22. Juni 2020 / 20:05 Uhr

Sechster oder Siebter? Das hat Auswirkungen auf den neuen VfL-Kader

Sechster oder Siebter? Das hat Auswirkungen auf den neuen VfL-Kader

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Gibt's im Sommer Verstärkungen? Das hängt auch von der Platzierung des VfL Wolfsburg nach dem 34. Spieltag ab.
Gibt's im Sommer Verstärkungen? Das hängt auch von der Platzierung des VfL Wolfsburg nach dem 34. Spieltag ab. © Boris Baschin
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Am Samstag wollen die Wolfsburger im Saisonfinale der Fußball-Bundesliga gegen Meister Bayern München ihren sechsten Rang verteidigen, dann geht’s beim VfL in die Saison-Analyse...

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Die letzte Woche der diesjährigen wegen Corona länger dauernden Fußball-Bundesliga-Saison – und für den VfL geht es am Samstag (15.30 Uhr), wenn Meister Bayern München nach Wolfsburg kommt, noch um einiges. Im Saisonfinale entscheidet sich, ob das Team von Trainer Oliver Glasner Platz sechs verteidigen kann. Oder ob es auf Rang sieben abrutscht und dann in die Europa-League-Qualifikation muss. Sechster oder Siebter? Das hätte sehr wahrscheinlich auch Auswirkungen auf den Kader für die neue Spielzeit, sagt Manager Jörg Schmadtke.

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Umkämpft: VfLer Xaver Schlager (r.) durfte wieder auf der Sechs ran. Zur Galerie
Umkämpft: VfLer Xaver Schlager (r.) durfte wieder auf der Sechs ran. ©

Schafft es der VfL erneut in die Gruppenphase der Europa League, kann er mit fixen Einnahmen planen, hätte gleichwohl mehr Spiele – und dafür braucht es dann eben einen etwas größeren Kader als bei einem Team, das „nur“ in der Liga und im Pokal ran muss. Als Siebter wiederum müsste der VfL in Quali-Runden, die machen die Saisonvorbereitung extrem kompliziert – und es besteht die Gefahr, dass man noch vorm Start der Gruppenphase rausfliegt und dann in der neuen Runde eben nicht in drei Wettbewerben dabei ist und somit weniger finanziellen Spielraum etwa für Neuzugänge hätte.

Ein nach innen ziehender Flügelspieler und möglicherweise ein neuer Innenverteidiger könnten kommen. Aber fix ist das alles noch nicht. Was muss an der Mannschaft verändert werden? Was kann der VfL finanziell überhaupt stemmen? „Das werden wir befinden, wenn wir wissen, wo wir wirklich gelandet sind“, sagt Manager Schmadtke. „Dann schauen wir uns den Rahmen-Terminkalender an und werden uns die Fragen stellen: Wie groß muss unser Kader sein? Wie soll die Struktur des Kaders aussehen? Und wo können wir mit unseren Möglichkeiten am Kader noch etwas tun?“

Der Manager schränkt jedoch selbst für den Fall der erneuten Quali für die Gruppenphase ein, dass finanziell „viel nicht möglich ist, weil die Zeiten gerade schwierig sind“. Das gelte jedoch nicht nur für die Wolfsburger, sondern für fast alle Bundesliga-Klubs.

Im vergangenen Sommer hatten Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer noch Xaver Schlager, Kevin Mbabu, Joao Victor, Paulo Otavio und Lukas Nmecha geholt, im Winter war dann noch Marin Pongracic gekommen. So viele Neue wird‘s diesmal nicht geben. Schmadtke sagt zwar, dass er grundsätzlich ein Befürworter davon sei, jedes Jahr „neue Einflüsse“ dazuzubekommen, also neue Spieler zu holen. Gleichwohl betonte der Manager: „Die Spieler sind alle noch nicht ewig lange zusammen, sodass es nicht danach schreit, viel verändern zu müssen.“

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Mit Jeffrey Bruma (Mainz) und Yunus Malli (Union Berlin) kommen zwei ausgeliehene Spieler zurück, aber sowohl Abwehrmann Bruma als auch Offensivmann Malli spielen in den Planungen für die neue Runde keine große Rolle, sie dürften den Klub verlassen. Offen ist noch, was aus Youngster John Yeboah (war an Venlo ausgeliehen) wird, der noch ein Jahr beim VfL unter Vertrag steht. Schmadtke: „Da warten wir noch ab.“ Omar Marmoush, ebenfalls ein großes Talent, das jüngst sein Bundesliga-Debüt hatte feiern dürfen, winkt beim VfL ein neuer Vertrag, Eigengewächs Robin Knoche (Vertrag läuft aus) geht.

Wahrscheinlich werden sich Schmadtke und Co. am Sonntag noch über den möglichen neuen Kader und dessen Struktur austauschen, aber Priorität habe nun das Saisonfinale gegen die Bayern, betont der Manager. Gegen den bereits feststehenden Meister „wollen wir den sechsten Platz verteidigen“, sagt Schmadtke. Verteidigen gegenüber Hoffenheim. Denn der VfL und der Kraichgau-Klub haben jeweils 49 Zähler, die Wolfsburger haben jedoch das um zehn Treffer bessere Torverhältnis.