07. November 2019 / 10:11 Uhr

Sechs Städte, sechs Sterne: Peter Born vom Laufpark Stechlin schafft Major-Serie

Sechs Städte, sechs Sterne: Peter Born vom Laufpark Stechlin schafft Major-Serie

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Peter Born mit der Finishermedaille vom Chicago-Marathon (r.) und der legendären Six Star-Medaille.
Peter Born mit der Finishermedaille vom Chicago-Marathon (r.) und der legendären Six Star-Medaille. © Privat
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Der gebürtige Wittstocker Peter Born, der für den Verein aus dem Oberhavel-Norden startet, hat die größten Marathons der Welt absolviert und jetzt die Six Star-Medaille in den Händen.

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Noch hat die legendäre Six-Star-Medaille nicht ihren endgültigen Platz in der Trophäensammlung von Peter Born gefunden. „Ich muss sie noch zu oft zeigen“, gesteht er schmunzelnd. Sicher ist aber: „An der Wand mit den ganzen anderen Medaillen geht sie unter, die bekommt einen besonderen Platz.“ Durch die erfolgreiche Überquerung der Ziellinie beim Chicago-Marathon im Oktober sicherte sich der 68-jährige Läufer vom Laufpark Stechlin die besondere Plakette. Denn dadurch schloss er die weltweite Marathon-Major-Serie ab, zu der die Langstreckenläufe in New York, Boston, Chicago (alle USA), London (Großbritannien), Tokio (Japan) und Berlin zählen.

„Ich bin erst der 195. Deutsche, der das geschafft hat“, weiß Born, der gebürtiger Wittstocker ist, seit vielen Jahren in Dresden lebt, nun aber eine neue sportliche Heimat im Laufpark gefunden hat. „Seit ich vor drei Jahren Rentner wurde, verbringe ich die Sommer in einem Bungalow in Adamswalde, den ich gemeinsam mit meinem Bruder besitze“, sagt der Läufer, der bis zur Wende als Textilingenieur und später als Beamter arbeitete. Erst vor zwölf Jahren begann Peter Born mit dem Laufen. Dafür sei es nie zu spät, findet er. Also suchte er auch in der Nähe seiner „Sommerresidenz“ – die kleine Siedlung gehört zur Stadt Rheinsberg – Gesellschaft auf der Strecke. Den Granseer Wolfgang Schwericke vom Laufpark Stechlin kannte Peter Born da schon. „Ich wusste, was er macht und leistet.“ Also schloss er sich sonntags häufiger dem Dollgower Lauftreff an. Einige Mitglieder vom Verein besuchten ihn erst kürzlich und absolvierten den Dresden-Marathon.

Peter Born und die sechs Stationen der Marathon-Major-Serie

2013: In New York fängt für Peter Born alles an. Es sei der beeindruckendste Marathon der Serie gewesen, sagt er. Zur Galerie
2013: In New York fängt für Peter Born alles an. Es sei der "beeindruckendste Marathon" der Serie gewesen, sagt er. ©
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Seine ersten Marathons aus der Major-Serie hatte Peter Born schon in den Beinen, als er zum Laufpark kam. „2013 bin ich nach New York geflogen“, erinnert sich Born. Mit Hilfe der Laufszene Sachsen und eines Reiseunternehmens ergatterte er einen Startplatz im „Big Apple“. Ein Abenteuer: „Meine Englischkenntnisse waren bei Null, inzwischen sind sie etwas besser“, erzählt er lachend. „Das war auch der beeindruckendste Marathon für mich, die Kulisse ist überwältigend. Da geht es einem eiskalt den Rücken runter, das vergisst man nicht“, sagt der Läufer. An die Six-Star-Medaille habe er da noch nicht gedacht. Der Gedanke daran entwickelte sich erst mit der Zeit. „Und nicht alle aus der damaligen Laufgruppe haben es durchgezogen.“

Ein Jahr später lief Peter Born, dessen Bestzeit über die 42,195 Kilometer bei 3:48:30 Stunden liegt, quasi vor der eigenen Haustür – in Berlin. 2016 nahm er den Boston-Marathon in Angriff, er lief 2017 in London und ein weiteres Jahr danach in Tokio. Jetzt machte er in Chicago die „World Marathon Majors“ komplett. „Wenn ich das so aufzähle, klingt es, als würde ich in Gransee oder am Stechlin laufen“, muss der Ausdauerathlet, der inzwischen auch bei vielen kleineren Läufen in der Region für den Laufpark gestartet ist, schmunzeln. Fast nebenbei wurde er beim Stechlin-Laufcup Altersklassensieger in den Jahren 2018 und 2019.

Neue Ziele schon vor Augen

Er gibt zu, dass ihn der Abschluss in der Großstadt im mittleren Westen der Vereinigten Staaten im Vorfeld gar nicht so sehr reizte. „Durch die Ruhe, die ich inzwischen in Brandenburg erlebe, dachte ich eigentlich: Nicht noch eine Großstadt. Aber klar bin ich hingefahren, um die Sechs vollzumachen“, erklärt der Dresdner. Die Reise hat sich gelohnt – nicht nur wegen der schicken Medaille mit Abbildungen aller sechs Marathon-Städte. „Einen Tag vor dem Marathon war ich im berühmten Art Institute von Chicago – das war vielleicht nicht ganz clever, denn ich war abends etwas fußlahm“, berichtet er lachend.

Diese Marathon-Major-Serie hat Peter Born damit abgeschlossen. Droht jetzt ein Motivationsloch? „Nein“, stellt er klar, „es gibt da so eine Halbmarathon-Serie.“ Den Tipp habe ihm die ehemalige Spitzenläuferin Irina Mikitenko, die immer noch die deutsche Marathon-Bestzeit der Frauen hält, am Flughafen-Gate auf dem Weg nach Chicago gegeben. Peter Born will die „SuperHalfs“ knacken, Halbmarathon-Läufe in Lissabon, Prag, Kopenhagen, Valencia und Cardiff. „Das ist eine schöne Distanz, die gut zu meinem Training im Laufpark passt“, sagt er. „Lissabon habe ich für 2020 schon gebucht.“ Und Peter Born hat es eilig. „Ich will die fünf Läufe im nächsten Jahr schaffen. 2021 werde ich 70 – da will ich nichts anbrennen lassen!“

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