18. November 2021 / 11:35 Uhr

Sechser, Stürmer, Innenverteidiger, Trainer: Gifhorns Allrounder Petry "würde auch ins Tor gehen"

Sechser, Stürmer, Innenverteidiger, Trainer: Gifhorns Allrounder Petry "würde auch ins Tor gehen"

Tim Gerhold
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Gifhorns Allzweckwaffe: Mario Petry in dieser Saison schon als Sechser, Innenverteidiger und Stürmer im Einsatz. Für zwei Spiele (kl.B) übernahm er die Mannschaft als Trainer.
Gifhorns Allzweckwaffe: Mario Petry in dieser Saison schon als Sechser, Innenverteidiger und Stürmer im Einsatz. Für zwei Spiele (kl.B) übernahm er die Mannschaft als Trainer. © Sebastian Preuß / Lea Behrens
Anzeige

Mario Petry von Oberligist MTV Gifhorn erlebt derzeit eine turbulente Saison. Der 30-Jährige spricht über seine Allrounder-Fähigkeiten auf und erste Erfahrungen neben dem Platz.

Defensives Mittelfeld, Trainerbank, Innenverteidigung und Sturm: Mario Petry ist in dieser Saison DER Allrounder bei Fußball-Oberligist MTV Gifhorn. Wo der 30-Jährige auf dem Feld aufläuft, da kann sich der Gegner in dieser Spielzeit nun wirklich nicht sicher sein. Am Sonntag (14 Uhr) geht’s für Petry und Co. zum Spitzenreiter 1. FC Germania Egestorf-Langreder. Sicher ist nur, dass er nicht die Rolle aus dem Hinspiel übernimmt. Beim 0:3 im September saß Petry ein letztes Mal als Interimstrainer auf der MTV-Bank.

Anzeige

Bereits auf drei Positionen kam der 30-Jährige in dieser Spielzeit schon zum Zuge, neben seiner Stammposition auf der Sechs im defensiven Mittelfeld wurde er von Trainer Georgios Palanis im Spiel gegen die Freien Turner Braunschweig (0:1) in der Innenverteidigung eingesetzt. „Bis auf ein paar Minuten im Training habe ich dort noch nie gespielt, so gesehen war das eine Premiere für mich", berichtet der Allrounder. "Der Trainer wollte, dass hinten eine kommunikative Achse die Verantwortung übernimmt und bis auf das entscheidende Gegentor hat das auch gut funktioniert.“ Man bekomme laut Petry einen ganz neuen Blick auf das Spiel, wenn nur noch der Torwart hinter einem steht. „Jeder Fehler kann das Spiel entscheiden.“

Mehr Amateurfußball

Auch am vergangenen Wochenende rotierte Petry innerhalb der Aufstellung, spielte gegen Schlusslicht Eintracht Northeim (0:0) im Sturm. Im Gegensatz zu seinem Einsatz in der Dreierkette zuvor war diese Position aber kein Neuland für den Gifhorner. „Ich bin gelernter Stürmer und habe in der Jugend eigentlich immer vorne gespielt. Erst beim MTV unter Trainer Uwe Erkenbrecher bin ich dann weiter nach hinten gerutscht.“ Weil die Gifhorner derzeit einige Ausfälle im Sturm zu beklagen haben, hätte er dort aushelfen müssen, für ihn war diese Umstellung also „nichts grundlegend Neues“.

Anzeige

Deutlich ungewohnter war dagegen Petrys zunächst kurzes Intermezzo an der Seitenlinie des MTV. Nach der Freistellung von Michael Spies übernahm er die Betreuung der Mannschaft bis zur Verpflichtung von Palanis interimsweise. „Ich habe die Ambition, später als Trainer zu arbeiten, habe auch schon meine Trainerscheine gemacht. Aktuell ist das aber noch weit weg“, sagt Petry, fügt aber an: „Als nach einer Übergangslösung gesucht wurde, war ich die naheliegende Option, weil ich die Mannschaft und ihre Spielweise kenne.“ Für ihn sei die Frage nach seiner Bereitschaft also überhaupt keine Frage gewesen - die Aushilfe habe ihm großen Spaß bereitet.

Für Coach Palanis sei Petry in den ersten Tagen ein wichtiger Ansprechpartner gewesen. „Ich habe mich mit ihm über den aktuellen Stand der Mannschaft ausgetauscht, über vergangene Spiele und Verletzte.“ Er zeigt sich froh über die Verpflichtung von Palanis: „Er ist sehr engagiert und ambitioniert. Ich hoffe, dass ich noch viel von ihm lernen kann.“

Zum Beispiel, wie es ist, in der Innverteidigung zu spielen. Für Petry biete jede Position auch ihre ganz eigenen Reize. Was für ihn aber über allem steht: „Es geht immer darum, der Mannschaft dort zu helfen, wo sie einen am meisten braucht. Ich würde auch ins Tor gehen, wenn es sein muss.“