09. April 2017 / 15:56 Uhr

Sechs Gründe, warum RB Leipzig direkt in die Champions League einzieht

Sechs Gründe, warum RB Leipzig direkt in die Champions League einzieht

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
Es war ein perfekter Spieltag für den Tabellenzweiten RB Leipzig
Es war ein perfekter Spieltag für den Tabellenzweiten RB Leipzig. © Gepa
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Es war ein perfekter Spieltag für den Tabellenzweiten RB Leipzig. Der Vorsprung auf die sieglosen Hoffenheimer und Dortmunder ist auf sieben beziehungsweise acht Punkte angewachsen. Die LVZ hat sechs Gründe gefunden, warum RB Leipzig in den letzten sechs Partien auf direktem Weg in die Champions League einzieht. 

Leipzig. Nach drei Siegen in der englischen Woche hat sich RB Leipzig zwei freie Tage verdient. Am Sonntag und Montag heißt es Wunden lecken von den Strapazen, die vorentscheidende neun Punkte in der Bundesligatabelle brachten. Der direkte Einzug in die Champions League ist dem Aufsteiger kaum noch zu nehmen. Die Gründe:

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1. Die günstige Konstellation

In den verbleibenden sechs Partien sind maximal 18 Punkte zu vergeben. „Wir haben uns eine Top-Ausgangsposition vor dem schweren Restprogramm geschaffen“, sagt RB-Coach Hasenhüttl. Das Ticket für die Europa League ist nächsten Samstag bereits mit einem Remis gegen Freiburg gebucht. Weitere Heimspiele stehen gegen Ingolstadt und Bayern auf dem Programm, gegen die Leipzig in der Hinrunde verloren hat. Bei der Ausgangslage kann sich der Aufsteiger sogar noch zwei Niederlagen leisten, ohne Platz zwei zu verlieren. Auswärts muss RB im Endspurt gegen die Euro-League-Aspiranten Schalke, Hertha und Frankfurt ran. Weiterer Pluspunkt: Hoffenheim und der BVB spielen noch gegeneinander und nehmen sich Zähler weg. „Ich schätze, dass noch sechs Punkte fehlen, dann müssten wir das eigentlich eintüten können“, sagt Innenverteidiger Marvin Compper.

2. Die mentale Stärke

Trotz Schwierigkeiten in der Abwehr gegen Darmstadt, der ruppigen Gangart in Mainz und der Unterzahl in der Schlussphase gegen Leverkusen hat RB Leipzig zuletzt dreimal die Nerven behalten. „Es ist eine unserer Stärken, das wir nie aufstecken und bis zum Ende auf unsere Chance lauern“, sagt Compper. Auch in der schweren Phase mit drei Spielen ohne Sieg vor der englischen Woche blieb Trainer Hasenhüttl ruhig. „Wir haben diese Leistungsdelle sehr gut eingeordnet. Wir sind nicht von unserem Weg abgewichen, haben ganz nüchtern analysiert, was uns in den engen Spielen gefehlt hat und warum wir nichts gewonnen haben. Es geht nicht immer steil nach oben, es gehört auch mal eine Phase dazu, in der man alles wieder schätzen lernt“, sagt der 49-Jährige.

3. Die Entwicklung der Bad Boys

„Es ist schon eine weitere Entwicklungsstufe, die die Mannschaft in dieser Saison in der ersten Liga genommen hat“, sagt Sportdirektor Ralf Rangnick. Das spreche für den Weg, den der Verein mit jungen und lernwilligen Spielern geht. Gegen Leverkusen standen sieben Fußballer in der Startelf, die vergangene Saison den Aufstieg ins Oberhaus schafften. Bei der Gangart seines Teams sieht Rangnick ebenfalls eine Steigerung: „Einige der Spieler haben sich, obwohl sie richtig gute Jungs sind, zu Bad Boys auf dem Platz entwickelt. Wenn ich an diverse Duelle gegen Mainz oder Leverkusen denke, sie haben sich auch dahin entwickelt, dass sie sich richtig wehren und sich nichts gefallen lassen.“

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RB Leipzig - Bayer 04 Leverkusen (Imago) (1) Zur Galerie
RB Leipzig - Bayer 04 Leverkusen (Imago) (1) © imago

4. Der genesene Kader

Der medizinische Stab hat es geschafft, unverzichtbare Spieler wie Yussuf Poulsen, Timo Werner und Naby Keita bis zur entscheidenden Phase, der englischen Woche, wieder fit zu kriegen. Vize-Kapitän Willi Orban, der in der nächsten Partie gegen Freiburg wegen seiner Gelb-Roten Karte fehlt, sagt: „Es ist sehr wichtig, dass wir personalmäßig fast vollzählig sind. Man merkt, dass wir vorne wieder gefährlicher sind.“

5. Das erzwungene Matchglück

Das Glück des Tüchtigen ist zurückgekehrt. Beim Siegtreffer gegen Bayer sprang der Ball vom Innenpfosten ins Tor und nicht heraus, so wie es Stürmer Poulsen im Training vor dem Spiel mehrfach ergangen war. Hasenhüttl hatte im Vorfeld sogar überlegt, den dänischen Nationalspieler gar nicht in den Kader zu berufen, weil er nach 90 Minuten Einsatzzeit in Mainz körperlich in keiner guten Verfassung war. „Zum Glück hat er ihn nicht aus dem Kader genommen, sonst wäre es wohl 0:0 ausgegangen“, sagt Rangnick. Die Einwechslung fruchtete am Samstag genauso wie am Mittwoch, als Timo Werner gegen Mainz ins Spiel kam und ein Tor erzielte.

6. Der beste Bundesligavorbereiter

Gegen Leverkusen gelang Emil Forsberg die 16. Torvorlage – kein anderer Spieler in der Bundesliga hat ein so gutes Auge für seine Nebenleute. Yussuf Poulsen, der das 1:0 am Samstag vom schwedischen Nationalspieler aufgelegt bekam, sagt: „Er weiß genau, wo die Mitspieler stehen, wie sie laufen und wie sie angespielt werden müssen.“ Allein in den drei Spielen der englischen Woche, in denen die Leipziger insgesamt acht Treffer erzielten, bereitete er fünf Tore vor und erzielte eins selbst.

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