27. September 2021 / 18:09 Uhr

Sechster Renntag auf der Galopprennbahn in Seidnitz: „Die Zahlen sind Wahnsinn!“

Sechster Renntag auf der Galopprennbahn in Seidnitz: „Die Zahlen sind Wahnsinn!“

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
m Großen Preis der Landeshauptstadt Dresden siegte die Favoritin Alpen Rose unter Jockey Julien Guillochon mit großem Vorsprung.
m Großen Preis der Landeshauptstadt Dresden siegte die Favoritin Alpen Rose unter Jockey Julien Guillochon mit großem Vorsprung. © Steffen Manig
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4583 Zuschauerinnen und Zuschauer! Beim Dresdner Rennverein löst der 6. Renntag Jubel aus, einige Jockeys aber streiten sich in Seidnitz.

Dresden. Das war rekordverdächtig. Dieser sechste und damit vorletzte Renntag auf der Galopprennbahn in Seidnitz wird im Geschichtsbuch des Rennvereins einen besonderen Platz einnehmen. Mit offiziell 4583 Zuschauern – gefühlt waren es deutlich mehr – und einem Wettumsatz von 230.530,63 Euro verbuchten die Veranstalter schon einmal zwei Saison-Rekorde. Und auch sportlich erlebten die Zuschauer, die für eine grandiose Stimmung sorgten, ein sportliches Highlight.

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Ärger bei Zieleinlauf

Mit dem Großen Preis der Landeshauptstadt, einem mit 50.000 Euro dotierten Gruppe-III-Rennen stand die am hochkarätigsten besetzte Prüfung seit der Wende auf dem Programm. Die Siegerin Alpen Rose hatte dafür sogar 1373 Kilometer Anreise vom französischen Beaupreau bei Nantes nach Sachsen in Kauf genommen. Aber der weite Weg hat sich gelohnt. Die vierjährige Stute aus dem Stall von Trainer Henri-Alex Pantall, die als 37:10 gewettete Favoritin an den Start ging, hielt über die 1400 Meter die Konkurrenz in Schach. Der extra für diesen Ritt angereiste Julien Guillochon ließ von Beginn an nichts anbrennen und sicherte den Besitzern die 30.000 Euro Siegprämie. „Das ist schon eine gute Stute“, so der Siegjockey. Die Plätze zwei und drei belegten Henk Grewes Rubaiyat unter Michael Cadeddu und Best Lightning mit René Piechulek im Rennsattel.

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Dennoch gab es nach dem Zieleinlauf Aufregung unter den Jockeys und es wurde auch kurz laut im Waagegebäude. Vor allem Piechulek ärgerte sich über eine vermeintliche Behinderung durch Sirius Slew mit Rebecca Danz im Sattel, die nicht in der Spur geblieben sei. Auch Best-Lightning-Trainer Andreas Suborics aus Köln haderte: „Diese Behinderung hat uns möglicherweise den zweiten Platz gekostet.“ Immerhin war der dreijährige Hengst schon 2019 zum Galopper des Jahres gekürt worden. Aber nun hofft der Trainer auf weitere Starts vielleicht auch in Frankreich.

„Auch von der Stimmung her konnte es nicht besser sein“

Zum Auftakt des Renntages hatte der vielfache Champion Andrasch Starke mit Wellenbrecher den wiederbelebten und nun zum 98. Mal ausgetragenen Dresdner Jugendpreis gewonnen. Anschließend sicherte er sich mit Siluto noch seinen zweiten Tageserfolg. Mit Gedöns und Darling Street konnten sich auf den folgenden Plätzen zwei Galopper aus dem Seidnitzer Stall von Stefan Richter gut in Szene setzen. Und dass die Formkurve im Stall des Dresdner Trainers nach oben zeigt, bewiesen später die Siege von Amour Magique unter Wladimir Panov und von Panjo – wieder mit Panov im Sattel.

Den 99. Buchmacher ALBERS Stehercup über 2950 Meter entschied Champion Bauyrzhan Murzabayev mit Turandot aus dem Stall von Trainer Peter Schiergen. Rennvereins-Präsident Michael Becker strahlte am Ende: „Die Zahlen sind Wahnsinn! Aber auch von der Stimmung her konnte es nicht besser sein. Zwei Dresdner Siege waren natürlich die Krönung.“