07. März 2021 / 12:39 Uhr

Sebastian Vettel über den Neustart mit Aston Martin und seinen angekratzten Ruf

Sebastian Vettel über den Neustart mit Aston Martin und seinen angekratzten Ruf

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Sebastian Vettel will im Aston Martin wieder angreifen.
Sebastian Vettel will im Aston Martin wieder angreifen. © IMAGO/Kolvenbach
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Nach sechs insgesamt enttäuschenden Jahren bei Ferrari wagt Sebastian Vettel noch mal ein neues Experiment. Bei Aston Martin will der 33-Jährige nicht primär seine Kritiker davon überzeugen, dass er noch ein guter Fahrer ist. Der viermalige Weltmeister äußerte sich auch über seinen angekratzten Ruf.

Der Neustart bei Aston Martin ist für Sebastian Vettel nicht allein dazu da, um seinen Kritikern etwas zu beweisen. "Ich konzentriere mich wirklich nur auf meinen eigenen Teil, der direkt vor mir selbst liegt", sagte der viermalige Formel-1-Weltmeister in einem Interview bei motorsport-total.com. "Hoffentlich klingt das nicht zu egoistisch und arrogant. Aber es geht um mich und das Team um mich herum."

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Das neue Auto des 33-Jährigen wurde unter der Woche präsentiert. Die Saison startet am 28. März mit dem ersten Saisonrennen in Bahrain. Dann wird Vettel erstmals seit 2015 nicht für Ferrari fahren. Mit den Italienern hatte er den erhofften fünften WM-Titel klar verfehlt, die vergangene Saison beendete er lediglich auf dem 13. Platz. Hat er noch das Zeug, vorn mitzufahren? "Man wird immer nach den letzten paar Ergebnissen beurteilt", sagte Vettel. "Man kann aus dem Nichts kommen und ein Held sein, indem man ein paar gute Ergebnisse hat. Und man kann, wie in meinem Fall, mehr als 50 Siege auf der Habenseite verzeichnen, und die Leute denken, dass man nur Durchschnitt ist."

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Vettel erwartet, dass er trotz seiner vier Titel (2010 bis 2013 mit Red Bull) schnell vergessen sein wird. "Unsere Welt bewegt sich sehr schnell. Und das muss sie auch. Sonst wird man in der Vergangenheit feststecken und immer noch Juan Manuel Fangio als den Herrn und Retter aller Rennfahrer anbeten", sagte er über den langjährigen Rekordweltmeister. "Er war ohne Zweifel sehr besonders. Aber wenn Sie jetzt einen 15-Jährigen fragen, wer Fangio ist, glaube ich nicht, dass er es weiß."

Dennoch habe die Legende der 1950er-Jahre "wahrscheinlich ein längeres Vermächtnis, als jeder von uns jemals haben wird", so Vettel. "Ich bin mir also ziemlich sicher, dass ich, wenn ich mich irgendwann von der Formel 1 verabschiede, sehr schnell vergessen sein werde." Dies sei allerdings okay, erklärte der Heppenheimer.