzauberte. Die Konsequenz: Vettel gewann kein Rennen mehr, während sich der Australier in die Herzen des Teams und der Fans siegte. Vettel wirkte unsouverän und fahrig. Der Konkurrenzkampf machte ihm zu schaffen. Nach der Saison folgte dann der Ferrari-Wechsel.

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Es scheint so, als würde sich Vettel dann selbst im Weg stehen, wenn der Wind nicht so bläst, wie er es sich wünscht. Mit dem aufstrebenden Youngster Leclerc als Teamkollegen erlebt der 32-Jährige jedenfalls in diesem Jahr eine Horror-Saison: Crash in Bahrain im Kampf um die Spitze, ein irrwitziger Wut-Auftritt nach einer Strafe gegen ihn in Kanada, Auffahrunfall in England - und jetzt der selbstverschuldete Dreher in Italien. Kleinlaut stammelte Vettel nach der nächsten Peinlichkeit: "Ein guter Tag für das Team, aber kein guter Tag für mich." So könnte am Ende der Saison auch sein Saison-Fazit laufen, falls er nicht bald den Turnaround schafft. Der WM-Zug dürfte dagegen erneut abgefahren sein.

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