29. Juni 2020 / 12:00 Uhr

Sechs Spielerinnen gehen: Für Minde war's das letzte Spiel für den VfL

Sechs Spielerinnen gehen: Für Minde war's das letzte Spiel für den VfL

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kristine Minde fehlt dem VfL im Pokalfinale
Kristine Minde fehlt dem VfL im Pokalfinale © 2020 Getty Images
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Die Freude über den sechsten Meistertitel überwog beim VfL, dennoch war beim Wolfsburger Frauenfußball-Bundesligisten auch etwas Wehmut dabei. Gleich sechs Spielerinnen verlassen den Klub.

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Eigentlich werden Spielerinnen, die den Verein verlassen, vor dem letzten Spiel gebührend verabschiedet - Frauenfußball-Bundesligist VfL Wolfsburg nahm sich stattdessen nach dem 5:0-Sieg gegen Leverkusen Zeit für seine Akteurinnen. Mit Sara Gunnarsdottir, Claudia Neto, Kristine Minde, Noelle Maritz, Hedvig Lindahl und Urgestein Jana Burmeister versammelten sich gleich sechs Spielerinnen ein letztes Mal im heimischen AOK-Stadion, alle werden den Klub verlassen. Für die meisten steht noch ein Spiel an, doch neben Gunnarsdottir darf auch Minde im Pokalfinale am Samstag gegen Essen nicht dabei sein.

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Minde zieht es zurück in ihre Heimat nach Rosenborg. Da das Transferfenster in Norwegen am 30. Juni schließt, wäre ein Wechsel nach dem Pokalfinale nicht mehr möglich gewesen. Entsprechend groß ist die Enttäuschung bei der Wolfsburgerin: "Es ist sehr traurig. Es waren zwei schöne Jahre, und ich werde die Mannschaft und die Mädels sehr vermissen." Auch Trainer Stephan Lerch bedauert, dass seine Spielerin den großen Augenblick verpassen wird - und hat wenig Verständnis dafür, dass sowohl bei Gunnarsdottir als auch bei Minde keine Ausnahme gemacht werden kann. "Das ist einfach bitter. Mir tut es für beide Spielerinnen unheimlich leid, dass sie das große Finale nicht miterleben dürfen. Das macht einen schon ein bisschen sprachlos."

Die norwegische Nationalspielerin und Neto wechselten Anfang 2018 im Doppelpack ablösefrei vom schwedischen Meister Linköping FC nach Wolfsburg, kamen beide in ihrer Zeit beim VfL aber nicht über die Jokerrolle hinaus. Neto, die gegen Leverkusen bärenstark spielte, wird derweil mit Florenz in Verbindung gebracht. Auch sie findet's schade, dass ihre Zeit in Wolfsburg nun endet: "Es ist eine Ehre für mich, hier gewesen zu sein, bei dem fantastischen Team. Wir sind Meister, daher sind wir sehr glücklich. Ich wünsche dem Team das Beste für die Zukunft. "

Meisterschaft VfL Wolfsburg

Maritz war 2013 als Nachwuchs-Talent zum VfL gekommen, entwickelte sich über Jahre hinweg zu einer gestandenen Schlüsselspielerin. Wettbewerbsübergreifend absolvierte die 24-Jährige 162 Spiele für den amtierenden Meister. Wohin es die schweizerische Nationalspielerin zieht, ist noch unbekannt, aber es soll starkes Interesse aus England (Arsenal) geben. "Es ist immer schön, den Titel feiern zu dürfen. Aber es war mein letztes Spiel im AOK-Stadion, natürlich ist man da auch traurig. Es war eine schöne und prägende Zeit", sagt Maritz.

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Gunnarsdottir war im Sommer 2016 ablösefrei vom FC Rosengard zum VfL gekommen und hat sich dort zur Weltklasse-Spielerin entwickelt. Der VfL hatte sich lange bemüht und die isländische Nationalspielerin gerne behalten, doch mit 29-Jahren möchte sich die defensive Mittelfeldspielerin noch einmal einer neuen Herausforderung stellen. Das 2:0 gegen Freiburg am 20. Spieltag war für Gunnarsdottir das letzte Spiel als VfLerin, im DFB-Pokalendspiel gegen die SGS Essen nächste Woche Samstag (Anpfiff 16.45 Uhr) wird sie nicht mehr zur Verfügung stehen. Ihr neuer Verein (wahrscheinlich Lyon) erteilt ihr keine Freigabe.

Zudem bitter: Gegen Leverkusen stand sie nicht mal im Kader. "Sara hatte im Laufe der letzten Einheiten Probleme mit der Achillessehne", so Trainer Stephan Lerch. "Es war leider so, dass sich die Probleme nicht regeln ließen. Es war eine gute und richtige Entscheidung, auch wenn wir es ihr anders gewünscht hätten."

Auch Lindahl geht, sie durfte noch mal 90 Minuten ran. Sie wurde letzten Sommer nach der Verletzung von Almuth Schult (Schulter-OP, danach Schwangerschaft) für ein Jahr unter Vertrag genommen. Burmeister, die bereits seit 2011 in Wolfsburg ist, wird in der Region bleiben und schließt sich kommende Saison Oberligist TSV Barmke an.